Studentenwohnheim
Bis die Umzugskartons gepackt werden dürfen, kann es dauern ... | Foto: Thinkstock/nautiluz56

Wohnen

01.04.2015

Wohncontainer Plänterwald Berlin

Umgewohnt! Neue Möglichkeiten des Wohnens für Studierende

UNICUM stellt alternative...

Günstige Zimmer oder Wohnungen in Uni-Städten zu finden, wird schwieriger – die Konkurrenz ist groß, das Angebot klein. Es ist an der Zeit, umzudenken. Oder besser gesagt ... mehr »

Wohnen

04.06.2012

Wohnungssuche

Wohnungssuche: Tipps und Tricks

Vom Suchen und Finden der Wohnung am...

Steht fest, in welcher Stadt du studierst, heißt der nächste Schritt: Am Studienort eine passende Unterkunft finden. Dabei sind die Bedürfnisse völlig unterschiedlich.

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21. Okt 2016

Romina Carolin Stork

Wohnen

Krass: So lange musst du auf ein Zimmer im Wohnheim warten!

Die Zahl der Studienanfänger steigt – und auch die Höhe der Mieten

Haben nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Wintersemester 2005/2006 rund 299.839 junge Erwachsene ihr Studium in Deutschland begonnen, waren es im Wintersemester 2015/2016 schon 432.589 Erstsemester. Viele Studis ziehen für ihr Studium in eine andere Stadt und suchen nach bezahlbarem Wohnraum – doch der ist teuer und sehr begehrt.

Einer Studie vom Moses Mendelssohn Institut (MMI) in Kooperation mit dem Immobilienportal WG-Gesucht.de zufolge hat sich die Wohnsituation für Studis in 52 von 91 untersuchten Uni-Städten verschlechtert. Die durchschnittliche Miete für ein WG-Zimmer beträgt demnach rund 349 Euro – wobei München mit etwa 560 Euro die Spitze anführt, gefolgt von Frankfurt am Main mit circa 460 Euro und Hamburg mit knapp 430 Euro.

Die Wohnanlagen der Studierendenwerke sind daher begehrt: sie sind öffentlich gefördert und liegen zumeist unter den marktüblichen Mietpreisen. In München etwa kostet die Miete für eine Unterkunft beim Studierendenwerk durchschnittlich 280,90 Euro, in Hamburg sind es zwischen 233 Euro und 355 Euro.

Plätze im Studentenwohnheim sind rar

Die größer werdende Zahl an Studis macht den Studierendenwerken zu schaffen: Nur wenigen Studenten kann eine Unterkunft geboten werden, die Bewerber-Zahlen jedoch sind hoch. "Wir haben 3.100 Bewerbungen zum WS 2016/17, vor einem Jahr waren es 2.300", erklärt das Berliner Studentenwerk auf Anfrage.

In München gingen für das vergangene Sommersemester insgesamt rund 4.600 Bewerbungen ein, 1.300 Personen konnten einziehen. Das Kölner Studierendenwerk berichtet von rund 5.900 Anfragen für den Einzug zum Wintersemester – etwa 900 Bewerber dürfen sich über einen Platz freuen. Doch nicht nur die großen und vermeintlich hippen Städte in Deutschland boomen, auch kleinere Universitätsstädte sind gefragt. Die Werke aus Schleswig-Holstein, Göttingen und Siegen, berichten ähnliches.

In Siegen etwa könnten seit August kein Wohnheimplatz mehr angeboten werden – es würden bereits Notquartiere eingerichtet. Denn es gibt nicht nur viele inländische Studierende, hinzu kommt: "Die Zahlen, gerade der internationalen Studenten, steigen", bemerkt etwa das Studentenwerk Schleswig-Holstein. Sie haben sich laut Statistischem Bundesamt in zehn Jahren von knapp 47.840 Erstis auf 85.117 Studienanfänger im vergangenen Winter erhöht.

Warten auf den Wohnheimplatz

Die große Nachfrage hat auch Einfluss auf die Wartezeit auf einen Platz: Je nach Wohnform, etwa Einzelzimmer, WG-Zimmer oder Einzelapartment, reichen die Wartezeiten den Studentenwerken zufolge von etwa sechs Wochen bis zu zwei Jahren. Auf der Homepage des Studentenwerkes Münster ist sogar von bis zu drei Jahren zu lesen.

Besonders hoch ist die Wartezeit der Einschätzung der Studentenwerke zufolge bei den Einzelapartments. Sie scheinen sich immer größerer Beliebtheit bei Studenten zu erfreuen. Der Großteil der angefragten Studentenwerke führt eine Warteliste der Bewerber, die keinen Wohnheimplatz ergattern konnten. Diese Listen sind gut gefüllt: Das Studentenwerk Göttingen etwa berichtet von 1.953 Studenten, die momentan Interesse an einem Wohnheimplatz haben, in Hamburg sind es 1.138.

Wichtig: Neuen Wohnraum schaffen

Die Studentenwerke sind sich darüber bewusst, dass sie nur wenigen Studenten einen Wohnplatz anbieten können. Das Studentenwerk Siegen reflektiert: "Was die örtliche Situation an studentischem Wohnen betrifft, so haben wir beim Studentenwerk Siegen mit 5 Prozent die niedrigste Versorgungsquote in ganz NRW an Studentenwohnheimplätzen." Bundesweit beträgt die Quote rund 9,69 Prozent, wie das Deutsche Studentenwerk, der Zusammenschluss aller Studierendenwerke in Deutschland, mitteilte. Im Jahr 2005 lag sie noch bei 12,03 Prozent.

Das Deutsche Studentenwerk appelliert deswegen an Bund und Länder, den Neubau und die Sanierung von Wohnanlagen zu unterstützen – denn allein die Sanierung von bestehenden Gebäuden koste etwa 650 Millionen Euro. Doch es gibt auch Lichtblicke: "Wir anerkennen ausdrücklich die Anstrengungen der beim Studierendenwohnheimbau aktiven Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen oder Nordrhein-Westfalen", erklärt der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde. Auch das Hamburger Studierendenwerk teilte mit, dass es sein Angebot in den kommenden vier Jahren um circa 640 neue Wohnheimplätze erweitere.

Experten-Tipps für die Bewerbung auf einen Platz im Studentenwohnheim

Was musst du nun also beachten, um doch noch an eine gute und günstige Unterkunft vom jeweiligen Studentenwerk zu kommen?

  1. Flexibel sein! Und das sowohl in Hinblick auf die Wohnform, als auch auf den Einzugstermin.
  2. Möglichst frühzeitig bewerben! Bei vielen Studentenwerken kannst du dich schon "prophylaktisch" auf eine Unterkunft bewerben – also direkt, wenn du dich für ein Studium an der dazugehörigen Hochschule beworben hast.
  3. Plane die Wartezeit, bis ein Wohnheimplatz frei wird, ein und nutze jede Quelle, eine Unterkunft zu finden: Freunde, Bekannte, Familienangehörige, soziale Netzwerke oder Online-Portale.
  4. Suche dir zuerst Wohn-Alternativen und ziehe zur Überbrückung ruhig auch an den meist noch gut angeschlossenen Stadtrand. So bist du wenigstens schon vor Ort.

InfoAnzahl der Wohnheimsplätze, Wartezeiten und Hinweise zur Bewerbung auf einen Studentenwohnheimsplatz von den Studentenwerken

Um dir die Bewerbung auf einen Wohnheimsplatz so einfach wie möglich zu machen, hat UNICUM bei einigen Studentenwerken nachgefragt, wie viele Wohnheimsplätze sie haben, wann du dich am besten bewerben sollst und wie lange die Wartezeit ist. Hier sind die Antworten:

Studentenwerk Berlin

  • Anzahl Wohnanlagen: 33
  • Anzahl Wohnheimsplätze: 9.378
  • Monatliche Mietkosten: Von 120 Euro bis 308 Euro
  • Bewerbungs-Zeitraum: Wenn Zulassung oder Immatrikulations-Bescheinigung vorliegt und der Semesterbeitrag bezahlt wurde
  • Durchschnittliche Wartezeit: Sechs Wochen bis zu zwei Jahren
  • Warteliste: Ja
  • Homepage: Studentenwerk Berlin: Wohnen

Studierendenwerk Thüringen

  • Anzahl Wohnanlagen: 64
  • Anzahl Wohnheimsplätze: 7.400
  • Monatliche Mietkosten: Von 104 Euro bis 313 Euro
  • Bewerbungs-Zeitraum: Wintersemester: zum 01.04., Sommersemster: zum 01.10.
  • Durchschnittliche Wartezeit: Keine Angabe
  • Warteliste: Ja
  • Homepage: Studierendenwerk Thürigen: Wohnen

Studentenwerk Schleswig-Holstein

  • Anzahl Wohnanlagen: 20
  • Anzahl wohnehimsplätze: 3.000
  • Monatliche Mietkosten: Von 145 Euro bis 438 Euro
  • Bewerbungs-Zeitraum: Kein Bewerbungsstart oder –schluss, Zimmer werden 6 Wochen vor dem 01.03. oder 01.09. durchgehend verlost
  • Durchschnittliche Wartezeit: Keine Angabe
  • Warteliste: Nein, da Verlosung
  • Homepage: Studentenwerk Schleswig-Holstein: Wohnen

Studentenwerk Kassel

  • Anzahl Wohnanlagen: 19
  • Anzahl Wohnheimsplätze: 1.100
  • Monatliche Mietkosten: Von 168 Euro bis 300 Euro
  • Bewerbungs-Zeitraum: Kein Zeitraum; sobald man sich für die Universität Kassel entschieden hat
  • Durchschnittliche Wartezeit: Sechs Wochen bis zu zwei Jahren
  • Warteliste: Ja
  • Homepage: Studentenwerk Kassel: Wohnen

Studentenwerk Göttingen

  • Anzahl Wohnanlagen: 41
  • Anzahl Wohnheimsplätze: 4.447
  • Monatliche Mietkosten: durchschnittlich 180 Euro
  • Bewerbungs-Zeitraum: Frühzeitig; Bewerbung kann auch "prophylaktisch" erfolgen, wenn man sich auf einen Studienplatz beworben hat
  • Durchschnittliche Wartezeit: Neun Monate
  • Warteliste: Ja
  • Homepage: Studentenwerk Göttingen: Wohnen

Kölner Studierendenwerk

  • Anzahl Wohnanlagen: 89
  • Anzahl Wohnheimsplätze: 4.844
  • Monatliche Mietkosten: durchschnittlich 256 Euro
  • Bewerbungs-Zeitraum: Jederzeit - sobald man sich für das Studium in Köln entscheidet
  • Durchschnittliche Wartezeit: Keine Angabe
  • Warteliste: Ja
  • Homepage: Kölner Studierendenwerk: Wohnen

Studierendenwerk Siegen

  • Anzahl Wohnanlagen: 10
  • Anzahl Wohnheimsplätze: 640
  • Monatliche Mietkosten: durchschnittlich 233 Euro
  • Bewerbungs-Zeitraum: So früh wie möglich, wenn man sich für den Studienstandort Siegen entschieden hat
  • Durchschnittliche Wartezeit: Bis zu einem Jahr
  • Warteliste: Ja
  • Homepage: Studierendenwerk Siegen: Wohnen

Studentenwerk München

  • Anzahl Wohnanlagen: 27
  • Anzahl Wohnheimsplätze: 11.000
  • Monatliche Mietkosten: durchschnittlich 280,90 Euro
  • Bewerbungs-Zeitraum: Wintersemester: ab 15.05., Sommersemester: ab 15.11.
  • Durchschnittliche Wartezeit: Ein bis zwei Jahre
  • Warteliste: Ja
  • Homepage: Studentenwerk München: Wohnen

Studierendenwerk Hamburg

  • Anzahl Wohnanlagen: 23
  • Anzahl Wohnheimsplätze: 9.950
  • Monatliche Mietkosten: Von 233 Euro bis 355 Euro
  • Bewerbungs-Zeitraum: Jederzeit, die Bewerbung wird allerdings erst drei Monate vor dem gewünschten Einzugstermin auf der Bewerberliste aktiv
  • Durchschnittliche Wartezeit: Keine Angabe
  • Warteliste: Ja
  • Homepage: Studierendenwerk Hamburg: Wohnen

Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz

  • Anzahl Wohnanlagen: 18
  • Anzahl Wohnheimsplätze: 2.351
  • Monatliche Mietkosten: Ab 175 Euro
  • Bewerbungs-Zeitraum: Etwa ein dreiviertel Jahr vor Studienbeginn – spätestens zum 15.07. (Wintersemester) bzw. 01.02. (Sommersemester)
  • Durchschnittliche Wartezeit: Keine Angabe
  • Warteliste: Nein
  • Homepage: Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz: Wohnen

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