Red Flags bei der Wohnungssuche: So erkennst du Fake-Anzeigen und Betrug

Geldübergabe bei der Besichtigung? RED FLAG!

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Maria Knaus Maria Knaus, 10.07.2026  |  Lesedauer: 5 Minuten

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Überweise niemals Geld, bevor du die Wohnung gesehen und den Mietvertrag geprüft hast.
  • Extrem günstige Angebote, angebliche Vermieter im Ausland und künstlicher Zeitdruck sind typische Warnsignale.
  • Prüfe Bilder, Adresse und Kontaktdaten und melde verdächtige Anzeigen direkt der Plattform.

Was sind Red Flags bei der Wohnungssuche?

Red Flags bei der Wohnungssuche sind Warnsignale, die auf ein unseriöses Angebot oder einen Betrugsversuch hindeuten können. Ein einzelner ungewöhnlicher Punkt muss noch kein Beweis sein. Treffen jedoch mehrere Warnzeichen zusammen, solltest du die Kommunikation abbrechen und auf keinen Fall Geld oder sensible Daten verschicken. Besonders beim Studentenwohnung-Suchen ist Vorsicht wichtig. Der Wohnungsmarkt ist in vielen Hochschulstädten angespannt und ein scheinbares Traumangebot wirkt schnell wie die letzte Chance.

 

Meine Red Flag: 

Ein älterer Herr bestand darauf, dass ich ihn nach der Besichtigung noch bei ihm zu Hause besuchen sollte, damit er mich persönlich kennenlernen könne, bevor er über die Vergabe der Wohnung entschied. Das Haus lag sehr abgelegen, im Hintergrund lief eigenartige Jazzmusik und die Räume waren nur schwach beleuchtet. Die gesamte Situation war äußerst unangenehm und beängstigend. Ich würde so etwas niemals wieder machen. Seit diesem Erlebnis gehe ich grundsätzlich nicht mehr allein zu Wohnungsbesichtigungen.

Red Flags bei der WG-Suche: Diese Warnzeichen sind verdächtig

Diese fünf Tipps solltest du beachten, damit du nicht über den Tisch gezogen wirst oder in eine bremsliche Lage gerätst. 

1. Das Angebot ist unrealistisch günstig

Ein großes, frisch renoviertes Zimmer in perfekter Innenstadtlage für die Hälfte der üblichen Miete? Das klingt nicht nur zu gut, um wahr zu sein – möglicherweise ist es das auch. Vergleiche den Preis mit ähnlichen Angeboten auf mehreren WG-Suche-Plattformen. Eine günstige Wohnung für Studenten gibt es durchaus. Ein Preis weit unter dem örtlichen Niveau ist aber ein klares Warnsignal.

2. Der Vermieter ist angeblich im Ausland

Eine bekannte Masche lautet: Der Vermieter sei beruflich im Ausland und könne deshalb keine Besichtigung anbieten. Nach einer Zahlung werde der Schlüssel per Post oder über eine Agentur geschickt. Die Verbraucherzentrale warnt vor Angeboten, bei denen Besichtigung, Schlüsselübergabe oder Vorauszahlung über bekannte Buchungsplattformen abgewickelt werden sollen. Diese Plattformen übernehmen normalerweise keine Verwaltung oder Besichtigung regulärer Mietwohnungen.

3. Du sollst vor der Besichtigung Geld zahlen

Eine Forderung nach Kaution, erster Miete oder Reservierungsgebühr vor der Besichtigung ist eine der größten Red Flags. Das gilt auch, wenn der Anbieter behauptet, wegen der vielen Interessenten eine „Sicherheit“ zu benötigen. WG-Gesucht rät ausdrücklich davon ab, vor einer Wohnungsbesichtigung Geld zu überweisen. Auch Schlüssel per Post, Schecks und vorab verschickte Ausweiskopien gelten als riskant.

4. Eine Besichtigung ist nicht möglich

Natürlich kann eine Online-Besichtigung sinnvoll sein, wenn du für dein Studium weit wegziehst. Dabei sollte die Person dir die Wohnung jedoch live zeigen und auf konkrete Fragen reagieren können. Vorgefertigte Videos sind kein sicherer Nachweis. Bitte zusätzlich eine Vertrauensperson vor Ort, die Wohnung anzusehen, bevor du einen Vertrag unterschreibst.

5. Du wirst massiv unter Druck gesetzt

„Zahle heute, sonst ist das Zimmer weg.“ Solche Nachrichten sollen verhindern, dass du das Angebot prüfst oder mit anderen darüber sprichst. Eine echte Wohnung kann schnell vergeben sein. Seriöse Anbieter verlangen trotzdem nicht, dass du ohne Besichtigung und Vertrag sofort mehrere Hundert Euro überweist.

WG-Gesucht-Betrugsmasche: So prüfst du eine Anzeige

Bei einer typischen WG-Gesucht-Betrugsmasche kopieren Kriminelle Bilder und Texte echter Anzeigen. Anschließend verlangen sie Geld oder persönliche Unterlagen für eine Wohnung, über die sie gar nicht verfügen.

Verdächtige Anzeigen solltest du direkt über die jeweilige WG-Suche-App oder Plattform melden. WG-Gesucht bietet beispielsweise eine Meldemöglichkeit für Betrugsverdacht an.

Fake-Anzeige erkennen: Sio gehts!

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WG-Mitbewohner gesucht: Auch beim WG-Casting aufpassen

Nicht jede Red Flag betrifft einen Fake-Vermieter. Auch bei einer Studi-WG solltest du prüfen, ob das Zusammenleben wirklich passt. Frage beim WG-Casting nach Kosten, Putzplan, Lautstärke, Besuch, gemeinsamer Nutzung und Kündigungsfrist. Kannst du keinen anderen Mitbewohner kennenlernen oder weiß angeblich niemand, wer dein Vertragspartner ist, solltest du skeptisch werden. Lies außerdem den Untermietvertrag vollständig. Darin sollten mindestens Zimmer, Miethöhe, Nebenkosten, Kaution, Mietdauer und Kündigungsregeln verständlich festgehalten sein.

Was tun, wenn du bereits Geld überwiesen hast?

Kontaktiere sofort deine Bank und frage, ob die Überweisung noch gestoppt oder zurückgerufen werden kann. Sichere danach Anzeigen, Nachrichten, Zahlungsbelege, Kontodaten und Kontaktdaten als Screenshots. Melde den Account bei der Plattform und erstatte Anzeige bei der Polizei. Eine Strafanzeige ist kostenlos und kann je nach Bundesland auch online gestellt werden.

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Wohnung mieten als Studi ohne Einkommen

Eine Wohnung zu mieten als Studi ohne Einkommen ist nicht automatisch unmöglich. Viele Vermieter wissen, dass Studierende noch kein festes Gehalt beziehen.

Häufig helfen:

  • eine Bürgschaft der Eltern,
  • ein BAföG-Bescheid,
  • Nachweise über einen Nebenjob,
  • ein Stipendium,
  • regelmäßige Unterhaltszahlungen,
  • eine freiwillige Bonitätsauskunft.

Schicke sensible Dokumente trotzdem nicht wahllos an jeden Anbieter. Schwärze Angaben, die für die Bewerbung nicht erforderlich sind, und reiche vollständige Unterlagen möglichst erst ein, wenn das Angebot plausibel ist.

FAQ: Red Flags bei der Wohnungssuche

Woran erkenne ich einen Fake-Vermieter?

Keine Besichtigung, ein angeblicher Auslandsaufenthalt, widersprüchliche Angaben oder Geldforderungen vorab sind klare Warnsignale.

Kaution vor der Besichtigung zahlen?

Nein. Überweise weder Kaution noch Reservierungsgebühr, bevor du die Wohnung gesehen und den Mietvertrag geprüft hast.

Ist eine Online-Besichtigung unseriös?

Nicht automatisch. Sie sollte live stattfinden. Ein vorproduziertes Video allein ist kein sicherer Nachweis dafür, dass die anbietende Person die Wohnung tatsächlich vermieten darf.

Wie prüfe ich die Bilder einer Wohnungsanzeige?

Nutze eine Bilder-Rückwärtssuche. Tauchen die Fotos bei anderen Wohnungen, in anderen Städten oder auf ausländischen Immobilienseiten auf, ist Vorsicht geboten.

Welche Daten sollte ich nicht sofort verschicken?

Verschicke keine Ausweiskopien, Bankdaten oder vollständigen persönlichen Unterlagen, bevor du den Anbieter und das Angebot geprüft hast.

Wo finde ich günstige Studentenwohnungen?

Nutze mehrere WG-Portale, Studierendenwerke, Hochschulgruppen und seriöse lokale Plattformen. Aktiviere Suchaufträge und prüfe jedes Angebot sorgfältig.

Was tun bei Betrugsverdacht?

Brich den Kontakt ab, überweise kein Geld und sichere alle Belege. Melde die Anzeige bei der Plattform und kontaktiere bei einem konkreten Betrugsversuch die Polizei.

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Maria Knaus

UNICUM-Autor/-in seit 2025
Seit 2025 bin ich bei UNICUM. Mit viel Empathie interessiere ich mich für Menschen und ihre Geschichten. In meinen Texten will ich informieren, Mut machen und dabei verständlich bleiben, vor allem für junge Leute wie euch, die vor wichtigen Entscheidungen im Leben stehen.
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