Spider-Man Kinostart
Endlich wieder ein guter 3D-Film im Kino: "Spider-Man: Homecoming" | Foto: Sony Pictures
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06. Jul 2017

David Streit

Filme

Film-News: 3D-Filme erleben ihren zweiten Frühling

FILMICUM in der KW 27/28 im Überblick:

Neu im Kino

"Ich – Einfach unverbesserlich 3" (Start: 06. Juli 2017)
"Spider-Man: Homecoming" (Start: 29. Juni 2017)

Thema der Woche

Über das neue Potential von 3D-Filmen

Streaming-Perle

"Kings of Summer" in der Mediathek (verfügbar bis 10.07.)

In der Mache

Sony plant Crossover von "Men in Black" und "21 Jump Street"


Neu im Kino

"Ich - Einfach unverbesserlich 3" (Start: 06. Juli 2017) – Auch wenn das Marketing etwas anderes vermuten lässt, aber hierbei handelt es sich nicht um einen neuen Minions-Film. In "Ich - Einfach unverbesserlich 3" geht es viel mehr um die Familie, elterliche Einflüsse und Geschwisterliebe. Im Mittelpunkt steht der Superverbrecher Gru, der gerade erst erfährt, dass er einen Zwillingsbruder hat. Was für eine Neuigkeit! Er macht sich sogleich auf den Weg diesen kennenzulernen.

In dem Animationsabenteuer müssen beide Brüder lernen ihre charakterlichen Schwächen zu überwinden und zusammenzuarbeiten, um den Bösewicht Balthazar Bratt (gesprochen von Joko Winterscheidt) zu stoppen. Dieser ist ein Kinderstar aus den 80ern, der die Absetzung seiner Fernsehserie nie so richtig verkraftet hat. Und nun macht er sich mit seinem eigenen Riesenroboter über Hollywood her. Am Ende entscheidet ein klassischer Dance-off über Sieg und Niederlage. Der Film ist bis oben hin vollgepackt mit bitterbösem Slapstick-Humor.


"Spider-Man: Homecoming" (Start: 13. Juli 2017) – Der dritte Spinnenmann in nur 16 Jahren! Nach Tobey Maguire und Andrew Garfield darf nun also Tom Holland ran. Er verkörpert einen 15-jährigen Peter Parker, der schon seit einer Weile die Nachbarschaft beschützt. Der titelgebende Spinnenbiss, die ersten Gehversuche mit seinen Superkräften, der Ratschlag von Onkel Ben ("Aus großer Kraft folgt große Verantwortung") und dessen Tod werden allerdings nicht noch einmal gezeigt. Vielmehr wurde das Talent des Superhelden-in-spe bereits von Tony Stark alias Iron Man (Robert Downey Jr.) erkannt – und nun gefördert.

Mit seinem neuen Anzug voller Hightech entdeckt Peter Parker eine Gang, die aus Alien-Technologie neue Waffen herstellt und an den Höchstbietenden verkauft. Angeführt wird die Gruppe vom Bösewicht Vulture (Michael Keaton), der wie ein Geier überall nach Alien-Restmüll sucht. Mit Technik allein wird Spider-Man diesen Gegner also nicht besiegen.

Laut Mentor Iron Man darf ein Held auch nie allein auf seinen Anzug und seine Hilfsmittel angewiesen sein. Aber ist Peter schon soweit, dass er auch ohne sein Alter Ego überzeugt? Überhaupt scheinen ihm das Superhelden-Dasein und die Schule ganz schön über den Kopf zu wachsen. Die Neuauflage macht alles richtig, indem sie direkt ins Geschehen einsteigt und den jungen Helden dabei begleitet, über sich hinaus zu wachsen.


Thema der Woche

Geht eigentlich noch irgendwer ins Kino, nur weil ein neuer Film in 3D anläuft? Wohl kaum. Dazu hat man bereits zu viele Beispiele erlebt, in denen der Effekt gar nicht sichtbar wurde – oder das Seherlebnis sogar verschlechterte. Grund dafür war oft die notdürftige stereoskopische Aufbereitung nach Drehschluss. Denn während echte 3D-Kamera viel zu teuer gewesen wären, konnte man den Tiefeneffekt auch kostengünstig während der Nachbearbeitung am Computer hinzufügen. Die 3D-Qualität ließ dann jedoch so gut wie immer zu Wünschen übrig.

Mit "Avatar - Aufbruch nach Pandora" startete 2009 der erste richtig große 3D-Film im Kino. Für viele Zuschauer die erste Kinoerfahrung mit (zusätzlicher) Brille auf der Nase! Gleich in der ersten Szene sah man einen Wassertropfen schwerelos durch die Luft schweben – was für ein Einstieg. Später machte der Tiefeneffekt die Welt von Pandora mit ihren schwebenden Bergen und ihrer außergewöhnlichen Artenvielfalt noch aufregender.

Die meisten darauf folgenden Filme setzten 3D dagegen nur noch für billige Schockeffekte ein. Etwa um uns Zuschauer kurz zusammenzucken zu lassen, weil uns ein Speer direkt ins Gesicht geworfen wurde. Oder weil uns Trümmerteile entgegenflogen. Der Effekt wurde immer seltener dafür genutzt, um eine emotionale Nähe oder Distanz zu den Figuren und der Handlung herzustellen. Bis zu diesem Sommer.


Endlich haben die Studios erkannt, dass dem Zuschauer das 3D herzlich egal ist, wenn es nicht einen vernünftigen Bezug zur Geschichte herstellt. Und der oben vorgestellte Superheldenfilm "Spider-Man: Homecoming" ist dafür gleich das erste gute Beispiel. Das 3D ist darin natürlich klasse, wenn sich Peter Parker an seinen Spinnenseilen durch Brooklyn schwingt. Aber es ist richtig genial, wenn es ganz neue Größenverhältnisse veranschaulicht. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sich Spider-Man mal nicht vorwärts schwingen kann, weil es einfach keine hohen Gebäude gibt. Dann sehen wir ihn einfach nur einen ewig langen Park entlang rennen. Und ja, da kommt das 3D noch viel besser zu Geltung, weil die Szene ruhig inszeniert und mit feststehender Kamera gefilmt ist.

Ein weiteres Positivbeispiel ist "Planet der Affen 3: Survival" (Start: 03. August 2017). Das 3D ist darin dann am besten, wenn es mit Unschärfen spielt und uns damit auf die Details im Bild hinweist, die gerade wichtig sind. In ruhigen Einstellungen wandert damit der Fokus langsam von vorne nach hinten. Dies legt die Vermutung nahe, dass Hollywood endlich damit anfängt die Technik tatsächlich für das Storytelling einzusetzen. Was für eine tolle Entwicklung!

Endlich kann man sich wieder darauf freuen in einen überteuerten 3D-Film reinzugehen, weil der Effekt tatsächlich den Film besser macht.


Streaming-Perle

"Kings of Summer" (verfügbar bis 10.07.) – Jeder weiß: Eltern nerven. Sie bevormunden, stressen und kommandieren – zum "Wohl des Kindes”. Wäre es nicht grandios einfach mal auszureißen und sich sein eigenes Haus zu bauen? Zusammen mit Freunden auf all die Annehmlichkeiten der sogenannten Zivilisation zu pfeifen? Und das, am allerwichtigsten, weit weg von den Eltern?

Joe (Nick Robinson), Patrick (Gabriel Bass, "The Big C") und Biaggio (Moises Arias, "Ender’s Game – Das große Spiel") wagen die Flucht. Fernab vom Einfluss und den Regeln ihrer Eltern wollen sie den Sommer in der Wildnis verbringen, um dort eigenständig zu leben. Was jedoch als idyllisches Beisammensein beginnt und durch den Bau eines eigenen Domizils gefeiert wird, bringt nicht nur neue Probleme mit sich (woher Lebensmittel nehmen?), sondern entwickelt sich auch zu einer Belastungsprobe ihrer Freundschaft (Frauen!).


In der Mache

Ein Alien-jagendes Undercover-Ermittlerduo? Unter dem Arbeitstitel "MIB 23" arbeitet das Filmstudio Sony aktuell an einem Crossover der beiden Filmreihen "Men in Black" und "21 Jump Street". Was für eine Vorstellung! Wir wollen unbedingt sehen, wie sich die Verwandlungskünstler aus der Jump Street mit einem Neutralisator und der kleinen Grille bewaffnen, um noch mehr Schurken das Handwerk zu legen. Noch gibt es leider keine Infos über Schauspieler oder Regisseur. Aber wir sind uns sicher, dass das nur ein großer Spaß werden kann. Wir halten euch auf dem Laufenden!


Die nächste Ausgabe FILMICUM erscheint am 20. Juli 2017

Artikel-Bewertung:

3.26 von 5 Sternen bei 85 Bewertungen.

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