Spitzenkandidat der CDU im Jahr 2021 Armin Laschet
Armin Laschet gilt als CDU-Spitzenkandidat für 2021 | Foto: Olaf Kosinsky, 2021-01-23 Armin Laschet MG 5666, Skalierung von patricia_schmidt, CC BY-SA
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29. Jun 2021

Marek Firlej

News

CDU-Spitzenkandidat 2021: Armin Laschet


Inhalt

  1. Zur Person Armin Laschet
  2. Politischer Werdegang
  3. Laschet und die Uni
  4. Aktuelle Umfragen
  5. Politische Position
  6. Prognosen

Über die Person Armin Laschet

Armin Laschet ist zurzeit Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und seit Anfang 2021 Bundesvorsitzender seiner Partei, der CDU. Geboren wurde er am 18. Februar 1961 in Aachen. Der Stadt ist er durch zahlreiche Tätigkeiten eng verbunden und lebt auch heute noch dort.

Nach seinem Abitur 1981 verwarf er die Idee, Theologie zu studieren, und entschied sich für ein Jurastudium in München und Bonn. Dabei wurde er von der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung mit einem Stipendium gefördert. 1987 legte er sein Erstes juristisches Staatsexamen ab, begann danach aber eine journalistische Ausbildung. Diesen Beruf wusste Armin Laschet mit seinem politischen Engagement zu verbinden, indem er von 1987 bis 1994 als wissenschaftlicher Berater bei der Präsidentin des Deutschen Bundestages, Rita Süssmuth (CDU), tätig war. Von 1991 bis 1994 war er Chefredakteur der "KirchenZeitung Aachen" und anschließend vier Jahre Geschäftsführer und Leiter der Einhard-Verlags GmbH.

Der CDU-Spitzenkandidat 2021 ist praktizierender Katholik und gilt in konservativen Kreisen dieser Kirche als gut vernetzt. Den Glauben seiner Familie bezeichnet Laschet gerne als "rheinisch-katholisch".

Seine Familie, das sind seine Frau Susanne Laschet (geb. Malangré) und drei erwachsene Kinder.

Politischer Werdegang: Mit der CDU von Aachen nach Europa und zurück

Armin Laschets Eltern waren CDU-Wähler, aber nicht politisch aktiv. Der junge Armin selbst aber trat schon zu Schulzeiten in die Schüler-Union (SU) ein, wo er auch den Kreisvorsitz übernahm. 1979 schon, also noch vor seinem Abitur, wurde er Mitglied der CDU. Dort stieg er schnell auf. Mit 28 Jahren wurde Armin Laschet jüngster Ratsherr in Aachen. Obwohl er auf dem politischen Parkett außerhalb seiner Heimatstadt Karriere machte, blieb er bis 2004 Mitglied des Stadtrats. 1991 wählte ihn der Aachener CDU-Bezirksverband zum stellvertretenden Vorsitzenden. 1994 wurde der Aachener in den Deutschen Bundestag gewählt, verlor das Mandat vier Jahre später aber an die SPD-Politikerin Ulla Schmidt.

Doch das hielt Armin Laschet nicht davon ab, weiter in der großen Politik aktiv zu sein, sonst wäre er heute ja nicht CDU-Spitzenkandidat. Weitere Sprossen auf seiner Karriereleiter waren:

  • 1999–2005: Mitglied des Europäischen Parlaments
  • 2005–2010: NRW-Landesminister für Generationen, Familie, Frauen und Integration
  • 2008: Wahl in den Bundesvorstand der CDU
  • 2010: NRW-Landesminister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien
  • 2012–2021: stellvertretender Vorsitzender der CDU

Die Ämter, die der Kanzlerkandidat derzeit auf sich vereint, sind die folgenden:

  •  Seit 2012: Vorsitzender der CDU Nordrhein-Westfalen
  • Seit 2017: Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Seit 2021: Bundesvorsitzender der CDU

Spitzenkandidat CDU 2021 Studium und Werdegang


Armin Laschet und die Uni – Stichwort Noten-Skandal

Wie wohl jeder Politiker vermag es Armin Laschet, nicht nur in der Politik zu netzwerken, sondern auch in anderen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen aktiv zu sein bzw. mit entsprechenden Ehren versehen zu werden. Besonders interessant ist für uns natürlich seine akademische Beziehung.

Der "Bevollmächtigte für die deutsch-französischen kulturellen Beziehungen" vermittelt in Sachen Kultur und Bildung zwischen Deutschland und Frankreich. Diesen Posten hat der CDU-Spitzenkandidat seit Januar 2019 inne. Außerdem ist er Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

16 Jahre lang, nämlich von 1999 bis 2015, nahm Laschet einen Lehrauftrag an der RWTH Aachen wahr. Diesen Lehrauftrag an der Elite-Uni gab er nach dem sogenannten "Noten-Skandal" auf. So ließ er in einem Politikwissenschaft-Master-Seminar Klausuren schreiben, die aber "auf dem Postweg abhandengekommen" waren. Also habe er die Noten aus seinen Notizen "rekonstruiert". Dabei hat er allerdings auch Studierende benotet, die die Klausur gar nicht mitgeschrieben hatten. Wie genau also die Noten zustande gekommen sind, darüber darf spekuliert werden. Seitdem ist der Spitzenpolitiker jedenfalls insbesondere unter Aachener Studierenden als "Würfel-Armin" bekannt.

Aktuelle Umfragen zur Bundestagswahl 2021

Der NRW-Ministerpräsident ist kein unumstrittener Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2021. Neben ihm erklärte auch Markus Söder aus der Schwesterpartei CSU im April die Absicht, als Kanzler zu kandidieren. In zahlreichen Umfragen lag der bayerische Ministerpräsident, teilweise mit Abstand (79 % zu 29 % unter CDU/CSU-Anhängern; Infratest-dimap-Umfrage vom 1.4.2021), vor dem Aachener. In der Nacht zum 20. April stimmten aber letztlich 77,5 % der CDU-Bundesvorstandsmitglieder für Armin Laschet.

Diverse Medien kommentierten dieses Ergebnis skeptisch. "Keine gute Voraussetzung für den Wahlkampf" und "Die CDU zweifelt an sich selbst" schrieb die Deutsche Welle.

Das ZDF-Politbarometer führte im Mai 2021 eine Umfrage unter der Fragestellung "Würden sich die folgenden Kanzlerkandidaten als Bundeskanzler/in eignen?" durch. Zur Auswahl standen die Spitzenkandidatin der Grünen, Annalena Bearbock, Olaf Scholz von der SPD und CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet. Laschet erzielte dabei die geringsten Werte für "Ja" und die höchsten für "Nein", außerdem hat er die wenigsten Befürworter aus seiner eigenen Partei.

In einer Juni-Umfrage von RTL und n-tv, wen die Bürger direkt zum Kanzler wählen würden, wenn es möglich wäre, lag der CDU-Kanzlerkandidat mit 19 % an zweiter Stelle hinter Grünen-Politikerin Baerbock (24 %) – oder an dritter, denn "keinen der drei" ist mit 43 % die häufigste Antwort gewesen.

Politische Positionen und Wahlversprechen des CDU-Spitzenkandidaten 

Trotz Armin Laschets Verbindungen zu konservativen katholischen Kreisen sehen Beobachter in dem CDU-Spitzenkandidaten keinen religiösen Hardliner, sondern eher einen bürgerlich-liberalen Politiker.

Wofür steht der Kanzlerkandidat der Union denn im Einzelnen? Wir haben uns seine Positionen zu unterschiedlichen politischen Themen angesehen, die für die Bundestagswahl 2021 wichtig sein können.

Familie

Armin Laschet sieht die Familie als "Keimzelle der Gesellschaft" und will diese stärken, indem er Beruf und Familie vereinbarer macht. Außerdem will er eine "nachhaltige Altersversorgung".

Bildung und Wissenschaft

Der CDU-Spitzenpolitiker will das Versprechen vom "Aufstieg durch Bildung" einlösen, unabhängig von der Herkunft der Eltern. Außerdem will er in die berufliche (Aus-)Bildung investieren. "Computing", also vermutlich der Umgang mit Computern, soll "schulische Grundkompetenz" werden. Der Wissenschaftsaustausch innerhalb Europas soll intensiviert werden.

Digitalisierung

Die digitale Infrastruktur soll modernisiert werden (flächendeckender 5G-Ausbau), ebenso die Arbeitsabläufe von Behörden.

Klima

Armin Laschet will zwar den Ausstieg aus der Kohle umsetzen, aber betont gleichzeitig, dass die Industrie wettbewerbsfähig bleiben muss. Dabei versteht er Ökologie und Ökonomie eng verbunden. Laschet sieht Wasserstoff als Energielieferanten der Zukunft und will die Automobilwirtschaft zu Innovationen ermuntern.


Spitzenkandidat CDU 2021 Kohleausstieg


Einwanderung

Zuwanderung ist dem Spitzenkandidaten der CDU willkommen, solange sie "geordnet" abläuft. Der Fachkräftemangel soll mit qualifizierten Zuwanderern beseitigt werden. Illegale Aufenthalte aber sollen beendet werden bzw. gar nicht erst geschehen. Darum setzt Laschet sich für eine Stärkung der EU-Grenzwache Frontex ein.

Außenpolitik

"Bündnisse statt Isolation" ist das Motto von Laschets Außenpolitik. Er will eine europäische Außenpolitik, insbesondere in Klimadingen. Aber auch innerhalb der EU sollen Chancen genutzt und schneller gemeinsame Lösungen gefunden werden. Die NATO sieht Laschet als Garanten für die nationale Sicherheit an.

Prognose für den Kanzlerkandidaten der CDU

Bislang liegt die Union in allen Umfragen zur Bundestagswahl 2021 vorn. Der Spitzenkandidat der CDU aber, Armin Laschet, schneidet als Person selbst nicht so gut ab. Der Unions-interne Machtkampf mit Markus Söder hat die Partei ein wenig geschwächt, und viele Experten sind sich nicht sicher, ob Armin Laschet wirklich die beste Wahl für die CDU gewesen ist.

Dennoch sind seine Aussichten, 2021 Bundeskanzler zu werden, nicht schlecht. Zwar genießt Annalena Baerbock (Grüne) hohe Sympathiewerte, aber ihre Umfragewerte schwanken. Zudem sind die Grünen noch keine Volkspartei. Eine ehemalige Volkspartei, die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Olaf Scholz, befindet sich nach wie vor im Abwärtstrend. Es könnte also insbesondere die gefestigte Stärke der CDU sein, die Armin Laschet zum Kanzleramt verhilft. Es wäre schon passend, wenn ein änderungsscheues Wahlverhalten einen Konservativen siegen lässt.

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