Kreditkarten für Studenten bezahlen
Kreditkarten sind ein praktisches Zahlungsmittel, auch für Studierende. | Foto: William Chua / Getty Images
Autor

30. Jun 2021

Marek Firlej

Geld & Finanzen

Kreditkarte für Studenten – wann und warum sie sich lohnt

Kreditkarte für Studenten: Ein praktische Zahlungsmittel

Kreditkarte – das klingt zu sehr nach Kredit. Nach etwas, das man sich gönnt, wenn man irgendwann mal ein festes (hohes) Gehalt hat. Aber Kreditkarten sind mehr als das. Sie sind ein praktisches Zahlungsmittel und in vielen Fällen auch kostenlos. In diesem Artikel erklären wir dir, wie du als Student /-in mit einer Kreditkarte das Optimum aus deinem Konto rausholst.


Inhaltsverzeichnis

  1. Nutzen einer Kreditkarte
  2. Mit Kreditkarte zahlen
  3. Angebote für Studierende
  4. Arten von Kreditkarten
  5. Wichtige Fragen
  6. Überblick

Wofür ist eine Kreditkarte gut?

Ursprünglich unterschied sich eine Kreditkarte von einer Girokarte darin, dass das Geld bei der Zahlung nicht direkt vom Konto abgebucht wurde, sondern monatlich auf einen Schlag. Das ist praktisch, wenn am Ende des Geldes noch einiges an Monat übrig ist. Als Student /-in kennst du das. Wer eine Kreditkarte hat, muss daher sein Konto nicht überziehen und damit auch keine Dispozinsen zahlen. Das ist im Prinzip auch heute noch so. Aber es gibt auch andere Abrechnungsmöglichkeiten, die wir gleich vorstellen werden. Doch zunächst wollen wir schauen, was Kreditkarten noch so können und ob sie für Studierende geeignet sind.

Mit Kredikarte zahlen

Im Internet sind Kreditkarten ein verbreitetes Zahlungsmittel. Wenn du etwas online bestellst, seien es Bücher, ein Laptop oder Flugtickets, hast du oft die Wahl zwischen verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten. Du kannst überweisen, per PayPal zahlen – oder eben per Kreditkarte. Der Chrome-Browser bietet neben der Möglichkeit, Passwörter zu speichern, auch die Speicherung von Kreditkartendaten an. Wie sicher das ist, können wir hier nicht beurteilen. Auf jeden Fall zeigt es aber, wie verbreitet diese Zahlungsmethode ist.


Literaturverzeichnis HinweisApropos Chrome: Um Googles kontaktloses Google Pay nutzen zu können, brauchst du übrigens auch eine Kreditkarte. Apple Pay hingegen unterstützt auch Debit- und Girokarten.


Aber gehen wir doch mal zurück in die reale Welt: EC-Karten, wie du sie vielleicht nutzt, um Geld von deinem Girokonto abzuheben, funktionieren im Ausland entweder nicht oder nur mit hohen Gebühren. Wenn du also viel im Ausland unterwegs bist oder planst, ein Semester oder ein Praktikum außerhalb Deutschlands zu absolvieren, dann sind Kreditkarten für Studenten /-innen eine komfortable Lösung. Darüber hinaus nutzen Autoverleiher und Hotels häufig Kreditkarten, um die Kaution abzubuchen. Es gibt somit Situationen, in denen du auf eine Kreditkarte angewiesen sein kannst.

Lohnen sich spezielle Angebote für Studierende?

Ob der Handvertrag für Studierende oder spezielle Versicherungen – als Student /-in findest du bekanntlich an jeder Ecke Angebote, die speziell auf dich zugeschnitten sind. Oder die es zumindest zu sein scheinen. Denn anders als beispielsweise bei Girokonten für Studierende hat sich gezeigt: Wo mit Kreditkarten für Studenten /-innen geworben und viele Rabatte und Gutscheine versprochen werden, sind oft weitere Kosten versteckt. Am Ende kommt dabei häufig heraus, dass normale Angebote die günstigeren sind. Daher tragen die Kreditkarten und Angebote, die für dich interessant sind und von denen wir dir ein paar hier vorstellen, kein "Student" im Namen, sind aber trotzdem am besten für dich geeignet, wenn du Geld sparen willst.


Kreditkarten für Studenten /-innen Kreditkartenarten


Unterschiedliche Arten von Kreditkarten

Grundsätzlich kannst du zwischen drei Arten von Kreditkarten untescheiden:

  • Charge und Revolving
  • Debit
  • Prepaid

Sie alle lassen sich für den bargeldlosen Zahlungserkehr sowie das Zahlen online verwenden. Unterschiede gibt es bei den Konditionen und der Art der jeweiligen Abrechnung.

Charge und Revolving

Charge-Karten funktionieren wie oben beschrieben: Du hast einen gewissen Kreditrahmen, den du nutzen kannst, und einmal im Monat wird das Geld dann von deinem Konto abgebucht. Eine Unterart sind Revolving-Karten, bei denen die Rückzahlung in Raten geschieht. Meist ist das aber teuer, weswegen wir das nicht empfehlen.

Debit

Debit-Karten kannst du dir wie EC-Karten bzw. Girokarten vorstellen. Du zahlst mit Karte und das Geld wird direkt abgebucht. Eventuell hast du einen Kreditrahmen, dann kannst du dein Konto auch überziehen. Die Vorteile sind: Du kannst auch im Ausland einfacher und günstiger zahlen und Geld abheben. Außerdem kannst du online die Zahlungsmethode Kreditkarte nutzen. Allerdings kann es sein, dass die Karte nicht akzeptiert wird, um etwa die Kaution beim Autoverleih zu zahlen.

Prepaid

Prepaid-Karten funktionieren wie Debit-Karten, müssen aber wie Telefonguthaben "aufgeladen"werden. Du zahlst also beispielsweise 50 Euro von deinem Girokonto (oder einem anderen Konto) auf dein Kreditkartenkonto ein. Dann kannst du auch nur 50 Euro ausgeben. Das ermöglicht dir eine zuverlässige Kostenkontrolle und verhindert, dass du den Überblick über deine Zahlungen mit Kreditkarte verlierst. Gerade bei Charge-Karten, die erst am Ende des Monats abbuchen, kann das passieren, wenn du nicht ordentlich Buch über deine Ausgaben führst.

Die Marken und ihre Verbreitung

Die geläufigsten Kreditkarten sind bei uns und weltweit zweifelsohne Visa und Mastercard. Daneben hast du vielleicht auch von Diners Club oder American Express gehört. Immer mehr Akzeptanz finden auch chinesische Karten wie UnionPay. Am relevantesten sind aber nach wie vor die ersten beiden, denn in Europa haben sie einen Marktanteil von 59 Prozent (Visa) bzw. 39 Prozent (Mastercard). Und auch weltweit fährst du mit einem der beiden Unternehmen relativ sicher.

Welche Kreditkarte ist für Studierende die richtige?

Wie findest du nun die Kreditkarte, die zu dir passt? Hier stellen wir dir drei Anbieter vor, die wir für empfehlenswert erachten. Dabei haben wir eine möglichst diverse Auswahl getroffen, damit für jeden Studierenden-Typen etwas dabei ist. Außerdem erfährst du auf einen Blick, welche Vorteile dich erwarten, aber auch mit welchen Kosten du rechnen musst.

Hanseatic Bank GenialCard

Die Hanseatic Bank verspricht volle Flexibilität und Freiheit. Tatsächlich kann man mit der Visa-Karte weltweit kostenlos Geld abheben und bezahlen – genau richtig für Studierende. Auch eine Grundgebühr gibt es nicht. Allerdings ist eine Ratenzahlung der Standardmodus, und dafür verlangt die Bank stolze 12,82 Prozent Sollzinsen. Vergiss also nicht, diese Funktion per App oder schriftlich abzubestellen.

Vorteile:

keine Jahresgebühr

weltweit kostenlos Geld abheben

weltweit kostenlos bezahlen

im Sommer 2021 50 € bei Anmeldung + 30 € bei Empfehlung

Nachteile:

❌ hohe Sollzinsen bei Ratenzahlungsoption

❌ Kartenkonto kann nicht im Haben stehen

DKB Cash

Bei der Deutschen Kreditbank (DKB) erhältst du als Student /-in zum kostenlosen Girokonto auch eine kostenlose Visa-Karte. Allerdings läuft die Visakarte über ein separates Konto. Die Abbuchung erfolgt dann automatisch von dem Girokonto. Das kann ein Vorteil sein. Denn wenn du öfter mal nicht den gesamten Kreditbetrag zurückzahlen kannst (was Studierenden ja auch mal passieren kann), wird nicht gleich die Kreditkarte oder gar das Konto gesperrt, sondern lediglich der Kreditrahmen verringert. Dann lässt sich die Karte immer noch wie eine Prepaid-Karte nutzen, was dir mehr Kostenkontrolle ermöglicht. 

Vorteile:

keine Jahresgebühr

weltweit*/europaweit kostenlos Geld abheben

weltweit kostenlos bezahlen *

Nachteile:

❌ Fremdwährungsbeühr beim Bezahlen und Abheben außerhalb der Eurozone*

❌ Abheben von Bargeld in Deutschland erst ab 50 Euro

(* nur im ersten Jahr oder als Aktivkunde (monatlicher Geldeingang von mind. 700 Euro)

Nuri

Nuri hieß früher Bitwala und steht für eine neue Generation von Direktbanken, die die digital-affinen Studierenden anspricht. Der Fokus liegt ganz auf dem digitalen Schalten und Walten von Finanzen. Diese Direktbanken werden daher auch Smartphone-Banken genannt. Integriert in die Handy-App, mit der du deine Zahlungen abwickelst, ist daher auch eine Bitcoin-Wallet. Doch du kannst darauf auch verzichten, denn es gibt zu dem Konto auch eine gratis Visa-Karte (Prepaid) dazu.

Vorteile:

keine Jahresgebühr

weltweit kostenlos Geld abheben

weltweit kostenlos bezahlen

Nachteile:

❌ Unter Umständen nicht beim Autoverleih oder in Hotels akzeptiert

Häufige Fragen rund um Kreditkarten

Kann man als Student /-in eine Kreditkarte beantragen?

Ja, es ist problemlos möglich, als Student /-in eine Kreditkarte zu bekommen. Es gibt sogar spezielle Studentenangebote. Viele Banken bieten sogar standardmäßig eine kostenlose Kreditkarte zum Girokonto an.

Was für ein Einkommen braucht man für eine Kreditkarte?

Für eine Kreditkarte brauchst du kein Grundeinkommen. Du solltest lediglich in der Lage sein, deine Ausgaben auch zu bezahlen. Bei Debitkarten ohne Dispo und Prepaid-Kreditkarten kannst du nicht einmal mehr Geld ausgeben, als du besitzt. Wenn du ein Einkommen von 450 Euro hast, dann kannst du eben 450 Euro mit diesen Karten ausgeben.

Kann ich eine Kreditkarte unter 18 haben?

Ja, auch Minderjährige können eine Visa-Karte oder Mastercard haben. Unter-18-Jährige dürfen lediglich keine Schulden machen. Daher kommen für sie Debit- oder Prepaid-Karten infrage.

Kreditkarte für Studenten /-innen: Alle Infos im Überblick

  • Kreditkarten sind und auch ohne festes, hohes Einkommen erschwinglich.
  • Viele Anbieter locken mit speziellen Kreditkarten für Studenten /-innen, doch die Boni zahlen sich meist nicht aus.
  • Besser ist es, wenn du zu einer kostenlosen Kreditkarte greifst, die keine Grundgebühr kostet und die kostenfreie Zahlungen und Geldabhebungen mindestens im Euro-Raum erlaubt.
  • Debit- und Prepaid-Karten von Visa und Mastercard ermöglichen eine höhere Kostenkontrolle und können alles, was "richtige" Kreditkarten auch können, außer echte Kredite und dreistellige Kautionen.

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