Nachhilfe für Studierende
Nachhilfelehrer können dir helfen den Lernstoff besser zu verstehen. | Foto: Jacob Ammentorp Lund/Getty Images
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09. Okt 2019

Hannah Essing

Lerntipps

Nachhilfe für Studierende: Das musst du wissen!

Brauchst du Nachhilfe?

Nicht zuletzt aus finanzieller Sicht stellt sich bei Nachhilfe die Frage, ob sie sich eigentlich auch an der Uni noch lohnt. Gute Nachhilfe kann natürlich auch einiges kosten, das ist aber abhängig davon, wo du diese bekommst. Neben privaten Anbietern gibt es auch viele Unternehmen, die sich auf Nachhilfe spezialisiert haben. Diese sind entweder vor Ort und du kannst ganz einfach hingehen und dich informieren, oder es gibt sie auf verschiedenen Internetplattformen und du kannst die Nachhilfe über Videochats ganz einfach von überall aus in Anspruch nehmen.

Tatsächlich ist es ganz normal, dass auch Studierende sich Nachhilfe holen, meint auch Justus. Er ist Teil der Fachschaft für klassische Philologie an seiner Uni und hilft dort unter anderem Studierenden dabei, die richtige Nachhilfe zu finden: "Unser Job als Studierende ist es, sich Wissen anzueignen und Nachhilfe ist auch nur eine Form der Wissensaneignung, deshalb ist das gar kein Grund, sich zu schämen", erklärt er. Wenn du merkst, dass du Probleme hast, mit dem Stoff hinterherzukommen oder einige Themenbereiche einfach nicht verstehst oder auch nur vertiefen möchtest, kann es also sinnvoll sein, Nachhilfe in Anspruch zu nehmen  ohne sich dafür schämen zu müssen.

Worauf solltest du achten?

Einen Nachhilfelehrer oder -lehrerin zu finden ist in der Regel nicht schwer. "Man kennt wen, der wen kennt, oder man kann einfach mittlerweile auf Facebook in Gruppen inserieren oder ein Gesuch ans schwarze Brett hängen, das ist dann relativ einfach", erklärt Justus. "Oder man fragt die Fachschaft, die hilft gerne weiter." Gerade wenn man einen Nachhilfelehrer oder -lehrerin an der eigenen Uni hat, ist das sehr praktisch, da man sich am einfachsten in der Bib oder einem anderen Ort an der Uni treffen kann und nicht erst organisieren muss, wer letztendlich zu wem fährt.

Neben der Organisation sollte man aber auch bei der Nachhilfe ein paar Punkte beachten. Zum Beispiel, dass man das Ganze ernst nimmt, meint Justus. "Gerade in Latein, aber sicher auch in anderen Fächern, sollte man nicht meinen, dass einmal die Woche Nachhilfe regelmäßiges Lernen ersetzen kann. Besonders Latein ist ein Fleißfach, in dem man auch nebenbei noch was machen muss", erklärt er. Das gilt natürlich auch für andere Fächer: Nachhilfe sollte eine Ergänzung zum normalen Lernverhalten sein und kein Ersatz. Es ist wichtig, das Gelernte auch danach noch anzuwenden und zu wiederholen.

Die Nachhilfe selbst sollte man als gute Chance sehen, nicht nur zu lernen, was richtig oder falsch ist, sondern auch als Möglichkeit, viele Fragen zu stellen. "Man sollte schon die Erwartung an den Lehrer oder die Lehrerin haben, dass es okay ist, jede Frage zu stellen. Es gibt keine dummen Fragen  ganz im Gegenteil. Und viele Studierende trauen sich im Kurs nicht, die fragen zu stellen, deshalb ist die Nachhilfe ein guter Ort dafür", sagt Justus. "Daran erkennt man einen guten Nachhilfelehrer, er nimmt Fragen ernst und geht auf die Schwächen der Schülerinnen und Schüler ein".

Doch es geht nicht nur um Erwartungen an den Nachhilfelehrer oder die Lehrerin, sondern auch um Erwartungen an einen selbst. Wer die Nachhilfe einfach passiv an sich vorbeigehen lässt, bekommt nicht das, was wirklich gebraucht ist. "Auch der Nachhilfelehrer oder die Lehrerin ist nicht immer von Grund auf motiviert und muss sich zusammenreißen, schließlich hat er oder sie die Stunde vorher extra vorbereitet", meint Justus. "Wenn der Lehrer dann auch noch den Schüler animieren muss, weil dieser unmotiviert im Unterricht sitzt, ist das nicht gerade hilfreich. Dann ist das eine vertane Chance".


Nachhilfe für Studierende in einer Lerngruppe


Nachhilfe für Studierende: Gibt es Alternativen?

Bevor man Nachhilfe in Anspruch nimmt, kann man sich auch nach Alternativen umsehen. Eine davon wäre der eigene Nachhilfelehrer oder -lehrerin zu werden. Mithilfe von YouTube und dem Internet generell ist das kein Problem mehr. Stell dir eine Playlist aus verschiedenen Videos zusammen und schau, mit welcher Art Videos du am besten lernen kannst. Das Thema auf verschiedenen Leveln anzugehen und aus verschiedenen Perspektiven zu sehen kann dir helfen, es besser zu verstehen als nur durch das reine Büffeln auf dem Papier.

Eine weitere Alternative könnte sein, sich einer Lerngruppe anzuschließen. So besteht eine größere Chance, dass jemand eine der Fragen beantworten kann, die du vielleicht beim lernen hast – und andersherum. Den gelernten Stoff einer anderen Person verständlich zu erklären und damit direkt anzuwenden kann manchmal effektiver sein, als alles einfach nur stur zu lernen. Dabei solltest du natürlich bedenken, dass bei einer Lerngruppe trotzdem nur Studierende einander helfen. Der Vorteil einer richtigen Nachhilfestunde ist, dass du ziemlich sicher sein kannst, dass deine Fragen beantwortet werden können. "Der Vorteil an Nachhilfe ist, dass man wirklich jemanden vom Fach hat, der weiß, was richtig oder falsch ist, was man lernen sollte und was man gut lernen kann und muss," meint auch Justus.

Fazit zur Nachhilfe für Studierende

Wenn der Unistoff dich stresst und du nicht mehr so gut hinterherkommst, kann Nachhilfe also eine gute Möglichkeit sein, wieder richtig einzusteigen: entweder indem du freie Ressourcen im Internet nutzt, dich einer Lerngruppe anschließt oder ganz klassisch einen Nachhilfelehrer suchst. Dieser kann dich unterstützen und dir deine Fragen beantworten, er sollte aber kein Ersatz fürs Lernen sein, eher eine Ergänzung, um dir weiterzuhelfen. Vielen Studierenden hilft Nachhilfe weiter – das ist gar kein Grund, sich zu schämen. Wichtig ist nur, die Hilfe auch wirklich zu nutzen und auch ohne Angst jede Frage zu stellen, die du im Kurs vielleicht nicht fragen würdest.

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