AfD Spitzenkandidat 2021 Bundestagswahl
Tino Chrupalla bildet mit Alice Weidel das Spitzenduo der AfD für die Bundestagswahl 2021. Foto: AfD
Autor

08. Sep 2021

Anke Capellmann

Aktuelles

AfD Spitzenkandidaten 2021: Alice Weidel und Tino Chrupalla

Inhalt

  1. Zur Person Alice Weidel
  2. Politischer Werdegang
  3. Zur Person Tino Chrupalla
  4. Politischer Werdegang
  5. Der rechtsextreme Flügel der Partei
  6. Politische Position
  7. Aktuelle Umfragen
  8. Prognosen
  9. Spitzenkandidaten anderer Parteien
  10. Wahlprogramme der anderen Parteien

Über die Person Alice Weidel

Alice Weidel ist seit September 2017 Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion. Seit November 2019 ist sie auch stellvertretende Bundessprecherin (Parteivorsitzende) ihrer Partei. Sie und der Bundessprecher Tino Chrupalla sind die Spitzenkandidaten der AfD für die Bundestagswahl 2021. 

Weidel wurde am 6. Februar 1979 in Gütersloh geboren. Heute lebt sie mit Sarah Bossard, einer Film- und Fernsehproduktionsleiterin, in einer eingetragenen Partnerschaft. Die beiden ziehen zwei Söhne groß und leben nach eigenen Angaben am Bodensee. In der Vergangenheit gab es immer wieder Verwirrung um den tatsächlichen Wohnsitz der AfD-Politikerin.

Weidel studierte Volks- und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth. Anschließend arbeitete sie als Analystin im Bereich der Vermögensverwaltung. Ihre Doktorarbeit schrieb sie an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in Bayreuth über die Zukunft des chinesischen Rentensystems. Später machte sie sich als Unternehmensberaterin selbstständig. 

Politischer Werdegang von Alice Weidel

Alice Weidel ist seit 2013 Mitglied der AfD. 2015 wurde sie in den Bundesvorstand der AfD gewählt. Im April 2017 war Weidel schon mal Spitzenkandidatin ihrer Partei für die Bundestagswahl 2017 – gemeinsam mit dem damals noch stellvertretenden Parteivorsitzenden Alexander Gauland. Über Platz 1 der Landesliste Baden-Württemberg zog Weidel 2017 schließlich in den Bundestag ein.

Seit September 2017 sind sie und Alexander Gauland Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion. Im November 2019 wurde sie zu einer von drei stellvertretenden Bundessprechern ihrer Partei gewählt. Im Mai 2021 wurden sie und Tino Chrupalla, der neben Jörg Meuthen ebenso Bundessprecher der AfD ist, zum Spitzenduo für die Bundeswahl gewählt.

Weitere politische Aktivitäten der AfD-Spitzenkandidatin: 

  • 2020: Sprecherin des AfD-Landesverbandes Baden-Württemberg
  • Stellv. Mitglied im Haushaltsausschuss

Über die Person Tino Chrupalla

Tino Chrupalla ist seit November 2019 neben Jörg Meuthen einer der beiden AfD-Bundessprecher. Für die Bundestagswahl 2021 bildet er und Alice Weidel das Spitzenduo ihrer Partei für den Wahlkampf.

Chrupalla wurde am 14. April 1975 in Weißwasser geboren. Er machte eine Ausbildung zum Maler und Lackierer. Anschließend leistete er Zivildienst, bevor er die Meisterprüfung zum Maler- und Lackierermeister machte. Danach machte er sich mit einem eigenen Unternehmen im Maler- und Lackiererhandwerk selbstständig. Heute ist er immer noch Inhaber seines Unternehmens. Chrupalla ist verheiratet und hat drei Kinder. 

Politischer Werdegang von Tino Chrupalla

Tino Chrupalla ist seit 2015 Mitglied in der AfD. Vorher war er von 1990 bis 1992 Mitglied der Jungen Union. Nach eigenen Angaben habe er auch noch lange danach die CDU gewählt. Seine Unzufriedenheit mit der EU-Politik und dem Umgang mit der Flüchtlingskrise trieb ihn dann zur AfD. Im April 2016 wurde er in Görlitz in den AfD-Kreisvorstand gewählt.

Im Oktober 2017 wurde Chrupalla zu einem von fünf stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion gewählt, 2019 wurde er neben Jörg Meuthen zum Bundessprecher gewählt. 

Weitere politische Funktionen von Tino Chrupalla:

  • Ordentliches Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie
  • Stellv. Mitglied im Ausschuss für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen
  • Stellv. Mitglied im Auswärtigen Ausschuss

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Der rechtsextreme Flügel der AfD

Der Flügel war eine Gruppe innerhalb der AfD, in der sich rechtsextreme Kräfte um den Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke sammelten. Im März 2020 wurde der Flügel vom Bundesamt für Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextremistische Bestrebung gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung" eingestuft. Ob sich der Flügel tatsächlich aufgelöst hat, ist nicht geklärt. 

Der Bundessprecher Jörg Meuthen hatte beantragt, den Flügel aufzulösen. Unter anderem stimmten allerdings Alice Weidel und Tino Chrupalla dagegen. Immer wieder werden Vorwürfe laut, das Spitzenduo repräsentiere den rechtsextremen Flügel der Partei. Weidel und Chrupalla weisen diese Anschuldigungen allerdings zurück und sagen, dass sie die gesamte Partei repräsentieren.

Politische Position

Alice Weidel und Tino Chrupalla gelten als Kandidaten des radikalen Lagers um Björn Höcke. Aber wofür steht das Spitzenduo der AfD im Einzelnen? Wir haben uns die Positionen zu unterschiedlichen politischen Themen angesehen, die für die Bundestagswahl 2021 wichtig sind.

EU-Austritt und Wirtschaftspolitik

Die AfD will mehrheitlich aus der EU austreten. Damit soll eine "neue europäische Wirtschafts- und Interessengemeinschaft" gegründet werden. Alice Weidel hat sich außerdem für die Abschaffung von Bargeld und die Rückkehr zu einer goldgedeckten Währung ausgesprochen. Außerdem ist Weidel gegen den Mindestlohn.

Flüchtlingspolitik

Die AfD will wieder Grenzkontrollen einführen und diese auch mit Zäunen an den deutschen Grenzen bestärken. Außerdem sollen Asylsuchende nur noch Anträge stellen können, wenn sie ihre Identität nachweisen können. Familiennachzug für Geflüchtete soll es nicht geben.

Nach der Eroberung Afghanistans durch die Taliban forderte Alice Weidel, dass das Asylrecht ausgesetzt werden soll, damit die Grenzen geschützt und Migranten ohne Einreiseerlaubnis zurückgewiesen werden können.

Umweltpolitik

Die AfD warnt davor, einen aussichtslosen Kampf gegen den Klimawandel zu führen. Stattdessen sollte man sich an die veränderten Bedingungen anpassen. Das Pariser Klimaabkommen will die AfD kündigen. 


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Corona-Politik

Die AfD fordert das sofortige Ende der Lockdown-Maßnahmen. Außerdem lehnen die Parteimitglieder die Pflicht zum Tragen einer Maske ab. Alice Weidel erklärte, dass sie sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen will. Sie kritisierte auch, dass gesunde ungeimpfte Menschen diskriminiert werden. Dazu, ob Tino Chrupalla sich impfen lassen hat, wollte er sich in einem Interview nicht äußern.

Steuerpolitik

Die AfD will viele Steuern abschaffen. Nur die Einkommen- und Umsatzsteuer sollen als große Steuern im Fokus stehen. Auch der Solidaritätszuschlag soll vollständig wegfallen. Stattdessen fordert die AfD eine Digitalsteuer für große Internetkonzerne.

Aktuelle Umfragen

Verschiedene Umfrageinstitute fragen regelmäßig ab, welche Partei die Bürger /-innen wählen würden, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre. In den ARD-Deutschlandtrends in diesem Jahr, Umfragen von Infratest dimap, lag die AfD größtenteils vor der FDP. Im März bekam die AfD 11 Prozent, während sowohl die FDP als auch die Linken nur 7 Prozent bekamen (CDU/CSU: 33 Prozent, Bündnis 90/Die Grünen: 20 Prozent, SPD 16 Prozent, Sonstige: 6 Prozent). Damit belegte die AfD lange Zeit den vierten Platz in den Umfragen. 

Aber der Vorsprung der AfD zur FDP fiel nach und nach kleiner aus. Im Juli lagen AfD und FDP dann beide bei 11 Prozent der Stimmen und belegten weiter den vierten Platz. Die CDU/CSU kamen auf 28 Prozent, die Grünen auf 20 Prozent und die SPD auf 15 Prozent (Linke: 7 Prozent, Sonstige: 8 Prozent).

Im August fiel die AfD dann im ARD-Deutschlandtrend dieses Jahr erstmals hinter die FDP und erhielt nur noch 10 Prozent der Stimmen. Die FDP kam auf 12 Prozent (CDU/CSU: 27 Prozent, Grüne: 19 Prozent, SPD: 18 Prozent, Linke: 6 Prozent, Sonstige: 8 Prozent).

Auch eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov vom 3. September zeigt, dass die AfD hinter die FDP gefallen ist. Demnach käme die AfD nur noch auf 12 Prozent. Auf Platz 1 steht die SPD mit 25 Prozent, dann folgt die Union mit 20 Prozent, anschließend die Grünen mit 15 Prozent und danach die FDP mit 13 Prozent. Schlusslicht bilden die Linken mit 8 Prozent (Sonstige: 8 Prozent). Könnte man am Wahltag direkt über den/die Kanzler/ -in abstimmen, würden sich 6 Prozent für Alice Weidel entscheiden und nur 1 Prozent für Tino Chrupalla. Angeführt wird die Umfrage von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Ihn würden 27 Prozent zum Kanzler wählen. 

Prognosen

Dass Alice Weidel oder Tino Chrupalla Bundeskanzlerin oder Bundeskanzler wird, ist eigentlich nicht möglich. Auch eine Koalition der AfD mit anderen Parteien ist unwahrscheinlich, weil bisher alle Parteien eine Koalition mit der AfD abgelehnt haben. Niemand möchte nämlich mit der AfD gemeinsam regieren. 

Der FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner hatte schon im vergangenen Jahr gesagt, dass es mit der AfD keine Kooperation geben könne. Die Union hatte sogar in einem Positionspapier festgehalten, dass eine Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch der AfD nicht denkbar sei. Armin Laschet, Kanzlerkandidat der CDU/CSU lässt daran keinen Zweifel. Er hatte zuletzt gesagt: "Mit denen wird nicht geredet, mit denen wird nicht kooperiert, mit denen wird nicht koaliert."

Spitzenkandidaten anderer Parteien 

Neben der Vorstellung von Alice Weidel und Tino Chrupalla haben wir auch die anderen Spitzenkandidaten /-innen für dich porträtiert und zeigen dir, wofür sie einstehen.

Wahlprogramme der anderen Parteien

In unserer Parteien-Check-Reihe zur Bundestagswahl ergänzen wir nach und nach die Wahlprogramme der Parteien. Hier kannst du dich durch die verschiedenen Programme klicken:

 

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