Blut spenden Voraussetzungen
Mit deiner Blutspende können Menschenleben gerettet werden. | Foto: Shironosov/Getty Images
Autor

13. Jun 2019

Marvin Kesper

Zündstoff

Blut spenden: Voraussetzungen, die du erfüllen musst

Darum ist Blutspenden wichtig!

In Deutschland werden täglich knapp 14.000 Blutkonserven benötigt. Das Problem ist allerdings, dass nur circa drei Prozent der Bevölkerung regelmäßig Blut spenden. Dadurch kommt es laut der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie oft zu Engpässen. Blutspenden werden in der Medizin in vielen verschiedenen Fällen eingesetzt. Nach einer Statistik des Deutschen Roten Kreuzes wird in Deutschland mit 19 Prozent der größte Teil der Blutreserven für die Behandlung von Krebspatienten gebraucht. Für das Versorgen von Herzkranken werden circa 16 Prozent der Blutspenden verwendet, ebenso wie für Patienten mit Magen- und Darmerkrankungen. Bei Verletzungen aus Straßen-, Sport-, Berufs- und Haushaltsunfällen, bei denen die Betroffenen oft offene Wunden mit viel Blutverlust haben, werden zwölf Prozent der Blutspenden in Deutschland gebraucht. Besonders nachgefragt ist die Blutgruppe AB mit dem Rhesusfaktor negativ, denn nur ungefähr ein Prozent der Weltbevölkerung hat sie. Die am häufigsten vorkommende Blutgruppe ist 0 positiv, die circa 36 Prozent der Weltbevölkerung besitzt. Wenn du die Blutgruppe 0 negativ hast, ist dein Blut besonders wertvoll, denn dein Blut kann an Patienten jeder Blutgruppe gespendet werden.

Wie läuft eine Blutspende ab?

Der ganze Prozess der Blutspende dauert ungefähr eine Stunde. Dabei werden zu Beginn deine Daten aufgenommen und du wirst für deine Blutspende registriert. Dafür musst du einen Fragebogen ausfüllen. In diesem musst du ungefähr 20 Fragen beantworten, bei denen du zum Beispiel danach gefragt wirst, ob du dich krank fühlst, eine chronische Krankheit hast oder du momentan Medikamente zu dir nimmst. Nach der Registrierung wirst du noch von einem Arzt gründlich durchgecheckt, bevor du deine Spende abgeben darfst. Beim Spendevorgang werden dir etwa 500 Milliliter Blut entnommen. Nach der Spende solltest du dir noch vor Ort eine ausgelassene Ruhephase gönnen. Manchmal kann es nämlich vorkommen, dass du Kreislaufprobleme bekommst. Wichtig ist, dass du viele alkoholfreie Getränke zu dir nimmst und etwas isst. Beim Deutschen Roten Kreuz wirst du zum Beispiel meistens direkt vor Ort damit versorgt. Nachdem dein Blut im Labor untersucht wurde und, erhältst du drei Wochen nach der Spende deinen Unfallhilfe- und Blutspender-Pass. Darin findest du deine persönlichen Informationen, die im Falle eines Unfalls sehr viel Zeit ersparen können, wie zum Beispiel deine Blutgruppe.


Blut spenden Voraussetzungen Einsatzgebiete


Blut spenden: Voraussetzungen

Nicht jeder Mensch ist für eine Blutspende geeignet. Dafür gibt es viele verschiedene Gründe, zum Beispiel übertragbare Krankheiten oder bestimmte Medikamente. Wir haben die grundsätzlichen Voraussetzungen für dich zusammengefasst:

1. Gesund fühlen

Die erste und wichtigste Voraussetzung ist, dass du dich gesund fühlst. Wenn du merkst, dass du erkältet bist oder dich einfach schlapp fühlst, brauchst du den Weg zur Blutspende gar nicht erst antreten. Kuriere dich lieber aus und suche einen neuen Termin in deiner Nähe.

2. Zwischen 18 und 64 Jahre alt sein

Um Blut zu spenden, musst du mindestens 18 Jahre alt sein. Wenn du auch im höheren Alter noch Blut spenden möchtest, kannst du das als Erstspender bis zu deinem 65. Geburtstag und als Mehrfachspender, bis du 68 Jahre alt bist.

3. Mindestgewicht 50 Kilogramm

Der Blutspendedienst setzt ein Mindestgewicht von 50 Kilogramm voraus. Dabei ist es egal, ob du männlich, weiblich oder divers bist. Zusätzlich dazu musst du mindestens einen Body Mass Index von 19 haben. Damit du die Spende gut verträgst, solltest du im Vorfeld außerdem ausreichend essen und trinken.

4. Kein Alkohol innerhalb der letzten zwölf Stunden

Wenn du am Tag vor der vorgesehenen Blutspende feiern warst und dabei alkoholische Getränke getrunken hast, kommst du für eine Blutspende nicht in Frage. Du darfst innerhalb der letzten zwölf Stunden keinen Alkohol zu dir genommen haben. Auch Drogen dürfen innerhalb der letzten vier Wochen nicht konsumiert worden sein.

5. Männer bis zu sechsmal im Jahr, Frauen viermal

Als Mann darfst du innerhalb eines Jahres bis zu sechsmal Blut spenden gehen. Als Frau viermal. Dies liegt daran, dass Frauen genetisch bedingt eine geringere Blutmenge und niedrigere Eisenwerte haben als Männer. Damit dein Bluthaushalt sich wieder vollkommen regenerieren kann und du keinen Eisenmangel erleidest, müssen zwischen zwei Blutspenden mindestens 55 spendenfreie Tage liegen. Dabei gibt es auch keine Toleranz, sodass du auch am 54. Tag noch nicht wieder spenden dürftest.

6. Keine Tätowierung oder Piercing in den letzten vier Monaten

Hast du dich innerhalb der letzten vier Monate tätowieren lassen? Dann darfst du leider nicht Blutspenden. Dadurch soll ausgeschlossen werden, dass du dich beim Tätowieren durch die Nadel mit einer Krankheit infiziert hast. Gleiches gilt auch für Piercings oder bestimmte kosmetische Behandlungen, wie zum Beispiel ein permanentes Make-up

7. Nicht zwischen 1980 und 1996 mindestens sechs Monate in Großbritannien gewesen

Briten oder Urlauber, die zwischen 1980 und 1996 für mindestens sechs Monate in Großbritannien waren, dürfen nicht Blut spenden. Das liegt an der Ausbreitung von BSE zu dieser Zeit. Diese war in Großbritannien besonders groß und deshalb wird befürchtet, dass sich der Erreger immer noch im Blut von Betroffenen befinden könnte.

8. Nach bestimmten Impfungen musst du warten

Ob du nach dem Impfen spenden darfst, hängt von der Art der Impfung ab. Bei Impfungen mit abgetöteten Erregern, darfst du direkt nach einem Tag wieder Blut spenden. Dies sind zum Beispiel Impfungen gegen Grippe, Tetanus, FSME oder Hepatitis A. Bei Impfungen mit lebenden oder abgetöteten Viren, wie zum Beispiel gegen Mumps, Masern oder Röteln musst du mindestens vier Wochen warten. Am längsten Warten musst du nach einer Impfung, die nach bestimmten Ereignissen durchgeführt wird, wie zum Beispiel eine Tollwutimpfung, die du machen lässt, nachdem du mit einem erkrankten Tier in Kontakt gekommen bist. Dann darfst du zwölf Monate kein Blut spenden.

9. Keine Antibiotika zu dir nehmen

Wenn du gerade krank warst und noch bestimmte Medikamente zu dir nehmen musst, bist du meistens für eine kurze Zeit vom Blutspenden ausgeschlossen. Bei Antibiotika musst du zum Beispiel mindestens 14 Tage nach Absetzung, beziehungsweise vier Wochen nach dem Abklingen der Symptome warten. Wenn du andere Medikamente zu dir nimmst, solltest du es Vorort mit dem anwesenden Arzt besprechen, ob du spendetauglich bist oder nicht.

10. Kein Zeckenbiss

Gerade wenn du im Sommer draußen unterwegs bist, kann es vorkommen, dass du von einer Zecke gebissen wirst. Auch wenn du anschließend keine Symptome einer Erkrankung hast, musst du mindestens acht Wochen warten, bis du wieder Blut spenden darfst. Solltest du nach einem Zeckenbiss erkranken, hast du eine Wartezeit von vier Wochen, ab dem Zeitpunkt an dem du wieder gesund bist. Solltest du eine Borreliose erleiden, bist du für immer von einer Blutspende ausgeschlossen.

11. Kein "sexuelles Risikoverhalten" in den letzten zwölf Monaten

In dem Fragebogen zur Blutspende wirst du auch zu deinem Sexualverhalten befragt. Früher wurden Personen mit einem "sexuellem Risikoverhalten" dauerhaft von der Blutspende ausgeschlossen. Dazu zählen Heterosexuelle mit häufig wechselnden Partnern, Männer, die Sexualverkehr mit Männern haben oder hatten, männliche und weibliche Prostituierte und transsexuelle Personen mit sexuellem Risikoverhalten. Grund dafür ist, dass diese Personen ein höheres Risiko haben, sich mit Infektionskrankheiten, wie Hepatitis oder HIV anzustecken. Seit 2017 dürfen diese Personengruppen jetzt auch Blut spenden, jedoch erst zwölf Monate nach Beendigung des "sexuellen Risikoverhaltens". Eine Ärztekammer, das Paul-Ehrlich-Institut, das Robert-Koch-Institut und das Gesundheitsministerium kamen in einer Arbeitsgruppe zu dem Ergebnis, dass nach diesen zwölf Monaten kein erhöhtes Risiko mehr auf eine Infektion besteht.

Auch wenn du alle genannten Voraussetzungen erfüllst, bist du noch nicht automatisch zur Blutspende zugelassen. Vorort musst du noch einen Fragebogen des Blutspendedienstes ausfüllen. In dem bekommst du Fragen zu möglichen Krankheiten, Operationen oder Behandlungen, Auslandsaufenthalten und Medikamenten gestellt. Anschließend wird noch eine ärztliche Untersuchung vor Ort durchgeführt. Erst, wenn der Arzt bestätigt, dass du gesund bist, darfst du spenden.

Blut spenden: Termine

Du hast dich dazu entschieden Blutspenden zu gehen? Auf der Website des DRK-Blutspendedienstes findest du alle Termine in ganz Deutschland, bei denen du deine Spende abgeben kannst.


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