Heimarbeit Kugelschreiber
Kugelschreiber zusammenschrauben war früher eine beliebte Heimarbeit. | Foto: Jealous Weekends/ Unsplash
Autor

01. Mär 2021

Lina Wiggeshoff

Geld verdienen

Heimarbeit: Die 4 bekanntesten Tätigkeiten

Definition

Heimarbeit ist, wie der Name schon sagt, eine Arbeit, die du in deinen eigenen vier Wänden ausüben kannst. Diese Tätigkeit darf nicht mit dem Begriff Homeoffice verwechselt werden. Wer im Homeoffice arbeitet, arbeitet unselbstständig für einen Arbeitgeber. Dieser erlaubt, die anfallenden Aufgaben anstatt im Büro auch zu Hause auszuführen.

Heimarbeit dagegen ist nicht mit einer Anstellung bei einem konkreten Arbeitgeber verbunden. Sie erfolgt selbstständig für verschiedene Auftraggeber und ist eine gewerbliche Tätigkeit, die in der Steuererklärung angegeben werden muss, quasi ein unabhängiger Nebenjob von zu Hause.

Traditionelle vs. moderne Heimarbeits-Tätigkeiten

Besonders das Internet bietet eine große Anzahl von Möglichkeiten, mit Heimarbeit nebenbei Geld zu verdienen. Mit und ohne Berufserfahrung stehen dir online eine Reihe von Aufträgen zur Verfügung – von der Software-Programmierung über die Kundenbetreuung bis zum Produkte testen. So kannst du ganz einfach online Geld verdienen.

Arbeiten von zu Hause

Hier erfährst du, mit welchen Jobs zu heutzutage von zu Hause aus Geld verdienen kannst. Auch ohne Vorkenntnisse hast du bei vielen Jobs die Möglichkeit, zu Hause zu arbeiten.

  • Job als Texter / -in oder Übersetzer / -in
  • Arbeiten in der Software-Entwicklung
  • Geld verdienen mit Umfragen
 Arbeiten von zu Hause»

 Foto: Connor Limbocker/Unsplash

Doch auch bevor das Internet all diese Möglichkeiten geboten hat, gab es schon Heimarbeit. Im traditionellen Sinn versteht man unter Heimarbeit eher handwerkliches Arbeiten. Die Geschichte dieser Arbeitsform reicht zurück bis ins 14. Jahrhundert.

Meist unterstützten damals Bürger aus den niederen Schichten zum Beispiel Kaufleute bei ihrer Textilproduktion. Auch für Frauen war Heimarbeit damals eine gute Möglichkeit, selbst Geld zu verdienen. Allerdings brachte die Geschichte der Heimarbeit auch viel Ausbeutung mit sich: Durch die Industrialisierung konnten Unternehmer ihre Produktionen ein Stück weit automatisieren. Sie stellten den Heimarbeitern Material zur Verfügung und diese mussten in kurzer Zeit möglichst viel produzieren, zum Beispiel Kleidung nähen. Meist wurden sie dafür sehr schlecht bezahlt. Auch Kinderarbeit war keine Seltenheit. Geändert haben sich diese Bedingungen erst mit dem ersten Entwurf des Heimarbeitsgesetzes 1923. Darin wurden Mindestlöhne und Tarifverträge festgelegt. 

Mittlerweile gibt es diese handwerklichen Möglichkeiten der Heimarbeit nicht mehr. Die Herstellung der Produkte ist im Ausland oft günstiger und vieles kann maschinell produziert werden. Wir machen trotzdem eine kleine Zeitreise und erzählen dir, welche besonderen Möglichkeiten für Heimarbeit es früher gab.

Vier traditionelle Heimarbeiten

1. Kugelschreiber zusammenbauen

Die wohl bekannteste Heimarbeit war das Kugelschreiber zusammenbauen. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg war diese Arbeit beliebt. Aus vielen Einzelteilen wurde der fertige Stift zusammengebaut. Dafür gab es dann ein paar Cent pro Kugelschreiber. Auch heute gibt es im Internet noch viele Anbieter, die das schnelle Geld mit dieser Methode versprechen. Allerdings ist es mittlerweile sehr viel günstiger, Kugelschreiber im Ausland produzieren zu lassen. Deshalb sind diese Angebote meist unseriös.


 Info

Wie erkennst du eigentlich unseriöse Anbieter von Heimarbeit im Internet? Zunächst sehen die Angebote vieler Webseiten verlockend aus. Du solltest dich aber nicht von großen Versprechungen beeindrucken lassen. Bietet eine Webseite auf einen Schlag ungewöhnlich viel Geld oder bezahlt veraltete Arbeiten – wie das Kugelschreiber zusammenbauen – solltest du misstrauisch werden. Denn niemand schenkt dir einfach so Geld. Auch in Heimarbeit musst du einiges für dein Geld tun. Des Weiteren solltest du dich von Anbietern fernhalten, die eine Vorkasse von dir verlangen. Sei die Begründung auch noch so nachvollziehbar, stecken dahinter meist Betrüger. Diese verdienen mit der Vorkasse ihr Geld und melden sich danach nicht mehr bei dir.   

Nicht nur die Angebote, sondern auch die Webseite solltest du dir ganz genau anschauen, um seriöse von unseriösen Anbietern zu unterscheiden. Allerdings ist eine gute Webseite keine Garantie für einen seriösen Anbieter. Wichtig ist zum Beispiel das Impressum. Wer ist für die Inhalte verantwortlich? Recherchiere die angegebenen Personen und überprüfe die Kontaktdaten! Solltest du nach all dem immer noch unsicher sein, ob du den Angeboten trauen kannst, wende dich an die Verbraucherzentrale. Dort ist oft bekannt, wenn es schon schlechte Erfahrungen mit einem Anbieter gab.


2. Streichhölzer herstellen

Auch Streichhölzer wurden früher – im 19. Jahrhundert – in Heimarbeit hergestellt. Kleine Holzstäbchen wurden in Phosphor getunkt und dann getrocknet. Das Arbeiten mit dem Phosphor war allerdings sehr gefährlich und zog meist große gesundheitliche Schäden nach sich.

3. Wundertüten packen

Eine Heimarbeit für mehr Überraschung: Das Füllen von Wundertüten wurde Mitte des 20. Jahrhunderts von Heimarbeitern / -innen übernommen. Natürlich gab es ganz genaue Vorgaben, welche und wie viele Spielzeuge in eine Tüte durften. Anschließend musste diese nur noch zugeklebt werden und schon konnten sich die Kinder über die vielen Überraschungen in der Tüte freuen.

4. Schrauben sortieren und Montage

Es wurden nicht nur fertige Produkte in Heimarbeit hergestellt, es gab auch Jobs, bei denen man die Produktionen vorbereitet hat. Bestimmte Arbeitsschritte, die noch nicht von Maschinen übernommen werden konnten, wurden zu Hause durchgeführt. Dazu gehörte zum Beispiel das Sortieren von Schrauben und die Montage von Kleinteilen. Mittlerweile gibt es auch in diesem Bereich keinen Bedarf mehr für Heimarbeit, alles wird industriell angefertigt.

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