Lernmethoden gruppe Studierender
Gezielte Lernmethoden helfen dir, effektiver zu lernen. | Foto: SolisImages / Getty Images
Autor

25. Mai 2022

Lina Krauß

Lerntipps

8 Lernmethoden für eine erfolgreiche Prüfungsphase

Lernmethoden: effektives Lernen

Vor allem in der Prüfungs- und Klausurenphase häufen sich viele schriftliche und mündliche Prüfungen in einer kurzen Zeit. Verschiedene Lernmethoden helfen dir, da nicht den Überblick zu verlieren. Ohne Struktur ist Lernen nämlich häufig eher ineffektiv. Mit Lerntechniken kannst du Wissen nachhaltig verinnerlichen, deine Gehirnleistung steigern und dein Kurzzeitgedächtnis trainieren. Hier erfährst du, welche Lernmethoden es gibt und welche Tipps du sonst noch für eine erfolgreiche Prüfungsphase beachten kannst.


Inhaltsverzeichnis:

  1. Definition
  2. Planung
  3. Visualisieren
  4. SQR3-Methode
  5. Karteikarten
  6. Zusammenfassungen
  7. Mindmaps
  8. Laut reden
  9. Altklausuren
  10. Mnemotechniken
  11. Tipps
  12. FAQ
  13. Überblick

Definition: Lernmethoden

Lernmethoden sind Maßnahmen, um den Lernprozess zu strukturieren und zu optimieren. Es gibt viele verschiedene Lernmethoden. Manche sind eher visuell, andere auditiv. Wenn du beim Lernen verschiedene Sinne ansprichst, kann dein Gehirn das Wissen besser aufnehmen. Aber nicht jede /-r lernt gleich und nicht jede Lernmethode passt zu jedem Fach. Du solltest dir vor deiner Prüfungsphase also genau überlegen, welche Lernmethoden zu dir und deinem Lernstoff passen könnten. Du kannst dabei auch verschiedene Lernmethoden kombinieren.

Die Planung deiner Prüfungsphase

Nimm dir Zeit, deine Prüfungsphase zu planen. Dann kannst du die richtigen Lernmethoden auswählen, die zu dir passen. Dazu gehört, ein Lernziel festzulegen und einen Lernplan aufzustellen. Daran kannst du dich orientieren und sicherstellen, dass du kein Themengebiet vergisst. Deine Lernzeiten sind fest eingeteilt und das Gute ist: Auch Zeit für Pausen wird von vornherein eingeplant. Mache dir zunächst Gedanken zu deinem Ziel, der Zeit, die dir zur Verfügung steht und welche Prioritäten du setzen möchtest.

  1. Das Ziel: Lernst du eher für den kurzfristigen Erfolg? Oder möchtest du das Wissen langfristig verinnerlichen?
  2. Die Zeit: Wie viel Zeit hast du pro Tag, pro Woche oder pro Monat, um zu lernen? 
  3. Prioritäten: Welche Prüfungen sind die Wichtigsten? Welche Inhalte musst du zuerst können, welche haben noch etwas Zeit?

Teile die Themengebiete deines Lernstoffs in sinnvolle Abschnitte ein. Weise dann jedem Abschnitt einen Zeitpunkt zu, an dem du ihn lernen möchtest. Du kannst dann auch schon festlegen, welche Lernmethoden du verwenden möchtest. Vergiss nicht, auch Zeit für Wiederholungen einzuplanen. Während der Lernphase kannst du den Lernplan immer wieder zur Hand nehmen und checken, ob du im Zeitplan bist.


Lernmethiden Gruppe mit drei Studierenden


1. Lernen durch Visualiseren

Komplexe Inhalte werden leichter verständlich, wenn du sie in bildlicher oder graphischer Form aufs Papier bringst. Suche dir zentrale Aspekte des Themas heraus und überlege, wie du sie miteinander in Verbindung bringen kannst. Hab den Mut, Unwichtiges zu streichen und nur die Kernbotschaften in deine Visualisierung aufzunehmen. Das Wichtigste soll sofort auffallen. Nutze dazu kurze Sätze, Farben oder gefettete und kursive Hervorhebungen. Eine Visualisierung kann ein Bild sein, aber auch eine Tabelle, ein Stammbaum, ein Diagramm oder eine Landkarte.

2. Effektiv lesen mit der SQR3-Methode

SQR3 steht für Survey, Question, Read, Recite und Review. Das ist eine Lernmethode, mit der du schnell und effektiv komplexe wissenschaftliche Texte lesen kannst.

  1. Survey: Verschaffe dir einen Überblick. Schaue dir das Inhaltsverzeichnis an und überfliege den Text. Worum geht es?
  2. Question: Überlege dir Fragen, die du an den Text hast. Diese Fragen sollten beim Lesen des Textes geklärt werden.
  3. Read: Nun wird gelesen. Lies dabei aufmerksam und unterstreiche wichtige Begriffe und Informationen.
  4. Recite: Gehe den Text noch mal durch und fasse jeden Abschnitt kurz zusammen.
  5. Review: Jetzt solltest du selbst wiedergeben können, worum es in dem Text genau geht.

3. Lernen mit Karteikarten

Du kennst es vom Vokabeln lernen: Auf Karteikarten ist nicht so viel Platz, wie auf einem großen Blatt Papier. Deshalb bist du gezwungen, die Lerninhalte kurz und knapp zusammenzufassen und nur die wichtigsten Informationen aufzuschreiben. Du kannst eine Karteikarte pro Themenbereich verwenden. So hast du den Lernstoff geordnet und kannst ihn Stück für Stück wiederholen.

Karteikarten eignen sich auch gut zum Lernen von Fachbegriffen und natürlich zum Vokabeltraining. Du kannst auf die Vorderseite ein Wort schreiben und auf die Rückseite die Erklärung. Das ist eine Möglichkeit, um dich selbst abzufragen und außerdem eine gute Gedächtnistraining Übung.

4. Zusammenfassungen schreiben

Folien und Skripte von Professoren /-innen oder wissenschaftliche Texte enthalten häufig viele zusätzliche Informationen, die du nicht unbedingt für eine Prüfung können musst. Schreibe dir deine eigenen Zusammenfassungen. So hast du die wichtigsten Inhalte auf einen Blick. Du kannst mehrere Texte zusammenfassen, zusätzliche Informationen recherchieren und den Lernstoff in deinen eigenen Worten aufschreiben.

5. Lernen mit Mindmaps

Häufig werden Mindmaps zum Brainstorming verwendet. In der Mitte steht ein allgemeiner Begriff und jede /-r kann dazu passende Themen als Zweige dazu aufschreiben. Bei Mindmaps gilt immer: vom Allgemeinen zum Speziellen. Du kannst Mind-Maps auch als Lernmethode nutzen. Schreibe das Thema in die Mitte und an die verschiedenen Äste dann die Unterthemen. Davon kannst du dann wieder Äste abzweigen lassen. Vielleicht schaffst du es, den Inhalt so zu komprimieren, dass du nur ein Wort pro Ast aufschreibst. Du kannst die Mindmap immer wieder durchlesen und dich selbst prüfen, ob dir die Hintergrundinformationen zu den Begriffen einfallen.

6. Das Gelernte laut aussprechen

Um zu überprüfen, ob du die Themen verstanden hast, kannst du dir das Gelernte selbst vorsprechen und erklären. Dein Gehirn wird so noch mehr gefordert, weil du das Wissen ausformulieren musst. Außerdem hörst du dir selber zu. Es werden mehrere Sinne angesprochen. Mit sich selbst zu reden, kann aber auch komisch sein. Frag Freunde /-innen, Kommilitonen /-innen oder deine Familie, ob sie bereit sind, dir zuzuhören.

7. Üben mit alten Klausuren

Dir geht es wie vielen Studenten /-innen und du bist vor Prüfungen sehr aufgeregt? Dann versuche doch mal, eine Prüfungssituation zu simulieren. Vielleicht hast du die Möglichkeit, an alte Klausuren zu kommen und damit zu üben. Nimm dir wirklich genau die Zeit, die du auch in der echten Prüfung zur Verfügung hast, setze dich konzentriert ohne Ablenkung hin und löse die Aufgaben.

Altklausuren können generell helfen, zu testen, was du schon kannst und was noch nicht. Du siehst schon, welche Aufgabentypen drankommen könnten. Aber verlasse dich nicht darauf, dass ein /-e Professor /-in genau dieselbe Klausur auch bei dir verwendet.

Lernen mit Mnemotechniken

Mnemotechniken sind Techniken, mit denen du dir Wissen besser merken kannst. Sie basieren auf dem Prinzip der Assoziation. Du hängst einen "Anker" an eine Information und kannst sie dir so später besser wieder ins Gedächtnis rufen. Die einfachste Form der Mnemotechniken sind Eselsbrücken. Dann gibt es noch die LOCI-Methode, den Gedächtnispalast und das Zahlen-Symbol-System.


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Tipps für effektives Lernen

Ein Lernplan und Lernmethoden sind gute Voraussetzungen für effektives Lernen. Wir haben dir noch weitere Tipps zusammengestellt, die du in deiner nächsten Prüfungsphase beachten kannst.

  1. Eine ruhige Lernumgebung: Entferne alle Dinge, die dich stören könnten. Dazu gehören das Handy, Musik oder das E-Mail-Programm am Computer.
  2. Genügend Schlaf: Nur wenn du ausgeschlafen bist, hast du genug Energie zum Lernen. Du wirst merken, dass du dich besser konzentrieren kannst.
  3. Früh genug anfangen: Nur selten ist es effektiv, auf den letzten Drücker zu lernen. Fang früh genug an, dann gerätst du nicht in Stress.
  4. In der Gruppe lernen: Manchmal kann es hilfreich sein, mit anderen zusammen zu lernen. Das motiviert und ihr könnt euch gegenseitig helfen, wenn ihr etwas nicht versteht.
  5. Regelmäßige Wiederholungen: Üben, üben, üben – nur wenn du den Stoff regelmäßig wiederholst, wirst du ihn später ohne Probleme abrufen können.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Was gibt es für Lernmethoden?

Es gibt viele verschiedene Lernmethoden. Manche sind visuell, andere auditiv. Beispiele für Lernmethoden sind Visualisieren, Karteikarten, die SQR3-Methode, Zusammenfassungen, Mnemotechniken, Altklausuren oder laut reden.

Welche Lernmethode für mich?

Welche Lernmethode für dich die richtige ist, ist davon abhängig, wie du am besten lernen kannst. Kannst du dir Wissen besser merken, wenn du es liest? Ist Hören für dich die bessere Variante? Oder lernst du am besten ganz kreativ? Auch der Lernstoff bestimmt, welche Lernmethode sich gut eignet.

Wie lerne ich am effizientesten?

Ein Lernplan und Lernmethoden können dir helfen, den Lernprozess zu strukturieren. Wenn du mit einer gewissen Ordnung Thema für Thema durchgehst, schaffst du alle Lerninhalte und kannst das Wissen nachhaltig verinnerlichen.

Überblick: Alles, was du zu Lernmethoden wissen musst

  • Lernmethoden können auditiv oder visuell sein.
  • Mit Lernmethoden kannst du deinen Lernprozess strukturieren und optimieren.
  • Mit einem Lernplan legst du fest, wann du was mit welcher Methode lernst.
  • Die acht besten Lernmethoden sind: Visualisieren, die SQR3-Methode, Karteikarten, Zusammenfassungen, Mind-Maps, laut reden, Altklausuren und Mnemotechniken.
  • Eine ruhige Lernumgebung, Schlaf, in der Gruppe lernen und Wiederholungen können das Lernen positiv beeinflussen. Außerdem solltest du rechtzeitig mit dem Lernen beginnen und ausreichend Zeit einplanen.

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