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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM schaut: End of Watch

-ARCHIV-

Das knallharte Cop-Drama gibt's ab dem 11. April auf DVD und Blu-ray

Ein außergewöhnlich guter Cop-Film

Brian Taylor (Jake Gyllenhaal) und Mike Zavala (Michael Peña) sind zwei Streifencops mit einer großen Klappe und einem noch viel größeren Ego. Doch das Selbstbewusstsein können die beiden gut gebrauchen, schließlich schieben sie ihren Dienst nicht irgendwo: In South Central L.A. machen die Gangs die Gesetze, die Polizei übt sich allenfalls in Schadensbegrenzung. Doch Taylor und Zavala nehmen es mit den Regeln oft selbst nicht ernst: Erst erschießen sie nach einer Verfolgungsjagd zwei Verdächtige, kaum wieder im Dienst kommt es zu einer Prügelei zwischen Zavala und dem zwielichtigen Tre (Cle Sloan). Doch durch den ehrlichen Zweikampf verdient sich der Cop den Respekt des afroamerikanischen Gangsters. Dieser ist es letztendlich auch, der Taylor und Zavala warnt: Mit ihren Festnahmen und eigenständigen Untersuchungen sind die Polizisten einem mexikanischen Menschenhändlerring auf die Spur gekommen und haben es mit ihrem Auftreten auf die Todesliste der unberechenbaren Sureños geschafft.

"End of Watch" ist ein Film, an den man sich in den ersten Minuten erst gewöhnen muss. Die Cops hantieren – wie auch die mexikanischen Bandenmitglieder – mit einer kleinen Handkamera, am Revers der Polizisten sind ebenfalls kleine Kameras angebracht, zum Teil sind die Szenen im sogenannten Found-Footage-Stil inszeniert. Doch hat man sich erst an die Kameraführung gewöhnt, zieht das Drama den Zuschauer in seinen Sog. Wir begleiten mit Taylor und Zavala zwei Arbeitskollegen und Freunde, die nicht als reine Sympathieträger auftreten. Jake Gyllenhaal und Michael Peña liefern eine grandiose Darbietung ihrer mal aufbrausenden, mal überheblichen, dann wieder gefühlvollen Figuren. Die Charaktere bleiben menschlich, dafür sorgt auch die Rahmenhandlung, die sich mit der Geburt von Zavalas erstem Kind mit seiner großen Liebe Gabby (Natalie Martinez) und Taylors Beziehung zu Janet (Anna Kendrick) beschäftigt. Auch die kleineren Nebenfiguren sind mit u.a. America Ferrera ("Ugly Betty"), Cody Horn ("Magic Mike") und David Harbour ("James Bond 007: Ein Quantum Trost") gut besetzt.

Während einem die Figuren langsam ans Herz wachsen, wird schnell deutlich, dass "End of Watch" nicht gut ausgehen kann. Zu grausam sind die Verbrechen auf den Straßen von South Central L.A., zu brutal das, was die Polizisten Tag für Tag erleben, zu grausam ihre Gegenspieler. Und so steuert das knallharte Buddy-Movie auf ein blutiges und gleichzeitig überraschendes Finale zu, das in seiner letzten Konsequenz fast schon zu Tränen rührt.

"End of Watch" begeistert mit seiner Unmittelbarkeit und den glaubwürdigen Schauspielern. Die Szenen, in denen die Gewalt dargestellt wird, graben sich tief in die Magengegend – anders als in den üblichen Krawall-Actionfilmen wirkt hier alles bedrückend real. Mit "End of Watch" hat Regisseur David Ayer einen außergewöhnlich guten Beitrag zum Polizistenfilm-Genre beigesteuert: ehrlich, erschütternd, ergreifend.

End of Watch

Drama/Thriller, USA 2012

Regie: David Ayer

Darsteller u.a.: Jake Gyllenhaal, Michael Peña, Anna Kendrick

Verleih: Tobis Film

VÖ: 11. April 2013

endofwatch.de

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