Krankenversicherung Studenten
Gut versichert durchs Studium! | Foto: Thinkstock/Max Kegfire
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22. Mär 2016

Debora Bürth

Geld & Finanzen

Studentische Krankenversicherung for Dummies

Das sollten Studierende wissen

Gesetzliche Krankenversicherung

Das Abi, das Auslandsjahr oder der Zivildienst liegen hinter dir. Du bist bereit, in deinem Studium durchzustarten. Doch bei der Stundenplanung, den Erstsemester-Partys und den vielen neuen Kommilitonen verliert man leicht den Überblick, besonders für Dinge, um die man sich früher nicht kümmern musste. Denn wenn du dich an einer staatlich anerkannten Universität in Deutschland einschreibst, musst du eine Kranken- und Pflegeversicherung vorlegen.

Keine Sorge, das bedeutet nicht, dass du nun zur nächsten Krankenkasse rennen musst, um dich selbst zu versichern. Wenn du bis dato über deine Eltern gesetzlich versichert warst, kannst du das auch noch bis zu deinem 25. Lebensjahr bleiben.

Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Denn falls du nebenbei ein eigenes, monatliches Einkommen von über 415 Euro hast, musst du dich selbst versichern. Darunter fallen allerdings nicht Minijobs, bei denen du bis zu 450 Euro verdienen darfst und weiter familienversichert sein kannst. Genauso kannst du z.B. in deinen Semesterferien auch ein monatliches Gehalt von 415 Euro bzw. 450 Euro überschreiten, solange das Einkommen nicht regelmäßig ist und die Tätigkeit nicht länger als zwei Monate am Stück ausgeübt wird. Wir empfehlen dir dennoch, vorher mit der Krankenkasse deiner Eltern Rücksprache zu halten.

Übrigens kannst du dich auch über deinen Ehepartner oder deine Ehepartnerin familienversichern, solange er oder sie selbst kein Student oder keine Studentin ist.

Private Krankenversicherung

Etwas schwieriger wird es, wenn deine Eltern z.B. Beamte und somit privat versichert sind. Hier solltest du gut überlegen, was du tust: Denn du darfst dich von der Versicherungspflicht befreien lassen und selbst in eine private Versicherung eintreten. Deine Eltern sind beihilfeberechtigt, was bedeutet, dass du über deine Eltern privat versichert sein kannst. Sie bekommen dann von ihrem Arbeitgeber eine Beihilfe zu deinem Krankenversicherungsbeitrag.

Doch Achtung! Du kannst dich nur in den ersten drei Monaten deines Studiums von der Versicherungspflicht befreien lassen. Diese Entscheidung ist für dein gesamtes Studium unwiderruflich. Und auch ein Wechsel nach dem Studium in eine gesetzliche Versicherung gestaltet sich schwierig, vor allem wenn du dich selbstständig machen möchtest.

Ab 25 selbst versichern

Eine Familienversicherung ist leider nur bis zu deinem 25. Geburtstag möglich. Spätestens ab diesem Zeitpunkt musst du dich selbst gesetzlich versichern. Doch keine Sorge, die meisten Krankenkassen bieten günstige Studententarife an. Bis 2015 gab es einen einheitlichen Tarif für die studentische Kranken- und Pflegeversicherung. Das hat sich nun geändert. Am besten du suchst dir in einem Vergleichsportal den besten Tarif für dich heraus. In der Regel liegt der Beitragssatz bei ca. 70 Euro im Monat.

Ab 30 keine studentische Versicherung mehr

Leider kannst du dich nicht dauerhaft zum Studententarif versichern. Eine studentische Versicherung kannst du nur bis zum 14. Semester oder bis zur Vollendung deines 30. Lebensjahrs beanspruchen.

Nur in Ausnahmen kann dann eine Verlängerung genehmigt werden, wie zum Beispiel bei der Geburt eines Kindes oder der Betreuung eines Familienangehörigen. Wenn diese Ausnahmen nicht zutreffen, musst du dich freiwillig versichern lassen.

Grundsätzlich wird der Beitragssatz deiner freiwilligen Versicherung nach deinem Einkommen berechnet. Der gesetzlich geregelte Basisbeitrag liegt bei 14,6 Prozent.


Das Wichtigste im Überblick

  • Als Student musst du kranken- und pflegeversichert sein.
  • Du kannst bis 25 familienversichert bleiben.
  • Eine Befreiung der Versicherungspflicht sollte gut überlegt sein.
  • Ab 25 musst du dich selbst versichern.
  • Studentische Versicherungen gelten bis max. zum 14. Semester oder 30. Lebensjahr.

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