Alkoholkonsum im Studium: Zwischen Trinkkultur und Gruppendruck

Warum im Studium oft mehr getrunken wird, wie Alkohol Lernen und Wohlbefinden beeinflusst und warum bewusster Konsum wichtiger ist als Verzicht.

Foto: DragonImages/gettyimages

Maria Knaus Maria Knaus, 29.01.2026  |  Lesedauer: 3 Minuten

Alkohol als Teil der Studi-Kultur?

Ersti-Partys, Kneipenabende, WG-Feiern – Alkohol ist im Studium fast überall dabei und dient oft als soziales Bindemittel. Man gehört dazu, wenn man mittrinkt. Oder zumindest fühlt es sich so an.

Gen Z lebt lieber, statt zu trinken

Die Gen Z trinkt so viel weniger als ihre Vorgängergenerationen (laut Statista). dass der Umsatz in der Alkoholindustrie drastisch gefallen ist.

Babyboomer: 25 Milliarden Dollar pro Jahr

Gen X: 23,1 Milliarden Dollar pro Jahr

Millennials: 23,3 Milliarden Dollar pro Jahr

Gen Z: 3,1 Milliarden Dollar pro Jahr

Warum im Studium oft mehr getrunken wird

Neue Stadt, neue Leute, vielleicht die erste eigene Wohnung oder WG. Plötzlich ist da eine Freiheit, die es vorher nicht gab. Niemand sagt dir, wann du zuhause sein sollst oder dass du nicht komplett betrunken nach Hause kommen sollst. Mit dieser Freiheit kommen aber auch Stress, Leistungsdruck und manchmal Einsamkeit. Wie oft landet man dann nach der Uni mit Kommiliton:innen, Mitbewohner:innen oder Leuten aus dem Wohnheim noch „auf ein Getränk“. Und na ja, es machen ja alle so. Also kann es doch nicht so schlimm sein. Oder?

Was Alkohol kurzfristig bringt und langfristig kostet

 

Kurzfristig:

  • Entspannung
  • leichteres Abschalten
  • soziale Hemmungen fallen

Langfristig:

  • schlechter Schlaf → schlechtere Konzentration
  • mehr Stress statt weniger
  • Gewöhnung & steigender Konsum
  • Einfluss auf Motivation, Lernen & mentale Gesundheit

Alkohol & Lernen: kein Dream-Team

Ein Bier oder ein Aperoli als „Belohnung“ nach dem Lernen? Klingt harmlos, ist aber ein Muster, das man im Blick behalten sollte. Denn die Idee, dass Alkohol beim Runterkommen hilft, stimmt so nicht. Im Gegenteil: Leber und Herz arbeiten auf Hochtouren, um den Alkohol wieder abzubauen. Klar, ab und zu ist das kein Problem. Kritisch wird es, wenn Trinken zur festen Routine wird, besonders in stressigen Lernphasen.

Der Druck mitzutrinken

 „Ach komm, nur eins!“ und plötzlich bist du der Spielverderber. Dabei darfst du deine Grenzen setzen. Punkt. Manche verstehen leider nicht, dass man einfach keinen Bock hat zu trinken. Wenn dir eine Notlüge hilft, ist das völlig okay: Du hast eine Ibu genommen, musst noch Auto fahren oder hast dich vom letzten Kater noch nicht erholt. Wir kennen alle diese eine Person, die nicht locker lässt, bis du ihre Mische getrunken hast

Bewusst statt komplett verzichten

Es geht nicht um Verbote, sondern um bewusste Entscheidungen. Natürlich kannst du ab und zu trinken. Aber wenn du jede Woche nur auf das Wochenende wartest, um Alkohol zu trinken, lohnt es sich, kurz innezuhalten: Warum eigentlich? Das Studium ist eine Phase, in der sich viele Gewohnheiten fürs Leben entwickeln – Alkohol sollte keine davon werden. Nicht jede gute Erinnerung braucht Alkohol. Aber jede braucht Energie, Gesundheit und einen klaren Kopf.

Profilbild von Maria Knaus

Maria Knaus

UNICUM-Autor/-in seit 2025

Vielleicht gehört Alkohol zum Studium. Vielleicht aber auch einfach die Entscheidung, wann – und ob – man ihn wirklich braucht. Während sich Menschen, die nicht trinken, oft erklären müssen, bleibt übermäßiger Alkoholkonsum meist unhinterfragt. Genau darüber lohnt es sich, im Studium einmal ehrlich nachzudenken.

Zum Profil

Artikel-Bewertung:

Anzahl Bewertungen: 1