Nachhilfe geben Mathe: Darauf kommt es an

Elena Weber

Nachhilfe geben Mathe

Nachhilfe geben in Mathe: ein sehr gefragter Job.| Foto: Ridofranz/Getty Images

Nachhilfe geben Mathe: sehr gefragt

Mit Mathe ist es meistens so: Entweder man liebt es oder man hasst es. Mathematik hat unter den Schulfächern nach wie vor ein schlechtes Image, weil es das Fach ist, das bei Schülerinnen und Schülern für die größten Probleme sorgt. Das zeigt sich auch daran, dass Mathe das Fach ist, für das die meisten Nachhilfelehrer /-innen gesucht werden. Wenn du der Mathe-Pro bist, Spaß daran hättest, andere für dieses Fach zu motivieren, könnte Nachhilfe geben in Mathe ein geeigneter Nebenjob für dich sein. Warum es sich lohnt, deine Mathekenntnisse zu Geld zu machen, wie du Nachhilfelehrer /-in werden kannst und was du beachten musst, um mit Mathe nebenbei Geld zu verdienen, haben wir für dich zusammengestellt.

Voraussetzungen: So kannst du Nachhilfe in Mathe geben

Um Nachhilfe in Mathe geben zu können, brauchst du eine wichtige Voraussetzung: Du musst gut in Mathe sein. Sehr gute Noten sind die Basics, sonst brauchst du gar nicht erst anzufangen. Denn im Nachhilfeunterricht geht es nicht darum, einfach eins zu eins wiederzugeben, was dir in der Schule erklärt wird. Vielmehr musst du eigene Wege finden, den Stoff verständlich zu vermitteln. Dazu musst du dich in die Lage deines Schülers oder deiner Schülerin versetzen und manche Dinge auch drei, fünf oder zehnmal erläutern, bis sie verstanden werden. Das erfordert Hintergrundwissen und ein mathematisches Grundverständnis.

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Darüber hinaus sind aber noch weitere Fähigkeiten wichtig, um erfolgreich Nachhilfe in Mathe geben zu können. Dazu gehören:

  • Soft Skills
  • pädagogische Fähigkeiten
  • didaktische Skills
  • Lernbereitschaft

Soft Skills

Als Nachhilfelehrer /-in arbeitest du mit Menschen in einer besonderen Lebenssituation zusammen: Die Schülerinnen und Schüler, die auf Nachhilfe in Mathe angewiesen sind, sind oft demotiviert, haben Misserfolge in Form schlechter Noten erlebt und außerdem nur in den wenigsten Fällen richtig Bock, in ihrer Freizeit ausgerechnet für das Fach zu lernen, in dem sie am schlechtesten sind. Das erfordert von dir gewisse Soft Skills, wie

  • Geduld
  • Einfühlungsvermögen
  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
  • Ruhe
  • die Fähigkeit, zu motivieren
  • Verständnis

Darüber hinaus solltest du bedenken, dass dein Nachhilfekind vielleicht gerade mitten in der Pubertät ist und eventuell auch andere Probleme wie Zoff mit den Eltern, Stress mit den Lehrenden, Liebeskummer, ein mangelndes Selbstbewusstsein oder vielleicht sogar Mobbing hat. Du bist zwar nicht dafür verantwortlich, diese Probleme zu lösen, solltest aber sensibel dafür sein.

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Pädagogische Fähigkeiten

Auch wenn es dir widerstrebt: Manchmal musst du deutliche machen, dass du der Lehrer oder die Lehrerin bist. Du bist zwar nicht für die Erziehung deines Schülers oder deiner Schülerin zuständig, musst aber je nach Typ und Charakter klare Regeln aufstellen, damit der Unterricht funktioniert. Lass dabei aber nicht den Oberlehrer oder die Oberlehrerin raushängen, sondern versuche, neben deiner Lehrfunktion auch Vertrauen zu vermitteln. Nur wenn dein /-e Nachhilfeschüler /-in sich traut, Fehler zu machen und Fragen zu stellen, kann der Unterricht ein Erfolg werden.

Didaktische Skills

Den Unterricht vorbereiten, zusätzliche Übungen bereitstellen und gleichzeitig für Abwechslung sorgen – Nachhilfe ist kein Job, bei dem du gechillt deine Zeit absitzen kannst. Du solltest dir Gedanken machen, wie du deinen Schüler oder deine Schülerin zum Lernziel bringen kannst und dich auf sein oder ihr Lerntempo und -niveau einstellen. Bedenke dabei immer: Dass, was dir so leicht fällt, dass du damit Geld verdienen kannst, ist für andere eine große Herausforderung.

Deine eigene Lernbereitschaft

Du musst selbst kein /-e Lehrer /-in oder Lehramtsstudierender sein, um Nachhilfe in Mathe geben zu können. Auch als Azubi, Student /-in einer ganz anderen Fachrichtung oder Schüler /-in ist Nachhilfe geben in Mathe möglich. Doch egal, ob beim Nachhilfe geben als Student /-in oder beim Nachhilfe geben als Schüler /-in: Auch du kannst immer dazu lernen. Egal ob fachlich, didaktisch oder in Sachen sozialer Kompetenz – sei offen für Neues und lass dich darauf ein. Wenn du dich weiter entwickelst profitiert davon nicht nur dein Unterricht, sondern auch deine Persönlichkeit.

So viel kannst du als Mathe-Nachhilfe verdienen

Der Job als Nachhilfelehrer gehört zu den beliebtesten Studentenjobs. Neben vielen weiteren Vorteilen, die der Job bietet, liegt das vor allem an dem vergleichsweise guten Verdienst. Als Student /-in kannst du mit 15 bis 20 Euro pro Stunden rechnen, wenn du privat Nachhilfe gibst. Als Masterstudent /-in, Mathe- oder Lehramtsstudent /-in sowie Doktorand /-in oder Absolvent /-in kannst du sogar 20 bis 25 Euro die Stunde ansetzen. Bist du bei einem Nachhilfeinstitut angestellt oder gibst Nachhilfe über eine Onlineplattform, fallen meist Vermittlungsgebühren oder eine monatliche Pauschale an, sodass dein Verdienst hier in der Regel etwas geringer ausfällt als, wenn du privat Nachhilfe gibst und dich selbst organisierst.

Beachte, dass du deinen Job als Nachhilfelehrer /-in dem Finanzamt melden musst. Ob du letztendlich Einkommenssteuer zahlen musst, hängt von der Höhe deines jährlichen Verdienstes ab. Liegt dieser bei bis zu 9.744 Euro brutto zahlst du keine Einkommenssteuer. Alle Einnahmen darüber musst du versteuern.

Wusstest du, dass…?

… die Pisa-Studie 2018 gemessen hat, dass Mädchen in Mathe weltweit schlechter abschneiden als Jungen? Dieser sogenannte Gender-Gap lässt sich natürlich nicht biologisch begründen. Vielmehr sind eingefahrene Geschlechter-Stereotype Schuld. So gilt Mathe immer noch als Männersache. Dieses überholte Klischee wird auch in der Schule noch viel zu oft durch Lernmaterialien oder die Lehrkräfte selbst vermittelt.

Nachhilfe geben in Mathe: Das bringt es dir

Geld allein ist natürlich nicht alles. Zwar ist das meist der wichtigste Aspekt bei der Wahl eines Nebenjobs. Da du als Student /-in aber selbst einen vollen Stundenplan hast und dein Studium noch auf die Reihe kriegen musst, bietet der Job als Nachhilfelehrer /-in noch weitere Vorteile für dich:

  • Nachhilfe ist gefragt: Da der Bedarf hoch ist, ist es überhaupt kein Problem, Nachhilfekinder zu finden – einmal mehr in einem Fach mit so hohem Bedarf wie Mathe.
  • Du bist flexibel: Vor allem als private /-r Nachhilfelehrer /-in kannst du die Unterrichtszeiten in Abstimmung mit deinem /-r Schüler /-in selbst festlegen und an deinen Stundenplan anpassen.
  • Du schulst deine Social Skills: Nachhilfeunterricht ist eine intensive Zeit mit einem anderen Menschen. Du lernst dabei viel über dich und verbesserst deine sozialen Kompetenzen. Das macht sich auch im Lebenslauf gut.
  • Du lernst dazu: Egal ob fachlich, didaktisch oder auf sozialer Ebene – Nachhilfeunterricht bringt dein Wissen ebenso voran wie deine Persönlichkeitsentwicklung. 

So findest du Nachhilfekinder für Mathe

Nachhilfekinder in Mathe zu finden, ist ziemlich easy. Wie du letztendlich vorgehst, hängt davon ab, ob du dich dafür entscheidest, privat Nachhilfe zu geben oder dein Mathewissen als Angestellte /-r bei einem Nachhilfeinstitut oder einer Onlineplattform weiterzugeben. Jede Variante hat Vor- und Nachteile, die du in unsere Artikel Nachhilfe geben als Student nochmal ausführlich nachlesen kannst.

In der Kurzfassung bedeutet privater Nachhilfeunterricht in der Regel das höchste Gehalt und die größte Flexibilität. Dafür ist der Organisationsaufwand höher, da du alles alleine machen und dir eben auch überlegen musst, wo du deine Schüler /-innen findest. Über Social Media, Aushängen an Schulen und öffentlichen Orten wie Supermärkten oder der Stadtbücherei oder die direkte Kontaktaufnahme mit Schulen ist vieles möglich und nichts davon ist besonders kompliziert. Wenn du Nachhilfe in Mathe gibst, hast du zudem den Vorteil, dass du ein Fach unterrichtest, in dem die Nachfrage extrem hoch ist. Machst du deine Sache gut, wirst du über Empfehlungen zusätzliche Anfragen erhalten. 

Wusstest du, dass…?

...Platon, Pythagoras oder Euklid – die großen griechischen Denker sind bis heute nicht aus dem Matheunterricht wegzudenken. Im alten Griechenland hatte Mathe zunächst jedoch gar keinen so hohen Stellenwert. Zwar sollte es bei wohlhabenden, männlichen Schülern das logische Denken fördern, Rhetorik, Kunst und Musik waren aber viel wichtiger.

Tipps für deinen Nachhilfeunterricht in Mathe

Du hast deine /-n Nachhilfeschüler /-in gefunden und die erste Stunde steht an. Diese kannst du als Probestunde sehen. Dein Schüler oder deine Schülerin sowie meist auch dessen /deren Eltern möchten dich kennenlernen. Und du musst deine /-n Schüler /-in kennenlernen. Dabei gilt es für dich herauszufinden, auf welchem Level er oder sie sich aktuell befindet. Hat er oder sie vielleicht schon mit den Basics wie Bruchrechnen oder dem Einmaleins Probleme? Oder ist sein oder ihr grundlegendes Mathematikverständnis eigentlich gut, er oder sie kommt nur mit einem bestimmten Thema nicht klar? All das gilt es abzuklopfen, etwa in Form eines kleinen Tests oder durch genaues Beobachten. 

Weitere Tipps, für deinen Nachhilfeunterricht:

  • Kreativer Unterricht: Versuche, Übungen abwechslungsreich zu gestalten und setze wo möglich auch mal Videos oder Spiele ein.
  • Feedback geben: Sag deinem Schüler oder deiner Schülerin, was gut klappt und was besser laufen könnte – und bitte ihn oder sie ebenfalls um ein Feedback zu deinem Unterricht.
  • Stell dich auf dein Nachhilfekind ein: Mathe mag dir super leicht fallen, aber vergiss nie, dass es für manche ein echtes Problem ist. Egal wie einfach dir manche Aufgaben also erscheinen mögen: Wenn sie deinem Nachhilfekind schwer fallen, musst du darauf eingehen.
  • Bereite deinen Unterricht vor: Du solltest immer ein paar zusätzliche Übungen parat haben, damit kein Leerlauf entsteht. Auch die Themen solltest du im Vorfeld kennen.
  • Scheue dich nicht, bei Problemen mit den Eltern zu sprechen.

FAQ: Häufige Fragen

Wie viel Geld für 45 Min Nachhilfe?

Für 45 Minuten Nachhilfe kannst du zwölf bis 15 Euro verlangen.

Wie viel sollte man für eine Stunde Nachhilfe verlangen?

Das kommt auf deinen Background an. Als Student /-in kannst du 15 bis 20 Euro für eine Nachhilfestunde verlangen. Als Schüler /-in sind es acht bis zehn Euro. Hast du dein Studium abgeschlossen, studierst das entsprechende Fach, bist bereits Lehrer /-in oder promovierst, kannst du deinen Verdienst auch höher ansetzen. 25 Euro können hier pro Stunde möglich sein.

Wie kann ich anfangen, Nachhilfe zu geben?

Mit dem Nachhilfegeben kannst du jederzeit anfangen, indem du dich zum Beispiel in deinem Bekanntenkreis umhörst, ob jemand Nachhilfe braucht. Außerdem kannst du dich im Internet umsehen, Aushänge in Schulen machen oder dich als Nachhilfelehrer /-in bei einem Nachhilfeinstitut bewerben.

Nachhilfe geben Mathe im Überblick

  • Mathe ist das Fach, für das die meisten Nachhilfelehrer /-innen gesucht werden.
  • Als Student /-in kannst du für eine Nachhilfestunde zwischen 15 und 20 Euro verdienen.
  • Grundvoraussetzung sind sehr gute Mathematikkenntnisse.
  • Du solltest außerdem soziale Kompetenzen und pädagogische wie didaktische Skills mitbringen. 
  • Bereite deinen Unterricht vor und versuche, ihn abwechslungsreich zu gestalten.
  • Tausche dich mit deinem /-r Schüler /-in aus und gebt euch gegenseitig Feedback.

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