Angela Merkel G20
Angela Merkel | Foto: flickr.com/ European People's Party, CC BY 2.0, zugeschnitten
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29. Jun 2017

Alexander Lemonakis

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Fakten zum G20-Gipfel: Was du wissen musst!

1. Was ist die G20?

G20 ist eine Abkürzung für die "Gruppe der 20" und steht für die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Die G20 ist ein Zusammenschluss aus 19 Staaten und der EU. Sie repräsentiert zwei Drittel der Weltbevölkerung und ca. 80 Prozent der Weltwirtschaftskraft. Beim Gipfeltreffen tauschen sich die Staats- und Regierungschefs sowie die Finanzminister zur internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit aus.

Die G20 ist ein informelles Forum und agiert weder als internationale Organisation und hat keine rechtsbindende Kraft wie die Vereinten Nationen.

2. Wann und wo findet der G20-Gipfel statt?

Der diesjährige G20-Gipfel 2017 findet am 7. & 8. Juli 2017 in Hamburg statt. Der genaue Austragungsort ist die Messe Hamburg. Staats- und Regierungschefs und ihre Delegationen tauschen sich dort aus.

3. Warum findet der G20-Gipfel 2017 in Hamburg statt?

Der G20-Gipfel findet auf Bitte von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Hamburg statt, da Deutschland die G20-Präsidentschaft inne hat. Hamburg ist somit stellvertretend für Deutschland Gastgeber der G20. Ausschlaggebend für diese Entscheidung ist laut der Bundesregierung die Weltoffenheit Hamburgs. Dank ihres Hafens verfügt die Hansestadt über das jahrzehntelange Bild von einer weltoffenen Metropople mit Handelsbeziehungen in alle Welt.

4. Warum trifft sich die G20 in einer Großstadt wie Hamburg? Wo fanden die G20-Gipfel in den letzten Jahren statt?

Hamburg hat als Großstadt und zweitgrößte Stadt Deutschland nach Berlin die Infrastruktur, um einen G20-Gipfel auszurichten. Die G20 treffen sich seit 2008 jährlich und die letzten Treffen waren 2016 in Hangzhou (China), 2015 in Antalya (Türkei), 2014 in Brisbane (Australien) und 2013 in St. Petersburg (Russland). Im Jahr 2018 findet das Gipfeltreffen in Argentinien statt.

5. Wer gehört zur G20?

Neben der EU gehören folgende Länder der G20 an: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und die USA. Spanien ist ständiges Gastland. Neben den 20 Mitgliedern nehmen weitere internationale Organisationen und Vertreter von supranationalen Verbänden teil.

6. Welche prominenten Staatschefs kommen nach Hamburg?

Angela Merkel ist Gastgeberin und Staats- und Regierungschef wie Donald Trump (USA), Wladimir Putin (Russland), Xi Jinping (China), Justin Trudeau (Kanada), Recep Tayyip Erdoğan (Türkei) und ihre jeweiligen Delegationen reisen in die Hansestadt.

7. Was wird auf dem G20-Gipfel besprochen?

Vor allem wird auf dem Gipfel über Wirtschaftsthemen, wie Wirtschaftswachstum, internationale Beziehungen und die Regulierung von Banken, diskutiert. Die Regierungschefs und ihre Delegationen stimmen nationale Positionen ab und loten für ihr Land aus, wie groß der politische Spielraum auf der G20-Zusammenkunft der Staats- und Regierungschefs ist.

Zudem werden auch Entwicklungsthemen besprochen und dazu gehören: Umweltpolitik, Migration und Flucht, Gesundheit, Frauenrechte und die Entwicklung des Kontinents Afrikas.

8. Wie ist die G20 entstanden?

Seit der Finanzkrise in Asien (1999) treffen sich die Finanzminister der G20 jährlich. Und erst seit 2008, als Reaktion auf die weltweite Finanzkrise, treffen sich die Staats- und Regierungschefs auf der G20-Ebene.

9. Wie kann die Zivilgesellschaft mitwirken?

Die Bundesregierung versuchte im Vorlauf des Gipfels die Einbindung der Zivilgesellschaft zu erhöhen. Im Vorfeld des Gipfeltreffens fand ein umfangreicher Dialog mit der Zivilgesellschaft statt und zwar mit Vertretern von Nichtregierungsorganisationen (Civil20), Gewerkschaften (Labour20), Wirtschaft (Business20), Wissenschaft (Science20), Denkfabriken (Think20), Frauen (Women20) und Jugend (Youth20).

Die zivilgesellschaftlichen Organisationen erarbeiteten Empfehlungen und einen Maßnahmenkatalog für die Verhandlungen der Staats- und Regierungschefs.

10. Was sind die Gründe für G20-Proteste?

Am Wochenende vor dem G20-Gipfel werden zehntausende Demonstranten in Hamburg erwartet. Ein Protestcamp mit ca. 10.000 Teilnehmern ist im Hamburger Stadtpark geplant. Die Polizei rechnet mit bis zu 8.000 Linksextremisten mit "gewaltbereitem Potenzial". Es bleibt spannend bis zum G20-Gipfel.

Das sind die vier Haupt-Kritikpunkte der Gegner:

  • Viele Gegner werfen der G20 vor, in ihren Verhandlungen die Ausbeutung und Aufteilung der Welt unter den 20 reichsten Nationen weiter auszubauen. Zudem sind kaum afrikanische Länder eingeladen und dass, obwohl die afrikanischen Staaten von der Ausbeutung durch die ökonomisch starken Staaten besonders betroffen sind. In Hamburg werden außerdem viele autoritäre Herrscher erwartet: Vor allem einige anreisende Staatsvertreter wie Donald Trump, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdoğan stehen massiv in der Kritik.
     
  • Legitime Institutionen wie die Vereinten Nationen werden aus Sicht der Gegner mit diesem Gipfel umgangen. Auch wird dem G20-Treffen und den dazugehörigen Verhandlungen mangelnde Transparenz vorgeworfen und die fehlende Wirksamkeit des informellen Treffens kritisiert.
     
  • Der Tagungsort Hamburg steht im besonderen Fokus der (lokalen) G20-Gegner. Viele Kritiker stellen die Frage: Warum muss ein Treffen dieser Größenordnung mitten in einer Stadt wie Hamburg stattfinden und dann auch noch in dem sehr linksgeprägten Karo- und Schanzenviertel? Für viele ist es eine verrückte Idee, den Gipfel mitten in der Innenstadt zu veranstalten.
     
  • Die Kosten des G20-Gipfels sind noch nicht abzuschätzen und ein großer Kritikpunkt. Der Gipfel könnte bis zu 750 Millionen Euro kosten. Einen Großteil dieser Kosten trägt der Bund als diesjähriger Veranstalter des Gipfeltreffens selbst und das sind natürlich auch Steuergelder.

InfoInfos der Bundesregierung zum G20-Gipfel ...

...findest du auf der offiziellen Webseite www.g20.org


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