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21. Jun 2016

Entertainment

UNICUM hört: Hanni El Khatib "Head in the Dirt"

Rotzig, rockig, richtig gut: Das zweite Album des Amerikaners ist seit dem 30. August erhältlich

Schnörkellos, schnell, super!

Als "Knife Fight Music" betitelt Hanni El Khatib das, was er mit Dan Auerbach von "The Black Keys" als Produzenten auf seinem zweiten Longplayer "Head in the Dirt" fabriziert hat. Und tatsächlich: An so einigen Stellen fühlt man sich in einen wilden Quentin Tarantino-Film versetzt, in so vielen Momenten lässt man sich von dem rauen Strudel aus Punk, Pop, Blues, Soul und Pogo gefangen nehmen. Die elf Tracks strotzen nur so vor Kraft und Kreativität, die über die gesamte Spielzeit einfach nicht abnehmen wollen. 

Das fängt beim - Nomen est Omen – dreckigen Opener "Head in the Dirt" an, entfaltet sich beim treibenden "Family" weiter und endet noch lange nicht beim schnoddrigen Verführungsstück "Skinny little Girl". Mit Lied Nr. 4 wagt Hanni El Khatib einen Abstecher in ganz poppige Gefilde: Mit seinem fröhlichen Ohrwurm-Refrain hat "Penny" gar das Zeug zum Charts-Hit. "Nobody move" und "Can't win 'em all" verneigen sich dagegen wieder mit abgedrehtem Orgel-Sound und kreischenden Gitarren vor den 60s, während Hanni El Khatib auf "Pay no Mind" sich einmal mehr als Experte für scheinbar simple, aber dennoch vollends ausgeklügelte Klanggebilde beweist. "Save me" mit seinen Blues-Anleihen und das fast schon psychedelische "Low" muten wie aus einer anderen Zeit an – und machen dabei richtig Spaß. Mit "Sinking in the Sand" wird der Adrenalinpegel zum Schluss noch einmal ganz nach oben getrieben, der End-Track "House on Fire" beendet dann mit einem Hammerschlag das Spektakel auf "Head in the Dirt".

Am Ende des Albums fühlt man sich, als wäre man soeben einem Mosh-Pit entstiegen und wünscht sich nichts sehnlicher als so eine schnieke Jeans-Kutte mit Aufnähern, wie sie auf dem CD-Cover abgebildet ist. Hanni El Khatib versammelt unfassbar eingängige und schnelle Tracks auf seinem Zweitwerk, die schnörkellos nach vorne preschen, dabei aber nichts an Reiz und Einfallsreichtum verlieren. Gerne mehr davon!

Hanni El Khatib

Head in the Dirt

Universal Music

VÖ: 30.08.2013

Anspieltipps: Family, Penny, Nobody Move, Save Me, Pay No Mind – Ach, eigentlich machen alle Tracks richtig Laune...

hannielkhatib.com

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