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28. Okt 2014

Barbara Kotzulla

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Top 10: Das wünschen sich die deutschen Studenten am meisten

-ARCHIV-

Die wichtigsten Ergebnisse der 12. Studierendensurvey im Überblick

Die Wunschliste für das Studium

  • Stärkerer Praxisbezug: Diesen Wunsch äußern 41 Prozent der Studierenden an deutschen Universitäten. Im Vergleich zu den Vorjahren wird dies aber von immer weniger Befragten gefordert: 2001 sprachen sich noch 54 Prozent für einen stärkeren Praxisbezug aus. Ein gutes Zeichen? An den Fachhochschulen beklagen sich nur 20 Prozent über mangelnde Praxis.

  • Lehrveranstaltungen mit weniger Teilnehmern: In den letzten zwölf Jahren ist der Wunsch nach kleineren Vorlesungen und Seminaren fast um die Hälfte geschrumpft (2001: 55 Prozent, 2013: 29 Prozent), doch in der Rechtswissenschaft, der Betriebswirtschaftslehre und der Humanmedizin, den "vollsten" Einzelfächern an den Unis, sehnen sich die Studierenden immer noch danach. Zumal sich dich Überfüllung auch auf die Betreuung auswirkt.

  • Bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Sowohl an der Uni als auch an der FH machen sich etwa ein Viertel der Studierenden Sorgen um ihre beruflische Zukunft. Besonders in den Kultur- und Sozialwissenschaften wünschen sich viele bessere Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt.

  • Mehr und bessere Angebote zur Studienfinanzierung: BAföG, Stipendium, Nebenjob – Damit kommen viele Studierende gut über die Runden. Anders sehen dies vor allem die Studenten in den Sozial-, Rechts- und Kulturwissenschaften an den Unis sowie des Sozialwesens an den Fachhochschulen. Hier ist der Ruf nach einer Verbesserung der Situation besonders laut.

  • Intensivere Betreuung durch Lehrende: Jura, Medizin, BWL – diese drei Studiengänge sind beliebt und oft überfüllt. Kein Wunder, dass sich gerade Studierende dieser Fachrichtungen eine bessere Betreuung wünschen (22 Prozent an der Uni, 15 Prozent an der FH).

  • Erweiterung des Bachelor-Studiums auf vier Jahre: Mehr Zeit zum Studieren wünschen sich vor allem Studierende an Fachhochschulen (24 Prozent). Doch auch 21 Prozent der Uni-Studenten sprechen sich für eine längere Regelstudienzeit aus.

  • Verringerung der Prüfungsanforderungen: Vor allem in den Bachelorstudiengängen an Universitäten wird dieser Wunsch geäußert: 20 Prozent hoffen so, ihre Studiensituation zu verbessern (Master: 13%). An den FHs sind es nur 16 Prozent (Master 9%).

  • Feste studentische Arbeitsgruppen und Tutorien: Ein Drittel der Studierenden in den Rechtswissenschaften fordert eine bessere tutorielle Betreuung und wünscht sich die Einbindung in feste Arbeitsgruppen. Auch in den Wirtschaftswissenschaften (23 Prozent) hätten die Studierenden nichts dagegen einzuwenden.

  • Mehr Beteiligungsmöglichkeiten an Forschungsprojekten: Forschung? Muss nicht sein! An den Unis und Fachhochschulen wünscht sich nur noch jeder siebte bzw. sechste Studierende einen stärkeren Forschungsbezug.

  • Änderung der Prüfungs- und Studienordnun: Nur noch eine Studentengruppe scheint mit den aktuellen Bedingungen unzufrieden zu sein: Denn es sind größtenteils die Studierenden der Rechtswissenschaft die hier Reformbedarf sehen (Uni: 16 Prozent, FH: 12 Prozent).

Das Studium in Deutschland in Zahlen

Das 12. Studierendensurvey des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat sich aber nicht nur mit den Wünschen und Forderungen der Studenten an deutschen Universitäten befasst, es hat sich auch ganz allgemein mit der Studiensituation und dem studentischen Leben beschäftigt. Insgesamt befragte die Arbeitsgruppe Hochschulforschung der Universität Konstanz dafür im Wintersemester 2012/13 rund 5.000 Studierende an 25 Hochschulen.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Von den Bachelor-Studenten an den Unis wollen vier Fünftel noch ein weiterführendes Master-Studium absolvieren. Besonders in den Naturwissenschaften (82 Prozent) und in den Ingenieurwissenschaften (77 Prozent) hängen die Studierenden noch einen Master dran.
  • 79 Prozent der deutschen Studierenden erwarten nach dem Studium einen spannenden Job. 43 Prozent teilen die Erwartung, mit ihrem an der Hochschule erworbenen Wissen die Gesellschaft verbessern zu können.
  • 89 Prozent der Medizin-Studenten würden sich wieder für ihr Studienfach entscheiden, bei den Kultur- und Wirtschaftswissenschaften sind es "nur" 75 Prozent.
  • 73 Prozent der Befragten sind zufrieden mit dem Studentenleben.
  • Soziologen beschäftigen sich nur an 23 Stunden ihrer Semesterwoche mit dem Studium, Tiermediziner haben dagegen einen zeitlichen Aufwand von 45 Stunden.
  • Mehr als die Hälfte aller Studierenden arbeitet neben dem Studium.
  • An den Unis sind es 70 Prozent, an den Fachhochschulen 76 Prozent: Die meisten Studenten denken, dass sie keine Probleme haben werden, nach der Uni einen Job zu finden.

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