Praktikum während Studium als Student
Ein Praktikum während des Studium kann sich wirklich auszahlen. | Foto: nd3000/Getty Images
Autor

07. Jun 2022

Julian Baltruschat

Jobben

Praktikum während des Studiums: Diese Möglichkeiten hast du!

Praktikum während des Studiums: ein Muss

Zugegeben: Mit Referaten, Klausuren und Prüfungen sowie dem Nebenjob ist der Studialltag schon ziemlich voll. Und ab und an willst du sicher auch einfach mal durchatmen und frei haben. Was du dabei jedoch nicht aus dem Blick verlieren solltest ist, dass du schon während deines Studiums Berufserfahrung sammelst. Das geht besonders gut durch Praktika. Sie ermöglichen es dir, mögliche Berufe und Berufsfelder für dich auszutesten, dein praktisches Wissen zu erweitern und Kontakte in die Berufswelt zu knüpfen. Da das Studium an einer Universität zudem sehr theoretisch ausgelegt ist, sind Praktika eine gute Möglichkeit, Theorie und Praxis miteinander zu verknüpfen. Davon hast du auch im späteren Bewerbungsprozess Vorteile, denn ein Lebenslauf, der keine praktischen Erfahrungen nachweisen kann, wird meist direkt aussortiert. Praktia sind ein entschiedendes Kriterium für Personaler /-innen. Tipps für dein Praktium während des Studiums haben wir die hier zusammengestellt.


Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Pflicht- und freiwilliges Praktikum
  3. Auslandspraktikum
  4. Dauer
  5. Verdienst
  6. BAföG
  7. Vorteile
  8. Praktikum vorzeitg beenden
  9. Häufige Fragen
  10. Überblick

Definition

Bei einem Praktikum handelt es sich um eine befristete Tätigkeit, bei der es darum geht, Kenntnisse in einem bestimmten Bereich durch praktische (berufliche) Anwendung zu vertiefen oder dabei etwas gänzlich Neues zu erlernen. Damit ähnelt ein Praktikum einem Angestelltenverhältnis, allerdings hast du als Praktikant /-in in Deutschland keinen Angestelltenstatus. Folglich fallen auch die Aufgaben für Praktikanten /-innen zum Teil sehr unterschiedlich aus. Während du in manchen Unternehmen direkt voll in den Berufsalltag miteinsteigst, gilt in anderen Firmen leider immer noch das Klischee des /-r kaffekochenden Praktikanten /-in. Wie viel Vernatwortung du übertragen bekommst hängt aber nicht allein am Unternehmen, in dem du dein praktikum absolvierst, sonern auch an der Erfahrung und dem Engagement, das du selbst mitbringst.

Pflichtpraktikum vs. freiwilliges Praktikum: Was sind die Unterschiede?

Grundsätzlich muss beim Praktikum während des Studiums zwischen freiwilligen und Pflichtpraktika unterschieden werden. Wie der Name schon verrät, ist das Pflichtpraktikum fester Teil deines Studienplans und wird zu einem bestimmten Zeitpunkt innerhalb deines Studiums absolviert. Dieser Zeitpunkt variiert aber von Uni zu Uni. Generell empfiehlt es sich, dein Pflichtpraktikum nach den ersten beiden Semestern zu machen, da du zu diesem Zeitpunkt bereits einen ersten Einblick in dein Studienfach gewinnen konntest und dir dein erstes Fachwissen angeeignet hast.

Beim freiwilligen Praktikum ist die Sache hingegen anders. Hier kannst du selbst bestimmen, wann und bei welchem Arbeitgeber du gerne erste praktische Erfahrungen sammeln möchtest. Sinnvoll ist hier, das Praktikum in die vorlesungsfreie Zeit zu legen, da die meisten Praktika eine Dauer von mindestens einem Monat haben sollten.


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Praktikum während des Studiums: Ab ins Ausland?

Ein Auslandspraktikum ist, abgesehen vom notwendigen organisatorischen Aufwand, eine der besten Möglichkeiten, um dich persönlich aber auch beruflich, weiterzuentwickeln. Besonders das praktische Erlernen einer Fremdsprache verbunden mit der Selbstorganisation während deines Aufenthalts kann bei zukünftigen Bewerbungen einen großer Vorteil für dich sein. Firmen, die ihren Hauptsitz im Ausland haben, stellen bevorzugt Bewerber /-innen mit erster Auslandserfahrung ein. Und auch generell ist Auslandserfahrung ein dicker Pluspunkt im Lebenslauf. Wenn du deinen Auslandsaufenthalt dann noch mit Berufserfahrung aus einem Praktikum kombinieren kannst: umso besser.

Dauer des Praktikums im Studium

Eine feste Richtlinie zur Praktikumsdauer während des Studiums gibt es nicht. Im Durchschnitt dauern Pflichtpraktika zwei bis drei Monate. Gelegentlich werden auch Monatspraktika angeboten, aber auch Jahrespraktika sind möglich. Es empfiehlt sich, ein längeres Praktikum zu wählen, da die Eingewöhnungs- und Einarbeitungszeit in den Betrieb meistens schon einen Monat in Anspruch nimmt und danach erst das "richtige Arbeiten" losgeht. Je nach Unternehmen und Branche kann es auch sein, dass du für eine Dauer unter drei Monaten gar keinen Prakitkumsplatz bekommst.

Was verdient man im Praktikum als Student /-in?

Die Bezahlung während des Praktikums ist natürlich ein wichtiges Kriterium. Während eines Pflichtpraktikums müssen dir Unternehmen keinen Mindestlohn zahlen. Heißt: Es kann vorkommen, dass du nur geringfügig, oder komplett ohne Verdienst auskommen musst. Bei einem freiwilligen Praktikum sieht es anders aus: Dort ist der Mindestlohn, der zurzeit bei 9,82 Euro pro Stunde liegt, gesetzlich vorgeschrieben. Dieser zählt aber auch nur ab einer Praktikumslänge von mindestens drei Monaten. Fällt dein Praktikum kürzer aus, gilt diese Regelung nicht und du könntest in einen finanziellen Engpass kommen. Plane das im Vorfeld also auf jeden Fall mit ein.

BAföG und Praktikum

Grundsätzlich ist es möglich, BAföG und Praktikum zu kombinieren. Aber auch hier gibt es Unterschiede zwischen einem Pflichtpraktikum und einem freiwilligen Praktikum. Als weiterer Faktor spielt auch noch hinein, zu welchem Zeitpunkt du dein freiwilliges bzw. Pflichtpraktikum absolvierst, dies kann sich nämlich auf deine Bezüge auswirken. Grundsätzlich lässt sich festhalten: Wenn du bei deinem Praktikum, egal ob freiwillig oder Pflicht, nicht über 400 Euro im Monat verdienst, hat dies keinen großen Einfluss auf dein BAföG. Mehr Informationen zum Thema findest du auf der offiziellen Seite des BAföG-Amts.

Vorteile durchs Praktikum – Bachelorarbeit im Praktikumsbetrieb

Wie bereits erwähnt, haben Pflicht- und Auslandspraktika sowie freiwillige Praktika nicht nur persönliche Vorteile für dich bei Bewerbungen, sondern können auch Türöffner für eine zukünftige Festanstellung sein. In einigen Betrieben hast du die Möglichkeit, als Bachelorand /-in, deine Abschlussarbeit im Unternehmen zu schreiben. Das gibt dir die Chance, dich vor deinem möglichen neuen Chef für eine Anstellung zu beweisen, während du gleichzeitig noch deine große Hürde Bachelorarbeit meistern kannst.


Studium während Praktikum


Wenn es mal nicht passt – was hat das für Auswirkungen?

Natürlich kann es immer mal vorkommen, dass dir das ausgewählte Praktikum keinen Spaß macht, oder dich nicht genug fordert. Daher kannst du selbst entscheiden, ob du dein Praktikum vorzeitig beenden willst. Wichtig ist dabei, dass du dich an die Regularien in deinem Praktikumsvertrag hältst.

Im Vertag ist eigentlich immer eine einzuhaltende Kündigungsfrist verankert, nach der du dich richten musst. Diese beträgt im Regelfall vier Wochen. Auch solltest du auf keinen Fall vom einen auf den anderen Tag einfach nicht mehr kommen, sondern dein Praktikumsverhältnis offiziell kündigen. Falls du das nicht tust, kann es vorkommen, dass der Arbeitgeber dich zum Fortsetzen des Praktikums verpflichtet. Natürlich hat die Kündigung deines Pflichtpraktikums auch Auswirkungen auf dein Studium. Hier musst du damit rechnen, dass du durch den Abbruch insgesamt auch länger eingeschrieben bist, da das Praktikum ein Pflichtteil deines Studiengangs ist und du es daher noch nachholen musst.

Häufige Fragen

Wird ein Praktikum während des Studiums bezahlt?

Bei einem Pflichtpraktikum ist das Unternehmen gesetzlich nicht verpflichtet, dich überhaupt zu bezahlen und in manchen Branchen ist das leider auch üblich. Bei einem freiwilligen Praktikum hingegen muss der gesetzliche Mindestlohn gezahlt werden.

Wann ist die beste Zeit für ein Praktikum?

Während deines Studiums ein Praktikum zu absolvieren, ist eine gute Zeit für ein Praktikum, weil du da lernen kannst, dein Wissen praktisch anzuwenden. Außerdem findest du so heraus, was du beruflich machen möchtest, welcher Beruf vielleicht doch nicht das Richtige für dich ist und worauf es im Berufsalltag sonst noch ankommt.

Leider gibt est kein generelles Recht auf ein Praktikumsgehalt. Ob du bezahlt wirst oder nicht, hängt in erster Linie davon ab, ob du ein freiwilliges Praktikum oder ein Pflichtpraktikum machst, denn Ersteres muss mit dem gesetlichen Mindestlohn entlohnt werden, ein Pflichtpraktikum leider gar nicht. Aber auch das schwankt von Branche zu Branche. Studierende der Ingenieurs- oder Wirtschaftswissenschaften haben im Vergleich zu Geisteswissenschaftler /-innen größere Chancen auf ein angemessenes Praktikumsgehalt.

Im Überblick: Praktikum während des Studiums

  • Ein Praktikum ist eine der besten Möglichkeiten, um einen ersten Einblick in deinen zukünftigen Traumjob zu erhalten.
  • Ob nun Teil des Studiums oder nicht, ein Praktikum ist immer ein Stück Lebenserfahrung und hilft dir, deinen Lebenslauf zu erweitern.
  • Vielleicht ermöglicht sich bei einer guten Leistung während deiner Praktikumszeit eine spätere Übernahme in das Unternehmen.
  • Grundsätzlich kannst du mit einem Praktikum also nicht verlieren, sondern nur gewinnen!

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