Verteidigung Bachelorarbeit
In manchen Studiengängen musst du deine Bachelorarbeit verteidigen. | Foto: Kasto80/Getty Images
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08. Aug 2018

Marie Menke

Prüfungstipps

Verteidigung deiner Bachelorarbeit

Das solltest du beachten!

Kolloquium: Verteidigung der Bachelorarbeit

In der Bibliothek sitzen, Fachliteratur lesen, den ersten Satz wagen und irgendwann am Samstagabend noch einmal im Bett den Laptop aufklappen und das Fazit korrigieren – so kann eine Bachelorarbeit aussehen. Nach der Abgabe fällt einem da schonmal ein Stein vom Herzen: Endlich ist es geschafft. Oder? Viele Studiengänge fordern, dass du die Bachelorarbeit noch einmal mit einem mündlichen Vortrag vorstellst. Die Verteidigung der Bachelorarbeit dauert normalerweise zwischen 20 und 30 Minuten, manchmal aber sogar eine ganze Stunde. In den meisten Fällen ist die Voraussetzung, dass deine Prüfer deine Arbeit bereits gelesen und mindestens mit "ausreichend" bewertet haben: Die Verteidigung oder das Kolloqium ist dann ihre Chance, dir noch einmal auf den Zahn zu fühlen.

Check die Prüfungsordnung!

Unsicher, ob du deine Bachelorarbeit überhaupt verteidigen musst? Das ist nicht nur von Uni zu Uni, sondern auch von Studiengang zu Studiengang unterschiedlich. Eine Faustregel, bei welchen Fächern der mündliche Vortrag Pflicht ist, gibt es nicht. Wer sich unsicher ist, sollte jedoch einen Blick in die Prüfungsordnung werfen: Dort steht genau beschrieben, ob es nach dem Abgeben der Bachelorarbeit schon geschafft ist.

Und wenn nicht? Klingt zuerst unfair, kann aber auch ein Vorteil sein: Präsentieren und Diskutieren sind Fähigkeiten, die man üben kann. Wer damit in der Uni anfängt, hat es später im Job einfacher. Daher der Tipp: Betrachte die Verteidigung als Übung! Das hilft auch dabei, die Nervosität zu überwinden.


Bachelorarbeit verteidigen: Übung macht den Meister

Wer nervös ist, dem hilft eine gute Vorbereitung. Deshalb: Frühzeitig den Termin abklären, damit du weißt, ob du noch Zeit für einen Belohnungsurlaub nach Abgabe hast oder dich direkt in die Vorbereitung für die Verteidigung stürzen solltest. Hier haben wir außerdem fünf weitere Tipps für die perfekte Vorbereitung gesammelt:

#1 Übe deinen Vortrag!

Frag Freunde und Familie, ob du ihnen deinen Vortrag präsentieren kannst. So kannst du zum einen testen, ob er verständlich ist, und zum anderen gewinnst du an Routine. Auch nicht schlecht: den Vortrag vor dem Spiegel zu üben.

Gespräch Kolloquium Freunde

#2 Stoppe die Zeit!

Ob deine Präsentation zu lang oder zu kurz ist, bemerkst du oft erst, wenn du sie vorträgst. Damit du nicht während der Verteidigung schneller und schneller reden musst, kannst du vorab die Zeit stoppen. Anschließend: Kürzen oder Informationen hinzufügen.

#3 Sprich mit deinem Prüfer!

Die Ansprüche an deinen Vortrag können variieren: Sollst du ein Handout für die Prüfer mitbringen? Sollst du eine PowerPoint-Präsentation vorbereiten? Oder verfügt der Prüfungsraum gar nicht über die entsprechende Technik, um die Präsentation auch zu zeigen? Vorherige Absprachen verhindern böse Überraschungen.

#4 Strukturieren statt auswendig lernen!

Wer einen Vortrag oft geübt hat, kann ihn mitunter auswendig herunterrattern. Damit du nicht wie ein Roboter klingst, solltest du genau das vermeiden: Es hilft, an Stelle des gesamten Vortrags nur die grobe Struktur oder einige Schlüsselwörter auswendig zu lernen und dich an diesen entlang zu hangeln.

#5 Verlier den roten Faden nicht!

Dein Prüfer hat zwar deine Bachelorarbeit schon gelesen – oft sind aber noch weitere Dozenten anwesend. Schau dir vorab deinen Vortrag noch einmal an und gehe sicher, dass er eine Struktur hat, der man gut folgen kann. Wenn du dir unsicher bist, bitte Mitstudierende um Feedback!


Vortrag und Diskussion bei der Verteidigung der Bachelorarbeit

Das Wort "verteidigen" klingt mehr nach Angriff, als so ein Gespräch eigentlich ist. Letztendlich ist es eine Diskussion unter Experten. Im ersten Teil stellst du daher dein Thema vor: Du erklärst, worum es geht, wie du an deinen Forschungsgegenstand herangegangen bist und zu welchem Ergebnis du gekommen bist.

Im zweiten Teil haben die Prüfer die Möglichkeit, dir Fragen zu stellen. Lass dich davon nicht verunsichern:Es ist ihr Job, dich herauszufordern. Bereite dich darauf vor, dass sie dich bitten werden, Fachbegriffe, die du benutzt hast, zu definieren, oder die Auswahl der Literatur und Theoretiker, die du gelesen hast, zu begründen.

Sie können auch Fragen zu fachverwandten Themenbereichen stellen: Hier geht es nicht darum, dass du die Inhalte deines gesamten Studiums wiederholen, sondern dass du die Ergebnisse deiner Arbeit auch auf andere Felder anwenden kannst. Also: Alles halb so schlimm, nur Mut!

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