Masterarbeit
Du bist gerade dabei, deine Masterarbeit zu schreiben? Wir sagen dir, worauf du achten solltest. | Foto: Startup Stock Photos

Masterstudium

08.05.2017

Lohnt sich der Master?

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Autor

25. Feb 2015

Rita Martens-Baentsch

Masterstudium

Masterarbeit schreiben: So gelingt der Abschluss!

Inhaltsverzeichnis

  1. Umfang und Inhalt
  2. Betreuung
  3. Thema
  4. Deadlines
  5. Tipps gegen Schreibblockaden
  6. Benotung

Umfang und Inhalt der Masterarbeit

Es gibt keine bundesweit verbindlichen Vorgaben, wie viele Seiten eine Masterarbeit haben sollte: Während Geisteswissenschaftler häufig 90 bis 120 Seiten schreiben müssen, erwartet zum Beispiel die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Uni Bielefeld nur rund 60 bis 80 Seiten. Der zeitliche Rahmen hingegen ist einheitlicher. Er liegt in fast allen Fächern bei einem halben Jahr.

Empirische Untersuchungen, wie man sie in einer Dissertation macht, kommen da häufig zu kurz. Dennoch schätzen es die meisten Professoren /-innen, wenn eine eigene Untersuchung, Umfrage oder Studie Grundlage der Masterarbeit ist. Ausschließliches Zitieren von Sekundärliteratur sollte im Zeitalter der Plagiatsaffären ohnehin nur mit größter Sorgfalt erfolgen. Die Masterarbeit ist umfangreicher als eine Bachelorarbeit und geht wissenschaftlich mehr in die Tiefe. Richtig zitieren spielt aber natürlich auch bei deiner eigenen Untersuchung eine Rolle, da du auf jeden Fall einen Theorieteil brauchst, auf dem du deine Arbeit aufbaust. Wenn du deine Masterarbeit schreibst, solltest dich deshalb mit direkten und indirekten Zitaten gut auskennen.

In einigen Studiengängen ist es üblich, die Arbeit mündlich zu "verteidigen". Das bedeutet zum Beispiel, eine 20-minütige Präsentation zu halten und anschließend zehn Minuten lang die Fragen der Prüfer /-innen zu beantworten. Nach solch einem Kolloquium kann die Note der Abschlussarbeit noch geändert werden.

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Das ist bei der Betreuung wichtig

Jede /-r Professor /-in ist daran interessiert, dass die Studierenden, die ihre Masterarbeit schreiben, erfolgreich abschneiden. Ein /-e gute /-r Berater /-in von Abschlussarbeiten müsse auf strukturelle und persönliche Komponenten seiner / ihrer Studierenden eingehen, so Prof. Dr. Peter Riegler von der Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaft Braunschweig/Wolfenbüttel im Fach Informatik. "Wenn ich feststelle, dass ein Studierender Angst vor der schriftlichen Arbeit hat, lasse ich ihn schon frühzeitig anfangen, damit es keine Aufschieberitis gibt." Einige Personen bräuchten klare Vorgaben, weil sie unsicher sind, andere seien selbstständiger.

"Am Anfang treffe ich mich oft 14-täglich mit dem Studierenden, um abzustecken, was gemacht werden soll, welche Struktur dahintersteckt, welchen Input die Person braucht", sagt Riegler. Später vergrößern sich die Abstände dann. Er ist mit seinen Methoden bei den Studierenden gut angekommen, die ihn 2011 zum "Professor des Jahres" wählten. "Ich lasse mir gerne Vorabversionen geben, um gravierende Fehler und Plagiate in der endgültigen Fassung zu verhindern", sagt Riegler. Da er weiß, wie zeitintensiv die Betreuung ist, nimmt er bewusst nur zwei bis drei Masterarbeiten pro Semester an.

Das richtige Thema für die Masterarbeit

"Interesse am Thema ist die beste Motivation", sagt Autorin und Schreibpädagogin Andrea Behnke, schließlich beschäftigt man sich mindestens sechs Monate intensiv damit. Nicht in allen Studiengängen ist die selbstständige Wahl möglich. Manchmal gibt der Betreuer ein Thema vor. An Fachhochschulen ist der Regelfall, die Arbeit außerhalb der Institution zu schreiben. "Oft geben Unternehmen Masterthemen an die Studierenden heraus, die sich im Sinne der Prüfungsordnung nicht bearbeiten lassen", sagt Prof. Dr. Riegler, der sich dann in der Fürsorgepflicht seinen Studierenden gegenüber fühlt.


 Zusammenarbeit mit der Wirtschaft

Die Vorteile, die Masterarbeit in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen zu schreiben, liegen auf der Hand: Man bekommt eine gute Unterstützung durch das Unternehmen und hat Zugriff auf Experten in dem Bereich, mit dem man sich beschäftigt.

Im Lebenslauf macht es sich natürlich auch sehr gut. Und mit Abschluss der Arbeit sind die Kontakte zum eventuell zukünftigen Arbeitgeber schon geknüpft: "Wer bei uns seine Masterarbeit schreibt, wird nicht automatisch übernommen. Es ist kein Freifahrtschein, aber wenn man es sehr gut gemacht hat, ist es durchaus möglich, so einen Job nach dem Studium zu bekommen", sagt Thomas Degraaff, Personalberater beim Chemiekonzern BASF.


An Universitäten ist es in der Informatik so, dass die Masterarbeit in Arbeitsgruppen geschrieben wird. Sie bieten viel mehr Unterstützungsmöglichkeiten, auch hinsichtlich der Motivation. Es sind mehr kompetente Ansprechpartner /-innen da, die helfen können, auch wenn der /die betreuende Professor /-in nicht da ist.

Besonders entscheidend ist das Thema, wenn man mit dem Master später in die Wissenschaft will, weil man sich so in einem bestimmten Teilbereich seines Fachgebiets qualifiziert und mit der Promotion auf die eigene Masterarbeit aufbaut.

Masterarbeit schreiben

Keine Panik vor Deadlines

Viele Studierende haben "abenteuerliche Phantasien" darüber, welche Ansprüche an eine Masterarbeit gestellt werden. Die Angst vor dem Abgabetag wird so manchmal übergroß. Dabei könne man sich in der begrenzten Zeit keinen Perfektionismus leisten, sagt Wilfried Schumann, Leiter der Psychosozialen Beratungsstelle von Universität und Studentenwerk Oldenburg. "Es liegt in der Natur der Sache, dass das Endprodukt bei der Abgabe immer wie ein Provisorium wirkt."

Der Psychologe ermutigt die Studierenden, indem er ihnen sagt, dass es "kein Zufall ist, dass sie es bis in die Endphase ihres Studiums geschafft haben". Es gebe jedoch auch Studierende, die durch Zukunftsängste eine Arbeit unbewusst in den Sand setzen würden. "Wenn Unsicherheit und Resignation überhandnehmen und wir davon ausgehen müssen, dass die aktuellen Probleme Ausdruck tiefer liegender Konflikte sind, überweisen wir für die langfristige Bearbeitung dieser Schwierigkeiten in Psychotherapie", sagt Schumann.

Durch Krankheit oder andere Umstände kann man eine Verlängerung der Deadline bekommen. Auch bei inhaltlichen Gründen wie Schwierigkeiten bei der empirischen Untersuchung ist ein Aufschub möglich. Aber das sollte nur der letzte Ausweg sein.


 Tipps gegen eine Schreibblockade

Oft entstehen Schreibblockaden, weil sich die Masterarbeit wie ein Berg vor einem auftürmt, weil man nur das Ganze sieht und die vielen Seiten, die man zu füllen hat. "Besser ist es, sich die Arbeit in Teilschritten zu zerlegen und sich für jeden einzelnen Teilschritt einen Zeit- und Arbeitsplan zu machen", sagt Schreibcoach Andrea Behnke. In den Zeitplan gehören auch ganz klar freie Zeiten. "Man braucht Pausen und Abwechslung, um kreativ sein zu können." Sobald man sich über die Kernaussage im Klaren ist, "sollte man Zeit in eine Gliederung investieren, die als Gerüst dient, aber im Laufe des Schreibens auch noch verändert werden kann."

Das "Wann" und "Wo" des Schreibens sollte jeder seinem eigenen Rhythmus anpassen. Sinnvoll sei nur, alles, was einem aus dem Schreibfluss herausreißt, auszustellen: Internet, soziale Netzwerke und das Telefon. "Als Belohnung kann man sich dann kleine Zeitfenster gönnen, in denen dann ganz bewusst gesurft oder telefoniert wird."


Die Benotung der Masterarbeit

In den Fächern Mathematik oder Informatik werden bundesweit oft sehr gute Noten vergeben, während man bei den Juristen /-innen der König ist, wenn man ein "voll befriedigend" erreicht. Eigentlich ist das auch kein Problem, wenn alle Beteiligten inklusive späterer Arbeitgeber das wissen.

Beim Consultingunternehmen Roland Berger berücksichtigt man, dass Absolventen /-innen der Technischen Unis wie die TU München oder Karlsruhe mit einem Notendurchschnitt von 2,5 bis 3,0 zu den besten 30 Prozent gehören, so Julia Kemmler, Recruiting- Beauftragte bei Roland Berger Deutschland: "Für die meisten Absolventen gilt: Die Gesamtnote sollte bei uns nicht schlechter sein als 2,4. Wir achten sehr stark auf alle Noten seit dem Abitur – von Bachelor- über Prüfungsnoten innerhalb des Studiums bis hin zur Masterarbeitsnote."

Überblick

  • Je nach Fakultät beträgt der Umfang einer Masterarbeit zwischen 60 und 120 Seiten. Für die Bearbeitung hast du in den meisten Fällen ein halbes Jahr Zeit.
  • Du solltest für die Mastarbeit ein Thema wählen, was dich auch interessiert. Außerdem sind eigene Untersuchungen besser als reines zitieren von Sekundärliteratur.
  • Um eine Schreibblockade zu verhindern, solltest du dir einen Zeit- und Arbeitsplan mit Teilschritten erstellen. Auch Pausen und Abwechslung sollten dabei eine Rolle spielen.

 

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