Freundschaft pflegen
Nostalgische Erinnerungen oder neue gemeinsame Erlebnisse können eine alte Freundschaft wiederbeleben. | Foto: Bewakoof.com Official/Unsplash
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19. Dez 2018

Marie Illner

Freundschaft

Freundschaft pflegen

Mit diesen fünf Tipps klappt's!

Keine Küchenpsychologie: Ehrlichkeit hilft

Wenn wir mal ganz ehrlich zu uns selbst sind: Freundschaften zu pflegen ist eine Frage der Prioritätensetzung. Sei die To-Do-Liste noch so lang, der Uni-Stress noch so groß: Wenn ihr euch nicht meldet, bekommen eure Freunde zu Recht den Eindruck, dass sie eben auf der Prioritätenliste unter "Pfand wegbringen" und "Vorlesung 13 wiederholen" stehen. Soll das verbesserte Pflegen einer Freundschaft einer eurer Jahresvorsätze für 2019 sein, dann müsst ihr zu Beginn erstmal ehrlich zu Euch selbst sein: Ist die Freundschaft nur unglücklicherweise auf der To-Do-Liste so weit abgestürzt und stand euch der Kopf wirklich woanders oder habt ihr euch vielleicht einfach auseinandergelebt? Passiert! Wenn ihr die Chancen der Freundschaft ausgelotet habt und für euch sagt: "Ich will von meiner Seite an der Freundschaft arbeiten", dann steht als nächstes die Ehrlichkeit gegenüber eurem Freund oder eurer Freundin an. Heißt konkret: Ansprechen, dass euch die Kontaktform oder -häufigkeit in der Beziehung aktuell stört, von eurer Seite aus schildern woran es liegt und Besserung geloben.

Bevor es nun an die konkreten Tipps geht, sei noch Folgendes vorausgeschickt: Freundschaften sind ein Geben und Nehmen, und in aller Regel sollte das ausgewogen sein. Manchmal ist gerade aber eure Investition in die Beziehung deutlicher gefragt. Manchmal gilt deshalb einfach: Erwartungen runter, Eigeninitiative rauf. Generell macht es wenig Sinn, sich einen Handywecker á la "mich bei Lisa melden" zu stellen. An gute und wichtige Freunde denkt man, ohne daran erinnert werden zu müssen. Bevor jetzt aber jemand die Beschwerde "Hobbypsychologe" einreicht, geht’s los mit den Tipps:

Freundschaft pflegen heißt nicht unbedingt Treffen

Natürlich: Es ist prinzipiell immer am schönsten, sich persönlich zu sehen. Bei einem Treffen kann man den anderen umarmen, sich in die Augen gucken und gemeinsam etwas erleben. Aber ein Treffen hat eben auch die höchsten Hürden: Zeit am gleichen Tag, sich auf einen Ort einigen...ihr kennt das. Daraus folgt: Freundschaften zu pflegen muss nicht immer Treffen bedeuten. Es gibt dutzende Möglichkeiten, dem anderen zu zeigen: "Ich denk an dich, selbst wenn ich im Stress bin." Wie wäre es damit, das Foto eines besonders schönen Momentes als Postkarte an eure Freundin oder euren Freund zu verschicken? Oder eurem Freund einen Schlüsselanhänger in den Briefkasten zu werfen? Kontakthalten kann auch heißen: Telefonieren, Skypen, Chatten. Freundschaft pflegen kann aussehen wie ein Blumenstrauß vor der Tür oder ein Glücksbringer vor der Klausur, wie selbstgebackene Kekse im Weihnachtspäkchen oder ein "Wie geht’s dir eigentlich?"-Anruf ohne besonderen Anlass.


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Ihr müsst auf Spurensuche gehen...

Wenn es aber doch in erster Linie ein Treffen sein soll, müsst ihr zunächst auf Spurensuche gehen. Was hat euch die letzten Male von einem Treffen abgehalten? Denn darin könnte der Schlüssel liegen. Hier einige Klassiker:

Hieß es das letzte Mal: "Ich bin echt total müde...", dann sucht euch von vornherein Aktivitäten aus, die eher für Entspannung sorgen. Dass ihr nach einem langen Uni- oder Arbeitstag vielleicht wirklich für eine gemeinsame Gym-Session zu geschafft seid, ist logisch. Warum nicht also ein gemütlicher Filmabend, ein Besuch in einer Salzgrotte, bei einer Massage oder in der heimischen Küche? 

Lautete der Grund, aus dem euer Treffen geplatzt ist, eher "Lass uns das vielleicht lieber nächste Woche machen"? Dann verabredet euch doch lieber für Dinge, die einmalig stattfinden oder für die ihr sogar im Vorfeld Geld ausgegeben habt. Sprich: Kinokarten schon mal reservieren und bezahlen, Konzertkarten kaufen oder einmaligen Flohmarkt besuchen.

Wenn ihr hingegen der Absagetyp "Boah, das Wetter ist dafür echt zu schlecht!" seid, dann verabredet euch nicht für eine Fahrradtour, die nur bei Sonnenschein Spaß macht, sondern eher für den Kinobesuch, fürs Eislaufen oder Shoppen.

Es kann natürlich auch sein, dass der Uni-Stress euch dazu bewegt hat, zu schreiben "Ich hab noch sooo viel zu tun...". Hier heißt es: Entweder noch einmal die eigenen Prioritäten überprüfen, oder einen gemeinsamen Lern-Nachmittag veranstalten. Auch der kann nett sein, wenn man zum Beispiel als Belohnung beim Lieferservice bestellt. Freunde lassen sich auch mit To-Do-Listen kombinieren! Bevor man sich also gar nicht sieht, lieber zusammen Unibücher wegbringen, einkaufen oder aufräumen. Vergessen solltet ihr nicht, dass es keinen Sinn macht, Verabredungen zuzusagen, bei denen in eurem Hinterkopf schon irgendeine Stimme Zweifel a lá "Da musst du dich aber echt abhetzen" oder "Da hast du doch gar keine Lust drauf" anmeldet.


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Rituale entwickeln oder Überraschungseffekt?

Jede Freundschaft ist individuell, deshalb hängt das Pflegen dieser zum großen Teil davon ab, was für Typen ihr seid. Bei manchen Freunden käme es sicherlich total gut an, einfach als "Überraschungsgast" mit einer Flasche Rotwein und einem lustigen Spiel vor der Haustür zu stehen, andere würden sich davon eher überrumpelt fühlen. Genauso kann für manche Freundschaften das Kontakthalten mit Ritualen leichter fallen: Das heißt montags ist Mädelsabend, nach dem Sport geht‘s immer noch in die Eckkneipe oder jeden Donnerstag wird gemeinsam gemenst. Wieder anderen Freundschaftsbeziehungen tut es gut, zunächst häufiger in größeren Gruppen etwas zu machen, weil dann das Druckgefühl nicht so groß ist – nur ausprobieren hilft.

Warum seid ihr eigentlich befreundet?

Die Frage klingt banal, aber wenn man sich klar macht, warum man sich eigentlich irgendwann mal angefreundet hat, kann das oft der Ausgangspunkt dafür sein, eine Freundschaft wiederzubeleben und weiterzupflegen. Hier hilft alles, was nostalgisch ist: alte Fotos angucken und in Erinnerungen schwelgen. Schickt eurem Freund doch einfach mal eine Whatsapp-Nachricht mit einem tollen Fotomoment rüber und fragt: "Erinnerst du dich auch noch, wie schön das war?". Auch Komplimente-Verteilen ist angebracht: "Ich wollte dir nur mal eben sagen...", ja, was eigentlich? "Warum ich mit dir befreundet bin!" Die Antwort darauf, die hat kein Text bei UNICUM.de, sondern nur ihr selbst.

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