Wie viel Geld sollte man mit 30 gespart haben?

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Das Wichtigste auf einen Blick:
- Auf Social Media kursiert die Regel: Mit 30 solltest du ungefähr ein Jahresgehalt gespart haben.
- Eine feste Summe, die du mit 30 besitzen musst, gibt es aber nicht.
- Deutsche Daten zeigen: Junge Haushalte besitzen im Median deutlich weniger, als viele Social-Media-Posts vermuten lassen.
- Viel wichtiger als eine bestimmte Zahl sind ein Notgroschen, wenig teure Schulden und regelmäßiges Sparen.
30 Jahre alt, 50.000 Euro auf dem Konto und natürlich schon ein ordentlich gefülltes ETF-Depot?
Wenn du aktuell auf TikTok und Instagram unterwegs bist, könnte man fast denken, das wäre völlig normal. Immer wieder tauchen Videos auf, in denen darüber diskutiert wird, wie viel Geld man mit 30 gespart haben sollte.
Eine Zahl hält sich dabei besonders hartnäckig: ein komplettes Jahresgehalt.
Verdienst du also 45.000 Euro im Jahr, solltest du angeblich mit 30 schon ungefähr 45.000 Euro angespart haben. Falls du gerade dein Banking geöffnet hast und leichte Panik bekommst: Diese Rechnung braucht etwas Kontext.
Sollte man mit 30 wirklich ein Jahresgehalt gespart haben?
Die Regel ist nicht komplett aus der Luft gegriffen. Der US-Finanzdienstleister Fidelity empfiehlt als groben Meilenstein, bis zum 30. Geburtstag etwa das Einfache des aktuellen Jahresgehalts für die Altersvorsorge angespart zu haben. Mit 40 wären es demnach drei Jahresgehälter, mit 50 sechs und mit 67 ungefähr zehn.
Die Berechnung geht unter anderem davon aus, dass bereits ab 25 regelmäßig fürs Alter gespart wird. Außerdem handelt es sich um eine amerikanische Altersvorsorge-Faustregel – nicht um eine offizielle Vorgabe für 30-Jährige in Deutschland.
Wer beispielsweise bis 27 studiert hat, anschließend umgezogen ist und erst seit wenigen Jahren Vollzeit arbeitet, startet unter völlig anderen Bedingungen als jemand, der seit seinem 20. Lebensjahr verdient.
Kurz gesagt: Ein Jahresgehalt mit 30 kann ein Sparziel sein. Es ist aber kein finanzieller TÜV, durch den du mit 30 durchfallen kannst.

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Wie viel Vermögen haben Menschen um die 30 wirklich?
Deutlich spannender wird es, wenn man statt TikTok auf echte Vermögensdaten schaut.
Die Deutsche Bundesbank untersucht regelmäßig die Finanzen privater Haushalte in Deutschland. Die aktuellen PHF-Daten zeigen dabei ein ziemlich klares Muster: Das Vermögen ist bei jungen Haushalten vergleichsweise niedrig und steigt erst im Laufe des Berufslebens deutlich an.
Bei Haushalten mit einer Referenzperson zwischen 25 und 34 Jahren liegt das Median-Nettovermögen ungefähr bei 19.000 Euro. Das bedeutet vereinfacht: Die eine Hälfte besitzt mehr, die andere weniger. Wichtig dabei: Die Bundesbank betrachtet Haushalte und nicht einzelne 30-Jährige und zählt Vermögenswerte abzüglich Schulden.
| Orientierung | Betrag mit 30 |
|---|---|
| Social-Media-/Fidelity-Faustregel | ca. 1 Jahresgehalt |
| Beispiel bei 40.000 € Jahresgehalt | 40.000 € |
| Median-Nettovermögen 25–34 Jahre* | ca. 19.000 € |
*Haushaltsvermögen, nicht individuelles Sparguthaben.
Das heißt übrigens auch nicht, dass 19.000 Euro das neue Sparziel sind. Statistik beschreibt, wo andere stehen. Sie sagt nicht automatisch, wo du stehen solltest.
Was zählt eigentlich als „gespart“?
Das ist der nächste Haken an der TikTok-Frage.
Wenn jemand sagt: „Ich habe mit 30 schon 50.000 Euro“, kann das ziemlich Unterschiedliches bedeuten.
Zum Vermögen können beispielsweise gehören:
- Geld auf Giro- und Tagesgeldkonten
- ETF-, Fonds- und Aktiendepots
- andere Geldanlagen
- Immobilienvermögen
- weitere Vermögenswerte
Davon musst du deine Schulden abziehen.
Wer 30.000 Euro im Depot und gleichzeitig 20.000 Euro Konsumschulden hat, steht finanziell anders da als jemand mit 15.000 Euro Tagesgeld und keinen Schulden.
Deshalb ist das Nettovermögen meist die interessantere Zahl.
Viel wichtiger: Hast du einen Notgroschen?
Bevor du dich verrückt machst, weil irgendein TikToker mit 29 angeblich 100.000 Euro im Depot hat, lohnt sich eine viel praktischere Frage:
Könntest du eine größere ungeplante Ausgabe bezahlen?
Die Verbraucherzentrale empfiehlt als grobe Orientierung einen Notgroschen von etwa zwei bis drei Monatsgehältern, der schnell verfügbar auf einem Tagesgeldkonto liegen kann. Wie groß dieser Puffer tatsächlich sein sollte, hängt von deiner persönlichen Situation ab.
Das ist für viele mit Ende 20 oder Anfang 30 ein wesentlich sinnvollerer erster Meilenstein als irgendeine gigantische Vermögenszahl.
Und wenn ich mit 30 erst 2.000 Euro gespart habe?
Dann sind es 2.000 Euro.
Viel interessanter ist, was ab jetzt passiert. Denn mit 30 hast du noch mehrere Jahrzehnte Zeit für den Vermögensaufbau. Finanztip nennt für Angestellte um die 30 als grobe Orientierung beispielsweise etwa 15 Prozent des Nettoeinkommens für die langfristige Altersvorsorge, sofern der Notgroschen bereits steht. Auch das ist eine Faustregel und keine Pflichtquote. Entscheidender als der aktuelle Kontostand ist deshalb häufig:
Wie viel sollte man mit 30 gespart haben?
Die vielleicht unbefriedigende Antwort lautet: Es gibt keine magische Zahl.
Das häufig genannte Jahresgehalt ist eine Altersvorsorge-Faustregel, kein Gesetz. Und die realen Vermögensdaten aus Deutschland zeigen, dass viele Menschen um die 30 deutlich darunterliegen.
Statt dich deshalb an einem TikTok-Kontostand festzubeißen, kannst du dir drei bessere Ziele setzen:
Notgroschen aufbauen → teure Schulden vermeiden → regelmäßig Vermögen aufbauen.
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