Dying Light Deutschland
Foto:

09. Aug 2016

Entertainment

Jugendgefährdend? Das kontroverse "Dying Light" im UNICUM Game-Test

-ARCHIV-

UNICUM Games-Experte Max Brücher hat das indizierte Zombie-Abenteuer angespielt

Eine Bevormundung volljähriger Gamer?

Eine ausführliche Prüfung von "Dying Light" steht noch aus, das Spiel könnte demnächst auf die Liste B rutschen. Die Folge: Komplettes Verkaufsverbot und Beschlagnahmung. Es scheint, als hätte Techland nur einen weiteren Zombieshooter abgeliefert, der in erster Linie Gewalt zu bieten hat – oder?

Ja, "Dying Light" ist ein brutales Spiel und die Möglichkeiten, Widersacher zu vernichten, sind zahlreich. Verbrennen, Zerstückeln, Zerfetzen, Erschießen, Gnadenstoß per Kopf-Stampfer – das alles wird recht anschaulich und blutig dargestellt.

Allerdings sind Gegner in 9 von 10 Fällen keine Menschen mehr, sondern Zombies. Die direkte Konfrontation ist in der Regel nicht zwingend, meist sogar die schlechtere Alternative. Der Umweg führt oft besser ans Ziel – rennend, rutschend, kletternd, springend.

Ein Verkauf erst ab 18 Jahren ist absolut angebracht, eine Indizierung oder gar Beschlagnahmung zu viel des Guten. Die Bevormundung volljähriger Spieler ist ein jedoch ein großes Thema für sich.

"Dying Light" zumindest ist ein sehr gelungenes Spiel, vielseitig, abwechslungsreich und mit extrem viel Content. Ein Game, das definitiv einen Blick hinter die Ladentheke wert ist, insbesondere, da es dort evtl. bald nicht mehr liegen wird.

Worum geht's in dem Zombie-Game?

Der Schauplatz ist Harram im Nahen Osten. Ein Virus bricht aus. Infizierte Menschen verwandeln sich in hirntote, aggressive Wesen, deren einziges Ziel es fortan ist, andere zu jagen und somit wiederrum zu infizieren. Daraufhin wird die Stadt vom Militär hermetisch abgeriegelt.

Als US-Geheimagent Kyle Crane springen wir per Fallschirm über Harram ab –  unsere Mission: wir sollen eine wertvolle Akte bergen. Leider werden wir direkt von einem Zombie attackiert und gebissen, aber von anderen Überlebenden gerettet und mit dem Medikament "Antizin" versorgt. So bleiben wir erst einmal Mensch.

Die Überlebenden bringen uns zu einem Hochhaus, indem sie sich verschanzt haben. Anführer Derrek erklärt uns kurz die Situation: Die Überlebenden benötigen stets diverse Dinge und schicken dafür sogenannte Kuriere durch die Stadt – Freiwillige, die alles riskieren, um sich und andere am Leben zu erhalten.

Natürlich erklären wir uns bereit, selbst als Kurier zu fungieren, können wir so schließlich die ominöse Akte suchen. Hier beginnt das eigentliche Spiel. Vom Hochhaus aus starten wir unseren ersten Ausflug durch die Open-World-Straßen. Neben einem umfangreichen Hauptquest, gibt es zahlreiche Nebenaufgaben, die wir erledigen können.

Rückt uns dabei ein Zombie zu nah, können wir ihn mit einem Arsenal an Nahkampfwaffen, vom einfachen Rohr bis hin zu modifizierten Macheten mit integriertem Elektroschocker ausradieren. Das Problem: ein Zombie kommt selten allein – und unsere Waffen verschleißen, sind schnell unbrauchbar, dazu ist unsere Kondition, besonders zu Beginn des Spiels, sehr begrenzt.

Es ist daher in der Regel besser, den Untoten aus dem Weg zu gehen, als sich ihnen direkt zu stellen. Zwar erhalten wir mit der Zeit bessere Waffen, mehr Kondition und diverse Finishing Moves, wer sich aber mit zu vielen Zombies zur gleichen Zeit anlegt, segnet schnell das virtuelle Zeitliche.

Unbemerkt bleiben – oder Schattenjäger werden

Techland vereint in "Dying Light" mit Parcours-Elementen und Zombie-Jagd clever zwei aktuelle Themen. Dem Spieler werden dabei viele Freiheiten gelassen: Tagsüber können wir uns recht frei und meist entspannt bewegen, wird es jedoch Nacht, ändert sich das abrupt.

Die Dunkelheit lockt Kreaturen an, denen wir nicht gewachsen sind: schneller, stärker und im Rudel jagend, sind wir für die "Schattenjäger" recht leichte Beute. Von Sonnenuntergang bis -aufgang heißt es also: unbemerkt bleiben, die Umgebung genau im Auge behalten und keine Geräusche machen. Diese Passagen sind deutlich schwerer.

Mit dem kostenpflichtigen Add-On kann man übrigens selbst einen Schattenjäger spielen und nachts auf die Jagd gehen. Man hackt sich quasi heimlich in das Spiel eines anderen Spielers und macht dann Jagd auf diesen.

Artikel-Bewertung:

2.98 von 5 Sternen bei 114 Bewertungen.