Studium 2026: Warum plötzlich weniger Konkurrenz herrscht

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Studium 2026: Warum plötzlich weniger Konkurrenz herrscht
2026 wird für viele Studieninteressierte ein ziemlich ungewöhnliches Jahr und das liegt nicht an neuen Studiengängen oder Reformen an den Unis, sondern am Schulsystem. Genauer gesagt: am Wechsel von G8 zurück zu G9.
Ein Jahrgang fehlt und das hat Folgen
In Nordrhein-Westfalen fällt 2026 ein Großteil eines kompletten Abiturjahrgangs weg. Der Grund: Der letzte Jahrgang mit acht Schuljahren (G8) hat bereits 2025 sein Abi gemacht, während der erste reguläre G9-Jahrgang erst 2027 folgt. Dazwischen entsteht eine Lücke. Die Zahlen zeigen, wie stark sich das auswirkt: Statt der üblichen rund 70.000 Abiturientinnen und Abiturienten werden 2026 nur etwa 30.000 erwartet.
Ganz ohne Bewerber:innen bleibt das Jahr zwar nicht, etwa durch Gesamtschulen oder Berufskollegs. Trotzdem ist der Unterschied enorm.
Weniger Bewerber = bessere Chancen?
Für angehende Studierende könnte das Ganze ein Vorteil sein. Viele Universitäten rechnen mit deutlich weniger Bewerbungen, teilweise sogar mit einem Rückgang um bis zu 50 Prozent in einzelnen Studiengängen.
Was heißt das konkret?
- Zulassungsbeschränkungen (NC) könnten sinken
- Einige Studiengänge könnten leichter zugänglich sein
- Die Konkurrenz insgesamt nimmt ab
Aber: Das gilt nicht automatisch für alle Fächer. Besonders beliebte Studiengänge wie Medizin oder Psychologie bleiben wahrscheinlich weiterhin stark gefragt.
Unis müssen umdenken
Auch für Hochschulen ist die Situation neu. Sie rechnen landesweit mit rund 19 Prozent weniger Erstsemestern.
Viele Unis versuchen, die Lücke abzufedern. Große Standorte hoffen zum Beispiel auf mehr Bewerbungen aus anderen Bundesländern oder von internationalen Studierenden. Kleinere Hochschulen könnten dagegen stärker betroffen sein.
Wichtig: Die meisten Universitäten planen keine Kürzung der Studienplätze. Das bedeutet, dass weniger Bewerber auf gleich viele Plätze treffen, ein klarer Vorteil für Studieninteressierte.
Nicht nur Unis betroffen
Die Auswirkungen gehen aber über Hochschulen hinaus. Auch Unternehmen, Ausbildungsbetriebe und sogar Behörden spüren den Bewerberrückgang.
Weniger Abiturient:innen heißt nämlich auch:
- weniger Bewerbungen für Ausbildungsplätze
- größere Konkurrenz um Nachwuchs
- teilweise unbesetzte Stellen
Der sogenannte „G9-Effekt“ betrifft also den gesamten Bildungs- und Arbeitsmarkt.
Ein einmaliger Effekt
Die gute Nachricht: Das Ganze ist nur vorübergehend. Schon 2027 wird sich die Situation wieder normalisieren, dann kommt der erste vollständige G9-Jahrgang und die Abiturzahlen steigen wieder deutlich an.
2026 bleibt damit ein Ausnahmejahr, mit besonderen Chancen für alle, die genau dann mit dem Studium starten wollen.
Der Wechsel zurück zu G9 sorgt 2026 für eine seltene Situation: deutlich weniger Abiturient:innen und damit weniger Konkurrenz an den Unis. Für Studieninteressierte kann das die Chance sein, einfacher in Wunschstudiengänge zu kommen.
Gleichzeitig stellt der „fehlende Jahrgang“ Hochschulen und Unternehmen vor echte Herausforderungen. Spätestens 2027 dürfte sich das System aber wieder einpendeln.
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