Student freiberuflich
Studenten können von freiberuflicher Arbeit profitieren. | Foto: Andrew Neel/Unsplash
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31. Jan 2018

Jobben

Freiberuflich arbeiten im Studium

Die wichtigsten Infos auf einen Blick

Geld verdienen und berufliche Erfahrung sammeln

Viele Studierende gehen während ihres Studiums oder in den Semesterferien arbeiten. Das hat verschiedene Gründe: Manche wollen sich ein bisschen Geld hinzuverdienen, andere suchen sich einen Nebenjob, bei dem sie berufliche Erfahrungen sammeln können. Und dann gibt es noch jene, die arbeiten gehen müssen, um sich das Studium selbst zu finanzieren. In der Regel handelt es sich dabei um Nebenjobs, denen ihr maximal 20 Stunden in der Woche für 450 Euro im Monat nachgehen könnt. Leider sind diese beruflichen Tätigkeiten nicht immer zeitlich flexibel, weshalb sie sich oftmals mit dem Stundenplan überschneiden. Eine andere Möglichkeit, neben der Uni Geld zu verdienen, ist der Schritt in die Freiberuflichkeit. 

Was bedeutet Freiberuflichkeit?

Als Freiberufler übt ihr entweder einen Katalog-, einen Tätigkeits- oder einen katalogähnlichen Beruf aus. Da für Katalogberufe sowie katalogähnliche Berufe eine entsprechende Ausbildung benötigt wird, bietet sich für euch als Studierende ein sogenannter Tätigkeitsberuf an – schließlich befindet ihr euch noch in der Ausbildung. Dabei handelt es sich um wissenschaftliche, unterrichtende, erzieherische, künstlerische oder schriftstellerische Arbeitsfelder, wie beispielsweise:

Wenn ihr nicht sicher seid, ob eure ausgeübte Arbeit in die Rubrik Tätigkeitsberufe fällt, solltet ihr euch beim Finanzamt beraten lassen.

Die ersten Schritte

1) Anmeldung beim Finanzamt

Wenn ihr euch als Freiberufler selbstständig macht, müsst ihr euch innerhalb der ersten vier Wochen beim zuständigen Finanzamt melden. Dort füllt ihr zunächst einen Fragebogen aus. Diesen findet ihr auf formulare-bfinv.de. Durch das Formular werdet ihr steuerlich erfasst.

2) Einstufung in Freiberufler oder Gewerbetreibenden

Anhand eurer Daten im Fragebogen, stuft euch das Finanzamt entweder als Freiberufler oder als Gewerbetreibenden ein.

Im Grunde genommen seid ihr bei beiden Varianten Kleinunternehmer, sofern ihr im Vorjahr nicht mehr als 17.500 Euro verdient habt und euer Umsatz im laufenden Jahr nicht mehr als 50.000 Euro beträgt. Ihr fallt dann unter die sogenannte Kleinunternehmerregelung. Um herauszufinden, ob ihr diese in Anspruch nehmen könnt, empfehlen wir euch diesen Rechner.

Wie der Name schon sagt, müsst ihr als Gewerbetreibender ein Gewerbe beim zuständigen Amt anmelden. Das bedeutet wiederum, dass ihr Gewerbesteuer zahlen müsst. Daher ist es enorm wichtig, dass ihr euren Status abklären lasst. Das Finanzamt kann euch nämlich noch sieben Jahre lang rückwirkend die Freiberuflichkeit aberkennen und euch als Gewerbetreibenden einstufen.

Was kommt steuertechnisch auf euch zu?

Als Freiberufler seid ihr umsatzsteuerpflichtig. Je nachdem, welchen Beruf ihr nachgeht, müsst ihr entweder sieben Prozent oder 19 Prozent auf euren Rechnungen ausweisen. Wie bereits erwähnt, könnt ihr aber die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und seid dann von der Umsatzsteuer befreit.

Was trotzdem gemacht werden muss, ist die Einkommenssteuererklärung – sofern ihr über dem Steuerfreibetrag von 8,820 Euro liegt. Als Freiberufler müsst ihr keine doppelte Buchführung machen, eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) reicht vollkommen aus, um den Gewinn zu ermitteln. Wenn ihr euch bei der Buchhaltung unsicher seid, dann lasst euch entweder von einem Steuerberater beraten oder nutzt eine bedienungsfreundliche Software für kleine und mittelständische Unternehmen.

Freiberuflich während des Studiums – was es sonst zu wissen gibt

Es gibt noch ein paar Dinge, auf die ihr achten müsst, wenn ihr neben eurem Studium freiberuflich tätig sein möchtet:

  1. Wenn ihr familien-, freiwillig versichert oder Mitglied der studentischen Pflegeversicherung seid, könnt ihr das auch während eurer Freiberuflichkeit bleiben. Ihr dürft allerdings nicht mehr als 20 Stunden die Woche arbeiten. Außer in den Semesterferien – da ist eine höhere Stundenzahl durchaus erlaubt.
  2. Seid ihr unter 25 Jahre alt und erhaltet noch Kindergeld für Studenten? Das ist kein Problem. Das Geld steht euch auch weiterhin zu, weil es mittlerweile keine Einkommensobergrenze für das Kindergeld mehr gibt.
  3. Seid ihr hingegen Bafög-Empfänger, dürft ihr nicht mehr als 5.400 Euro im Jahr verdienen. Alles darüber hinaus wird euch nämlich vom Bafög abgezogen. 

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