Kindergeld im Studium
Bei Ausbildung oder Studium bekommst du bis zum 25. Lebensjahr Kindergeld | Foto: Hai Phung/Unsplash

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Nina Weidlich

Geld & Finanzen

Kindergeld in Studium oder Ausbildung: Hast du Anspruch auf die Zahlung?

Kindergeldanspruch: Die Basics

Einen Anspruch auf Kindergeld hat jeder Minderjährige, der noch bei seinen Eltern wohnt. Die Zahlung steht allerdings nicht dir als Kind, sondern deinen Eltern zu. Sie sind diejenigen, die das Geld von der Familienkasse erhalten und verwalten dürfen.

Auch wenn du schon volljährig bist und gerade eine Ausbildung oder ein Studium absolvierst, geht das Geld an deine Erziehungsberechtigten. Wenn du von Zuhause ausziehst, sind deine Eltern allerdings zu einer Unterhaltszahlung verpflichtet, solange du dich noch in deiner Erstausbildung befindest. Auf diesen Betrag wird das Kindergeld dann angerechnet.

Kindergeld nach der Volljährigkeit

Wenn du volljährig bist und die Schule beendet hast, läuft dein Anspruch auf Kindergeld erst einmal aus. Normalerweise erhalten deine Eltern rechtzeitig eine Benachrichtigung mit der Bitte, die Familienkasse über deine Ausbildungsplanung zu informieren. In jedem Fall hast du zwischen Schulabschluss und Studium, Ausbildung oder Freiwilligendienst maximal vier Monate Zeit, die entsprechenden Infos an die Familienkasse weiterzuleiten. In dieser Übergangszeit wird das Kindergeld ohne zusätzliche Anforderungen weitergezahlt.

Generell gilt: Solange du dich in deiner Erstausbildung befindest und unter 25 Jahre alt bist, bleibt dein Anspruch auf Kindergeld bestehen. Dabei ist es unwichtig, ob du ein Studium antrittst oder eine betriebliche Ausbildung machst. Deine Erstausbildung ist im Allgemeinen abgeschlossen, wenn dein Abschluss dich zu einer beruflichen Tätigkeit befähigt. Es gibt aber auch Ausnahmen: Der Kindergeldanspruch kann nämlich solange ausgeweitet werden, bis du dein berufliches Ziel erreicht hast. Genauere Informationen zu dieser Regelung findest du in den folgenden Abschnitten.

Die von der Familienkasse anerkannten Schulformen sind:

  • Allgemeinbildende Schule
  • Fachoberschule
  • Berufskolleg oder Berufsfachschule
  • Berufsakademie
  • Universität, Hochschule oder Fachhochschule
  • Betriebliche Ausbildung

Auch wenn du vor deinem 25. Geburtstag ein Freiwilliges Soziales Jahr, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr oder einen anderen Freiwilligendienst absolvierst, bekommst du weiterhin Kindergeld. Hierzu benötigst du als Nachweis für die Familienkasse eine Bescheinigung des jeweiligen Trägers bzw. der Organisation, bei der du den Freiwilligendienst leistest.

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Kindergeld im Studium

Wenn du dich nach der Schule für ein Studium entscheidest, wird deinen Eltern weiterhin Kindergeld ausgezahlt. Zum Nachweis deines Studiums wirst du regelmäßig dazu aufgefordert, eine Studienbescheinigung bei der Familienkasse einzureichen. Wie viele Semester du für dein Studium brauchst, ist für den Anspruch auf Kindergeld unerheblich – spätestens mit deinem 25. Geburtstag wird die Zahlung aber in jedem Fall eingestellt.

Ansonsten endet der Kindergeldanspruch in dem Monat, in dem du deine Abschlussnote von der Uni bekommst – und zwar auch dann, wenn du danach weiterhin eingeschrieben bleibst. Hast du deinen Bachelorzeugnis in der Tasche und möchtest noch einen Master anschließen, zählt dieser Teil des Studiums ebenfalls zu deiner Erstausbildung. Diese gilt nämlich erst dann als beendet, wenn du dein angestrebtes berufliches Ziel erreicht hast. Dazu musst du allerdings nachweisen, dass das Masterstudium im inhaltlichen und zeitlichen Zusammenhang mit deinem bereits absolvierten Grundstudium steht.

Auch wenn du nach dem Bachelorstudium noch eine praktische Ausbildung machen möchtest, kann diese zur Erstausbildung gezählt werden. Hier gilt aber ebenfalls: Ein inhaltlicher und zeitlicher Zusammenhang zum Studium muss gegeben sein. Eine Kombination aus akademischer und nichtakademischer Erstausbildung ist also unter bestimmten Voraussetzungen möglich, ohne dass dein Anspruch auf Kindergeld verfällt.

Sonderfall: Das duale Studium

Bei einem dualen Studium endet dein Anspruch auf die Kindergeldzahlung nicht mit Beendigung der Ausbildung, sondern – wie beim regulären Studium auch – mit Abschluss der Studienzeit.  

Kindergeld in der Ausbildung

Absolvierst du nach dem Schulabschluss eine betriebliche Ausbildung, bleibt dein Anspruch auf Kindergeld ebenfalls bestehen. Mit Antritt der Ausbildung fordert die Familienkasse von dir eine Bescheinigung über die geplante Ausbildungsdauer. Der Kindergeldanspruch für Auszubildende erlischt mit dem Ende des Schuljahres, in dem die Ausbildung abgeschlossen wird. Auch im Falle einer Ausbildung endet dein Anspruch auf Kindergeld spätestens mit deinem 25. Geburtstag.

Prinzipiell ist deine Erstausbildung mit Abschluss des Ausbildungsverhältnisses beendet. Legst du glaubhaft dar, dass du dein berufliches Ziel noch nicht erreicht hast, kann eine weiterführende Ausbildung oder ein Studium gegebenenfalls zur Erstausbildung gezählt werden. Dazu muss aber ebenfalls ein zeitlicher und inhaltlicher Zusammenhang gegeben sein.

Kindergeld ohne Studium oder Ausbildung

Du würdest gerne studieren oder eine Ausbildung machen, hast aber nach der Schule nicht sofort einen Platz bekommen? Auch dann hast du einen Anspruch darauf, weiterhin Kindergeld zu erhalten – und zwar ebenfalls bis zum 25. Lebensjahr. Es kann aber sein, dass du der Familienkasse die erhaltenen Absagen vorlegen und damit beweisen musst, dass du dich um einen Ausbildungs- bzw. Studienplatz bemühst. Eine weitere Möglichkeit ist, dich bei der Agentur für Arbeit als Ausbildungsbewerber zu melden.

Kindergeld trotz Nebenjob

Ob ein Nebenjob deinen Anspruch auf Kindergeld gefährdet, hängt davon ab, in welcher Phase deiner Ausbildung du dich gerade befindest:

Während deiner Erstausbildung (Studium, Ausbildung, etc.) kannst du so viel nebenbei arbeiten und so viel verdienen, wie du möchtest – deine Kindergeldzahlung wird dadurch nicht beeinträchtigt. Das gilt auch in den vier Monaten Übergangszeit zwischen Schule und Erstausbildung.

Aber Achtung: Diese Regelung betrifft nur das Kindergeld! Wer z.B. BAföG bekommt, darf trotzdem nicht unbegrenzt neben dem Studium jobben.

Hast du deine Erstausbildung bereits abgeschlossen und wartest gerade auf einen Masterplatz oder einen weiteren Ausbildungsplatz, darfst du lediglich einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, wenn du deinen Anspruch auf Kindergeld nicht gefährden möchtest. Das bedeutet, dass du höchstens 450 Euro im Monat verdienen und nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten darfst.

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