Bildungsurlaub für Berufseinsteiger: Dein Anspruch auf Freistellung

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Schon im Job und wieder frei? So nutzt du Bildungsurlaub als Berufseinsteiger

Entdecke weitere Tipps rund um Jobstart, Weiterbildung und Work-Life-Balance – und hol das Beste aus deinem Berufsleben heraus. | Foto: lookstudio

Der Sprung vom Studium in den ersten richtigen Job ist eine ziemlich aufregende Zeit. Du freust dich über dein erstes Gehalt und kannst dir plötzlich Dinge leisten, die vorher vielleicht nicht in deinem Budget lagen. Aber dann merkst du auch schnell, dass die Zeit, die dir früher für eigene Sachen zur Verfügung gestanden hat, knapp geworden ist. Das ist alles völlig normal. In den ersten Monaten in einem neuen Job ist man erst einmal damit beschäftigt, sich zurechtzufinden und in den Arbeitsalltag einzutauchen. 


Die neuen Aufgaben sind jetzt dein Lebensmittelpunkt, und du bist wahrscheinlich auch ganz froh, den ganzen Lernstress an der Uni oder in der Ausbildung hinter dir zu haben. Wer denkt da schon wieder direkt an Weiterbildung, wenn man nach Feierabend gemütlich die Beine hochlegen kann. Doch genau hier setzt ein Konzept an, das viele Berufseinsteiger entweder gar nicht kennen oder möglicherweise unterschätzen: dein gesetzlicher Anspruch auf eine bezahlte Auszeit für deine persönliche und berufliche Entwicklung. 


Durch den gesetzlichen Bildungsurlaub den Horizont erweitern


In fast allen Bundesländern gibt es tatsächlich den Anspruch auf bezahlte Freistellung von der Arbeit, speziell für zertifizierte Weiterbildungen. Du bekommst also zusätzliche freie Tage neben deinem normalen Urlaub, und dein Gehalt beziehst du während dieser Zeit einfach weiter. Wer einen passenden Kurs für seinen Bildungsurlaub findet, kann diese Zeit beispielsweise für einen Sprachkurs, Soft-Skill-Trainings oder ein Seminar zur Stressbewältigung nutzen. Die Auswahl ist breitgefächert und richtig spannend. Ein großer Vorteil dabei ist, dass die Kurse nicht zwingend einen direkten Bezug zu deinem aktuellen Job haben müssen. So kannst du dir Themen aussuchen, die dich wirklich begeistern und persönlich weiterbringen. 


Wer hat Anspruch auf Bildungsurlaub und wie funktioniert das eigentlich?


Tatsächlich steht fast allen Angestellten in Deutschland dieser gesetzliche Anspruch zu, ganz gleich, ob man in Vollzeit, Teilzeit oder mit einem befristeten Vertrag arbeitet. Auch Azubis und duale Studierende können das Angebot nutzen. Von 16 Bundesländern machen nur zwei eine Ausnahme: Bayern und Sachsen. Dort gibt es diese Möglichkeit bislang noch nicht. 
Die Grundidee ist überall die gleiche, aber jedes Bundesland kocht dabei sein eigenes Süppchen, und es gibt von Land zu Land einige Unterschiede. Prinzipiell funktioniert das Konzept jedoch einheitlich: Der Arbeitgeber stellt den Antragsteller für die Weiterbildung frei. Jedes Bundesland regelt allerdings gesetzlich, welche Kurse dafür anerkannt werden. 
Die wichtigsten Eckdaten: 

  • Wie viele Tage stehen mir zu? 
    Normalerweise sind es fünf Tage pro Jahr, allerdings kann man in vielen Bundesländern auch zwei Jahre zusammenlegen und dann beispielsweise einen zehntägigen Weiterbildungskurs belegen.

 

  • Wer zahlt was? 
    Während des Bildungsurlaubs zahlt der Arbeitgeber das Gehalt ganz normal weiter, allerdings musst du die Kursgebühren und anfallenden Reise- oder Unterkunftskosten selber tragen.

 

  • Kann man jeden beliebigen Kurs belegen? 
    Jein. Der jeweilige Kurs muss in deinem Bundesland offiziell als Bildungsurlaub anerkannt sein, das schreiben die meisten Anbieter aber klar dazu.

 

  • Wie melde ich mich an? 
    Wichtig ist, sich frühzeitig darum zu kümmern, denn der Antrag muss schriftlich rund sechs bis neun Wochen vor Kursbeginn beim Arbeitgeber eingereicht werden. Sich spontan erst ein paar Wochen vorher umzusehen und anzumelden ist nicht möglich. 


So klappt die Umsetzung im neuen Job


Viele Neulinge im Job trauen sich nicht so richtig, irgendwann mit einem Bildungsantrag um die Ecke zu kommen. Die meisten Arbeitgeber finden es allerdings ganz gut, wenn man Eigeninitiative zeigt und sieht, dass Leute sich weiterbilden wollen. Wichtig ist, dass man erklärt, was man vorhat und was das auch der Firma an Mehrwert bringen könnte. 
Am besten sprichst du das Thema einfach mal beim nächsten Mitarbeitergespräch an. Wer sich generell fragt, wie man in seinem ersten Job am besten verhandelt und vorgeht, findet dazu auch viele Tipps im Netz. Unter dem Strich ist Bildungsurlaub eine tolle Gelegenheit, die dir helfen kann, deine Karriere nachhaltig aufzubauen und voranzutreiben.