Studieren Großbritannien
Viele der renommiertesten Universitäten der Welt findest du in Großbritannien. | Foto: Free Photos/Pixabay
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27. Nov 2018

Julian Baltruschat

Auslandssemester

Studium in Großbritannien

Diese Möglichkeiten hast du!

Warum ausgerechnet Großbritannien?

Wenn du dich dazu entschieden hast, im Ausland zu studieren, stehst du vor einer wichtigen Frage: Wo will ich denn überhaupt hin? Ob in Österreich, Spanien oder den USA, ein Studium in einem anderen Land ist eine Möglichkeit, um eine Menge Lebenserfahrung zu sammeln und nebenbei noch einen Hochschulabschluss zu machen. Bei vielen Studierenden fällt die Wahl für ein Auslandsstudium häufig auf Großbritannien. Neben Österreich und den Niederlanden gilt Großbritannien als eines der beliebtesten Ziele für ein Studium im Ausland. Einer der Pluspunkte für ein Studium in Großbritannien ist definitiv die große Auswahl an Universitäten, bei denen viele zu den renommiertesten der Welt gehören: unter anderem Universitäten wie Oxford, Cambridge oder das Imperial College in London. Absolventen von britischen Hochschulen erhalten bedeutend höhere Gehälter als Studierende, die eine gleichwertige Ausbildung in ihrem Heimatland genossen haben. Neben der großen Auswahl an Universitäten hat Großbritannien auch viel an Kultur und Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Brexit: Erstmal keine großen Veränderungen für Studierende

Trotz des beschlossenen Austritt Großbritanniens aus der EU im März 2019 müssen Studierende sich (erstmal) keine Sorgen machen. Denn laut dem britischen Bildungsminister Damian Hinds müssen Studierende, die ab dem Herbst 2019 ihr Studium in England beginnen, keine höheren Studiengebühren zahlen. Diese Regelung gilt – je nach Studiengang – bis zum Jahr 2023. Inwieweit sich die Bedingungen für Studierende ändern wird sich in den weiteren Verhandlungen des Brexit herausstellen. Die Sorge vor möglichen Nachteilen und Konsequenzen für Studierende wirken sich allerdings bereits auf die Bewerbungen an den britischen Universitäten aus. Laut der Studienvergabestelle des Universities and Colleges Admissions Service (UCAS), gab es letztes Jahr knapp zehn Prozent weniger Bewerbungen von deutschen Studierenden, an britischen Universitäten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) befürchtet, dass im Zuge des Brexit, Probleme mit der Reisefreiheit und dem Aufenthaltsstatus entstehen könnten.


Auslandsstudium Großbritannien


Studium in Großbritannien: Das musst bei deiner Bewerbung beachten!

Im Gegensatz zu deutschen Universitäten, bei denen du dich persönlich bewirbst, werden in Großbritannien alle Bewerbungen für einen Bachelorstudiengang zentral über den UCAS bearbeitet. Über den UCAS kannst du dich pro Jahr an bis zu fünf Unis gleichzeitig bewerben. Besitzt du dein Abitur, steht deiner Bewerbung nicht mehr viel im Wege. Eventuell musst du noch Sprachnachweise wie zum Beispiel den TOEFL oder den IELTS mit einreichen. Ein weiterer Teil der Bewerbung ist dein Motivationsschreiben. In diesem musst du die Universität von dir überzeugen und darstellen, warum du ein geeigneter Kandidat bist. Möglicherweise bietet nicht jede Uni deinen Wunschstudiengang an, deshalb ist es ratsam, dass du dir im Vorfeld eine engere Auswahl an Universitäten triffst und dich im Anschluss bewirbst. Achte immer darauf, dass du dich an die Einreichfristen hältst, denn diese enden in Großbritannien schon im Januar.

Einreise, Visum, Unterkunft und Lebenshaltungskosten

Wenn du die Bewerbungsphase hinter dir hast, geht es nun darum, dir eine geeignete Bleibe zu suchen. Lieber ins Studentenwohnheim? Oder doch in eine eigene Wohnung? Wie sieht es mit einer WG aus? Je nachdem, für welche Option du dich entscheidest, hat dies dementsprechend Auswirkungen auf die Kosten, die anfallen. Bevorzugst du es, in eine WG zu ziehen, kannst du dir Kosten für Strom, Wasser und Heizung mit deinen Mitbewohnern teilen. Auch gemeinsam Lebensmittel einzukaufen, statt ständig auswärts zu essen, schont deinen Geldbeutel. Generell gilt: Wohnungen in Großstädten, egal ob WG oder alleine, sind im Durchschnitt wesentlich teurer als auf dem Land. Das Wohnen in Studentenwohnheimen ist aber wohl die attraktivste Variante für Studienanfänger, da du dort schnell Kontakt zu anderen Studierenden bekommst und gleichzeitig jeden Tag deine Sprachkenntnisse erweitern kannst. Die Einreise nach Großbritannien stellt für Studierende keine große Hürde da. Für die ersten drei Monate deines Aufenthalts benötigst du als EU-Bürger nur einen gültigen Reisepass oder deinen Personalausweis. Bleibst du über drei Monate in Großbritannien, musst du eine Aufenthaltserlaubnis beim sogenannten Home Office beantragen. Diese wird aber im Regelfall ohne Probleme ausgestellt.

Kostenfaktor: Definitiv teurer als in Deutschland

Nachdem auch Niedersachsen zum Wintersemester 2014 als letztes Bundesland die Studiengebühren abgeschafft hat, müssen Studierende in Deutschland keine Studiengebühren mehr zahlen, sondern nur einen Semesterbeitrag, der zwischen 200 und 400 Euro variiert. Wenn du mit einem kompletten Studium in Großbritannien liebäugelst, musst du dich hingegen auf erhebliche Kosten einstellen. Generell gibt es keinen festen Betrag für die Studiengebühren, die sogenannten "Tuition Fees". Diese variieren je nach Universität, Land und Auswahl des Studiengangs. Willst du zum Beispiel deinen Master im Vereinigten Königreich absolvieren, wirst du mehr zahlen müssen, als für einen Bachelorstudiengang. Um Studierende vor horrenden Kosten zu schützen, wurde 2010 eine Obergrenze in Höhe von 9000 Pfund pro Jahr für Studiengebühren eingeführt. Ausgenommen von dieser Regel sind Studierende, die an einem Austauschprojekt teilnehmen. In diesem Fall werden die Kosten für das Studium erlassen, was für Studierende eine erhebliche Ersparnis bedeutet. Solltest du an einer privaten Universität studieren, gilt die Obergrenze der Studiengebühren jedoch nicht und du musst mit deutlich mehr Ausgaben rechnen.


Freunde Studium in Großbritannien


Dauer des Studiums: Bachelor bleibt gleich, Master dafür kürzer!

Im Regelfall dauert ein Bachelorstudium in Deutschland sechs Semester. In Großbritannien gilt diese Regelung ebenfalls, mit der Ausnahme von Schottland. Hier hast du laut der Studienordnung zwei Semester länger Zeit, um dein Studium abzuschließen. Im Vergleich zu Deutschland ist der Master hingegen um ein Jahr kürzer. Für Studierende, die später in die Wirtschaft wollen, ist dies eine interessante Lösung, denn dort wird der einjährige Masterstudien anerkannt. Willst du jedoch in einem anderen Fach deinen Master machen und im Anschluss einen staatlichen Beruf ausüben, könnte dies Probleme für dich bedeuten: In diesem Sektor wird diese Form des Master häufig nicht anerkannt. Denn durch die Bologna-Reform ist eigentlich eine Dauer von zwei Jahren, bzw. vier Semestern für einen Masterstudiengang vorgesehen. Ebenfalls interessant: In Großbritannien wird das akademische Jahr in sogenannte Trimester aufgeteilt. Das erste Trimester findet von Oktober bis Dezember, das zweite von Januar bis März und das dritte von April bis Juli statt.

Das Studium in Großbritannien – mehr FH als Uni

Studierst du an einer Universität, hast du in den meisten Fällen die Möglichkeit, dir deinen Stundenplan selbst zusammenzustellen. In Großbritannien erinnert das System eher an eine FH. Hier hast du einen straff durchstrukturierten Stundenplan bei dem eine generelle Anwesenheitspflicht herrscht. Eben mal eine Vorlesung oder ein Seminar zu schwänzen, ist definitiv nicht ratsam. Erst gegen Ende deiner Studienzeit kannst du eigene Schwerpunkte festlegen und hast dementsprechend mehr Freiraum in der Gestaltung deiner Zeit.

Credit Points und das britische Notensystem

Seit der Einführung der Bologna-Reform gilt in der kompletten europäischen Union ein einheitliches Credit-System – das sogenannte European Credit Transfer System (ECTS). Allerdings blieb Großbritannien in dieser Angelegenheit stur und hielt an dem eigenen Credit-System fest, dem Credit Accumulation and Transfer Scheme (CATS). Für jeden Kurs, den du an einer britischen Universität besuchst, erhältst du in der Regel zehn Credits. Insgesamt musst du pro Jahr 120 Credit Points sammeln, heißt: Im Jahr sind das ungefähr 12 Kurse – vier pro Trisemester. Das Notensystem in Großbritannien ist ebenfalls anders strukturiert als in Deutschland. Die Noten werden in Großbritannien in Prozent angegeben. Alles über 70 Prozent wird als First Class bezeichnet – was so viel wie bedeutet wie "mit Auszeichnung bestanden". Das komplette Notensystem und dessen Bedeutung findest du in der folgenden Tabelle.


So ist das Notensystem beim Studium in Großbritannien aufgebaut:

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Neben dem Unistress – Land und Leute erkunden!

Natürlich bist du hauptsächlich zum Studieren nach Großbritannien gezogen. Trotzdem solltest du versuchen, so viel wie möglich außerhalb deines Studiums zu unternehmen, anstatt dich in deiner WG oder Wohnung zu verkriechen. Ein Auslandsaufenthalt ist immer eine Möglichkeit, um unterschiedliche Kulturen und Menschen kennenzulernen. Je mehr Leute du kennenlernst, umso angenehmer wird dein Aufenthalt. Oft bieten Universitäten durch verschiedene Sportarten und andere Clubs eine Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen und gleichzeitig ein Hobby auszuüben.

Krankenversicherung in GB – so schnell wie möglich abschließen!

Wenn es um das Thema Krankenversicherung geht, wird dies definitiv anders gehandhabt,  als im deutschen Gesundheitssystem. Grundsätzlich ist jeder Bürger Großbritanniens und der EU über den National Health Service (NHS) versichert. Anmelden musst du dich am besten so schnell wie möglich. Das kannst du, bei einem Allgemeinarzt, der dir das nötige Formular aushändigen wird. Der NHS deckt alle wichtigen Behandlungen ab. Solltest du aber trotzdem mal in spezielle Notsituationen geraten, ist es ratsam, dich bei deiner Versicherung vorher zu informieren und gegebenenfalls noch eine Auslandskrankenversicherung für Studenten abzuschließen. So bist du auf der sicheren Seite.

Auslandsbafög, Stipendium oder Nebenjob?  

Die Kosten eines Studiums im Ausland können schnell in ungeahnte Höhen schießen. Jedoch gibt es mehrere Möglichkeiten, wie du dich bei deinem Studium finanziell unterstützen lassen kannst. Ein Stipendium ist eine gute Variante – bewerben kannst du dich zum Beispiel beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Allerdings musst du hier deine Unterlagen früh einreichen und die Konkurrenz ist sehr hoch. Eine weitere Alternative wäre es, Auslandsbafög zu beantragen. Hier solltest du ein halbes Jahr vor Beginn deines Aufenthalts deine Unterlagen eingereicht haben, um dir Zuschüsse zu sichern. Wenn du beides nicht bekommst, hast du immer noch die Möglichkeit, dir einen Nebenjob zu suchen. Der hat auch den Vorteil, dass du ganz nebenbei noch die Sprache und die Leute kennenlernst.

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