Masterarbeit
Nicht verzagen: Das mit der Masterarbeit klappt schon! | Foto: Startup Stock Photos

Lerntipps

21.06.2015

Selbstmotivation

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Masterstudium

08.05.2017

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25. Feb 2015

Rita Martens-Baentsch

Masterstudium

Keine Angst vor der Masterarbeit

Tipps gegen Stress, Schreibblockaden und Co.

Keine Angst vor dem Umfang und Inhalt der Masterabeit

Es gibt keine bundesweit verbindlichen Vorgaben, wie viele Seiten eine Masterarbeit haben sollte: Während Geisteswissenschaftler häufig 90 bis 120 Seiten schreiben müssen, erwartet zum Beispiel die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Uni Bielefeld nur rund 60 bis 80 Seiten. Der zeitliche Rahmen hingegen ist einheitlicher. Er liegt in fast allen Fächern bei einem halben Jahr.

Empirische Untersuchungen, wie man sie in einer Dissertation macht, kommen da häufig zu kurz. Dennoch schätzen es die meisten Professoren, wenn eine eigene Untersuchung, Umfrage oder Studie Grundlage der Masterarbeit ist. Ausschließliches Zitieren von Sekundärliteratur sollte im Zeitalter der Plagiatsaffären ohnehin nur mit größter Sorgfalt erfolgen. Die Masterarbeit ist umfangreicher als eine Bachelorarbeit und geht wissenschaftlich mehr in die Tiefe.

In einigen Studiengängen ist es üblich, die Arbeit mündlich zu "verteidigen". Das bedeutet zum Beispiel, eine 20-minütige Präsentation zu halten und anschließend zehn Minuten lang die Fragen der Prüfer zu beantworten. Nach solch einem Kolloquium kann die Note der Abschlussarbeit noch geändert werden.

Keine Bange vor dem Prof

Jeder Professor ist daran interessiert, dass die Studierenden seiner Hochschule erfolgreich abschneiden. Ein guter Berater von Abschlussarbeiten müsse auf strukturelle und persönliche Komponenten seiner Studierenden eingehen, so Prof. Dr. Peter Riegler von der Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaft Braunschweig/Wolfenbüttel im Fach Informatik. "Wenn ich feststelle, dass ein Studierender Angst vor der schriftlichen Arbeit hat, lasse ich ihn schon frühzeitig anfangen, damit es keine Aufschieberitis gibt." Einige Personen bräuchten klare Vorgaben, weil sie unsicher sind, andere seien selbstständiger.

"Am Anfang treffe ich mich oft 14-täglich mit dem Studierenden, um abzustecken, was gemacht werden soll, welche Struktur dahintersteckt, welchen Input die Person braucht", sagt Riegler. Später vergrößern sich die Abstände dann. Er ist mit seinen Methoden bei den Studierenden gut angekommen, die ihn 2011 zum "Professor des Jahres" wählten. "Ich lasse mir gerne Vorabversionen geben, um gravierende Fehler und Plagiate in der endgültigen Fassung zu verhindern", sagt Riegler. Da er weiß, wie zeitintensiv die Betreuung ist, nimmt er bewusst nur zwei bis drei Masterarbeiten pro Semester an.


Masterarbeit schreiben


Kein Bammel vor dem Thema der Masterarbeit

"Interesse am Thema ist die beste Motivation", sagt Autorin und Schreibpädagogin Andrea Behnke, schließlich beschäftigt man sich mindestens sechs Monate intensiv damit. Nicht in allen Studiengängen ist die selbstständige Wahl möglich. Manchmal gibt der Betreuer ein Thema vor. An Fachhochschulen ist der Regelfall, die Arbeit außerhalb der Institution zu schreiben. "Oft geben Unternehmen Masterthemen an die Studierenden heraus, die sich im Sinne der Prüfungsordnung nicht bearbeiten lassen", sagt Prof. Dr. Riegler, der sich dann in der Fürsorgepflicht seinen Studenten gegenüber fühlt.

An Universitäten ist es in der Informatik so, dass die Masterarbeit in Arbeitsgruppen geschrieben wird. Sie bieten viel mehr Unterstützungsmöglichkeiten, auch hinsichtlich der Motivation. Es sind mehr kompetente Ansprechpartner da, die helfen können, auch wenn der betreuende Professor nicht da ist.

Besonders entscheidend ist das Thema, wenn man mit dem Master später in die Wissenschaft will, weil man sich so in einem bestimmten Teilbereich seines Fachgebiets qualifiziert und mit der Promotion auf die eigene Masterarbeit aufbaut.

Keine Sorge vor einer Schreibblockade

Oft entstehen Schreibblockaden, weil sich die Masterarbeit wie ein Berg vor einem auftürmt, weil man nur das Ganze sieht und die vielen Seiten, die man zu füllen hat. "Besser ist es, sich die Arbeit in Teilschritten zu zerlegen und sich für jeden einzelnen Teilschritt einen Zeit- und Arbeitsplan zu machen", sagt Schreibcoach Andrea Behnke. In den Zeitplan gehören auch ganz klar freie Zeiten. "Man braucht Pausen und Abwechslung, um kreativ sein zu können." Sobald man sich über die Kernaussage im Klaren ist, "sollte man Zeit in eine Gliederung investieren, die als Gerüst dient, aber im Laufe des Schreibens auch noch verändert werden kann."

Das "Wann" und "Wo" des Schreibens sollte jeder seinem eigenen Rhythmus anpassen. Sinnvoll sei nur, alles, was einem aus dem Schreibfluss herausreißt, auszustellen: Internet, soziale Netzwerke und das Telefon. "Als Belohnung kann man sich dann kleine Zeitfenster gönnen, in denen dann ganz bewusst gesurft oder telefoniert wird."

Keine Panik vor Deadlines

Viele Studierende haben "abenteuerliche Phantasien" darüber, welche Ansprüche an eine Masterarbeit gestellt werden. Die Angst vor dem Abgabetag wird so manchmal übergroß. Dabei könne man sich in der begrenzten Zeit keinen Perfektionismus leisten, sagt Wilfried Schumann, Leiter der Psychosozialen Beratungsstelle von Universität und Studentenwerk Oldenburg. "Es liegt in der Natur der Sache, dass das Endprodukt bei der Abgabe immer wie ein Provisorium wirkt."

Der Psychologe ermutigt die Studenten, indem er ihnen sagt, dass es "kein Zufall ist, dass sie es bis in die Endphase ihres Studiums geschafft haben". Es gebe jedoch auch Studierende, die durch Zukunftsängste eine Arbeit unbewusst in den Sand setzen würden. "Wenn Unsicherheit und Resignation überhandnehmen und wir davon ausgehen müssen, dass die aktuellen Probleme Ausdruck tiefer liegender Konflikte sind, überweisen wir für die langfristige Bearbeitung dieser Schwierigkeiten in Psychotherapie", sagt Schumann.

Durch Krankheit oder andere Umstände kann man eine Verlängerung der Deadline bekommen. Auch bei inhaltlichen Gründen wie Schwierigkeiten bei der empirischen Untersuchung ist ein Aufschub möglich. Aber das sollte nur der letzte Ausweg sein.

Keine Flatter vor der Benotung

In den Fächern Mathematik oder Informatik werden bundesweit oft sehr gute Noten vergeben, während man bei den Juristen der König ist, wenn man ein "voll befriedigend" erreicht. Eigentlich ist das auch kein Problem, wenn alle Beteiligten inklusive späterer Arbeitgeber das wissen.

Beim Consultingunternehmen Roland Berger berücksichtigt man, dass Absolventen der Technischen Unis wie die TU München oder Karlsruhe mit einem Notendurchschnitt von 2,5 bis 3,0 zu den besten 30 Prozent gehören, so Julia Kemmler, Recruiting- Beauftragte bei Roland Berger Deutschland: "Für die meisten Absolventen gilt: Die Gesamtnote sollte bei uns nicht schlechter sein als 2,4. Wir achten sehr stark auf alle Noten seit dem Abitur – von Bachelor- über Prüfungsnoten innerhalb des Studiums bis hin zur Masterarbeitsnote."

Kein Muffensausen vor der Wirtschaft

Die Vorteile, die Arbeit in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen zu schreiben, liegen auf der Hand: Man bekommt eine gute Unterstützung durch das Unternehmen und hat Zugriff auf Experten in dem Bereich, mit dem man sich beschäftigt.

Im Lebenslauf macht es sich natürlich auch sehr gut. Und mit Abschluss der Arbeit sind die Kontakte zum eventuell zukünftigen Arbeitgeber schon geknüpft: "Wer bei uns seine Masterarbeit schreibt, wird nicht automatisch übernommen. Es ist kein Freifahrtschein, aber wenn man es sehr gut gemacht hat, ist es durchaus möglich, so einen Job nach dem Studium zu bekommen", sagt Thomas Degraaff, Personalberater beim Chemiekonzern BASF.


Prüfungsangst während der Masterarbeit

Ute MewesNachgefragt bei Ute Mewes, Dipl.-Sozialpädagogin an der Psychosozialen Beratungsstelle der Hochschule Niederrhein.

UNICUM: Gibt es viele Studierende mit Prüfungsangst?
Mewes: Verschiedene Untersuchungen belegen, dass die Stressbelastung unter Studierenden nach der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge zugenommen hat. Angst kann eine Folge von zu großem Stress sein, also wenn "das Fass sozusagen überläuft", kann der Organismus mit Angst reagieren, um sich vor weiterer Überlastung zu schützen. Prüfungsängste wurden insgesamt am häufigsten benannt, aber auch soziale Phobien, Angst- und Panikstörungen, Zukunftsängste sowie soziale Isolation.

Welche Personen leiden häufiger unter dieser Angst?
Prüfungsangst ist Angst vor Bewertung. Studenten, die mit einer anstehenden Leistung ihren gesamten Wert oder Unwert verbinden, ganz unabhängig davon, wie viele Prüfungen bereits erfolgreich bestanden wurden, leiden häufiger darunter. Wurde die Erfahrung gemacht, dass ein Versagen dramatische Folgen hat, kann sich dies prägend auf spätere Einstellungen und das Selbstwertempfinden auswirken. Es ist bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt.

Negative Bewertungserfahrungen in der Kindheit oder Jugend, wie eine abwertende Erziehung, zu hohe Anforderungen, Erfahrungen, als Außenseiter von anderen gehänselt zu werden, können sich negativ auf das Selbstwertgefühl auswirken. Sicherlich haben auch Persönlichkeitsmerkmale Einfluss auf die Ausprägung einer Angstreaktion. Jeder kann jedoch lernen, besser mit Stress und belastenden Situationen umgehen zu können, und ein angemessenes Selbstwertgefühl entwickeln.

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