Studium 2026: Warum plötzlich weniger Konkurrenz herrscht

Ein Dozent steht vorne in einem großen Hörsaal und spricht zu den Studierenden. Der Raum ist größtenteils leer, nur drei Personen sitzen in den vorderen Reihen. Eine Person arbeitet an einem Laptop, eine schreibt Notizen auf Papier, und die dritte hört aufmerksam zu. Der Dozent ist von hinten bzw. seitlich zu sehen und gestikuliert mit der Hand, während er erklärt. Große Fenster an der Seite lassen viel Tageslicht herein, und die zahlreichen leeren Sitzreihen betonen die geringe Anwesenheit im Raum.

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Maria Knaus Maria Knaus, 28.04.2026  |  Lesedauer: 3 Minuten

Studium 2026: Warum plötzlich weniger Konkurrenz herrscht

2026 wird für viele Studieninteressierte ein ziemlich ungewöhnliches Jahr und das liegt nicht an neuen Studiengängen oder Reformen an den Unis, sondern am Schulsystem. Genauer gesagt: am Wechsel von G8 zurück zu G9.

Ein Jahrgang fehlt und das hat Folgen

In Nordrhein-Westfalen fällt 2026 ein Großteil eines kompletten Abiturjahrgangs weg. Der Grund: Der letzte Jahrgang mit acht Schuljahren (G8) hat bereits 2025 sein Abi gemacht, während der erste reguläre G9-Jahrgang erst 2027 folgt. Dazwischen entsteht eine Lücke. Die Zahlen zeigen, wie stark sich das auswirkt: Statt der üblichen rund 70.000 Abiturientinnen und Abiturienten werden 2026 nur etwa 30.000 erwartet.

Ganz ohne Bewerber:innen bleibt das Jahr zwar nicht, etwa durch Gesamtschulen oder Berufskollegs. Trotzdem ist der Unterschied enorm.

Weniger Bewerber = bessere Chancen?

Für angehende Studierende könnte das Ganze ein Vorteil sein. Viele Universitäten rechnen mit deutlich weniger Bewerbungen, teilweise sogar mit einem Rückgang um bis zu 50 Prozent in einzelnen Studiengängen. 

Was heißt das konkret?

  • Zulassungsbeschränkungen (NC) könnten sinken
  • Einige Studiengänge könnten leichter zugänglich sein
  • Die Konkurrenz insgesamt nimmt ab

Aber: Das gilt nicht automatisch für alle Fächer. Besonders beliebte Studiengänge wie Medizin oder Psychologie bleiben wahrscheinlich weiterhin stark gefragt.

Unis müssen umdenken

Auch für Hochschulen ist die Situation neu. Sie rechnen landesweit mit rund 19 Prozent weniger Erstsemestern.

Viele Unis versuchen, die Lücke abzufedern. Große Standorte hoffen zum Beispiel auf mehr Bewerbungen aus anderen Bundesländern oder von internationalen Studierenden. Kleinere Hochschulen könnten dagegen stärker betroffen sein.

Wichtig: Die meisten Universitäten planen keine Kürzung der Studienplätze. Das bedeutet, dass weniger Bewerber auf gleich viele Plätze treffen, ein klarer Vorteil für Studieninteressierte.

Nicht nur Unis betroffen

Die Auswirkungen gehen aber über Hochschulen hinaus. Auch Unternehmen, Ausbildungsbetriebe und sogar Behörden spüren den Bewerberrückgang. 

Weniger Abiturient:innen heißt nämlich auch:

  • weniger Bewerbungen für Ausbildungsplätze
  • größere Konkurrenz um Nachwuchs
  • teilweise unbesetzte Stellen

Der sogenannte „G9-Effekt“ betrifft also den gesamten Bildungs- und Arbeitsmarkt.

Ein einmaliger Effekt

Die gute Nachricht: Das Ganze ist nur vorübergehend. Schon 2027 wird sich die Situation wieder normalisieren, dann kommt der erste vollständige G9-Jahrgang und die Abiturzahlen steigen wieder deutlich an. 

2026 bleibt damit ein Ausnahmejahr, mit besonderen Chancen für alle, die genau dann mit dem Studium starten wollen.

Der Wechsel zurück zu G9 sorgt 2026 für eine seltene Situation: deutlich weniger Abiturient:innen und damit weniger Konkurrenz an den Unis. Für Studieninteressierte kann das die Chance sein, einfacher in Wunschstudiengänge zu kommen.

Gleichzeitig stellt der „fehlende Jahrgang“ Hochschulen und Unternehmen vor echte Herausforderungen. Spätestens 2027 dürfte sich das System aber wieder einpendeln.

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Maria Knaus

UNICUM-Autor/-in seit 2025

Während in Nordrhein-Westfalen ein kompletter Abiturjahrgang fehlt, öffnet sich für viele Studieninteressierte ein seltenes Zeitfenster: weniger Konkurrenz, mehr Möglichkeiten, vielleicht sogar der Weg in den Wunschstudiengang. Wer jetzt startet, profitiert nicht nur von besseren Chancen, sondern auch davon, mutig Entscheidungen zu treffen, die sonst vielleicht aufgeschoben worden wären. Dieses Ausnahmejahr kommt nicht wieder, aber genau deshalb lohnt es sich, es bewusst zu nutzen.

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