Sozialstudie Deutsches Studentenwerk
Vollzeitstudis investieren 33 Stunden pro Woche ins Studium | Foto: Unsplash/AlexanderSolodukhin
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29. Jun 2017

Sandra Ruppel

News

Umfrage des Studentenwerks: Wie lebt ihr, Studis?

21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks

Am Ende des Geldes ist bei den meisten Studis noch ziemlich viel Monat übrig. Kennt man. Dass das nicht nur ein Spruch ist, der sich gut als lustiges Meme eignet, sondern auch tatsächlich ein Problem ist, belegen die Zahlen der Studentenwerks-Erhebung.

Demnach ist der durchschnittliche Studierende 24,7 Jahre alt und hat 918 Euro im Monat zur Verfügung. Die braucht man auch tatsächlich, denn allein für die Miete gehen im Schnitt monatlich etwa 323 Euro drauf. Wer in Städten wie München, Frankfurt oder Ingolstadt studiert, kommt mit diesem Betrag nicht mal hin. Denn laut einer – ebenfalls aktuellen – Studie des Moses Mendelssohn Instituts sind diese drei Städte die, in denen die Mieten am höchsten sind. So muss man in München im Schnitt 570 Euro für die Miete aufbringen, in Frankfurt 450 Euro und in Ingolstadt immerhin noch 430 Euro. Wer alleine wohnt, zahlt in der Regel noch mehr.

Schmeiß die Fuffis durch den Club?

Diese Menge an Geld können die wenigsten Studis aus eigener Kraft aufbringen – nicht überraschend ist also ein weiteres zentrales Ergebnis der Studentenwerks-Erhebung: Immer mehr Studierende sind nicht nur auf Nebenjobs, sondern auch auf die finanzielle Unterstützung ihrer Eltern angewiesen. Da das Studium für viele so aufwendig ist, wie ein Vollzeitjob, bleibt keine Zeit, um zusätzlich noch eben schnell knapp 1000 Euro im Monat zu verdienen.

Durchschnittlich unterstützen Eltern ihre Kinder also mit 541 Euro im Monat. 2012 waren es 481 Euro. Jeder fünfte Studi lebt außerdem noch zu Hause oder bei Verwandten.

Und was ist mit BAfög?

Die Studie des Studentenwerks zeigt, dass die Zahl der Studierenden, die Bafög bekommen, ziemlich niedrig ist: Im Sommer 2016 haben nur 18 Prozent aller Studis Unterstützung des BAfög-Amtes bekommen. Zwar spiegelt sich in dieser Prozentzahl die Erhöhung des Bafög-Höchstsatzes auf 735 Euro noch nicht wieder, die es seit Herbst 2016 gibt.

Allerdings hat das Deutsche Studentenwerk in einer separaten Studie, die bereits Ende Mai veröffentlicht wurde, herausgefunden, dass auch nach der BAfög-Reform Ende letzten Jahres die Unterstützung immer noch zu niedrig ausfällt. Denn nicht jeder bekommt den Höchstsatz von 735 Euro – die fixen Ausgaben der Studierenden belaufen sich aber nichtsdestotrotz auf zwischen 900 und 1000 Euro im Monat. Je nachdem, in welcher Stadt die Studierenden wohnen und ob sie beispielsweise einen Wohnheimplatz haben, oder nicht.


Weitere Ergebnisse der Studie des Deutschen Studentenwerks siehst du in unserer Infografik:

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DSW-Studie: Kurz und Knapp

  • 1951 hat das Deutsche Studentenwerk zum ersten Mal eine Sozialerhebung unter den Studierenden durchgeführt.
  • Die Befragung findet seitdem alle vier Jahre statt.
  • 2016 haben 60.000 Studierende an der Onlinebefragung teilgenommen, 2012 waren es hingegen nur 16.000 der deutschlandweit insgesamt 2,8 Millionen Studierenden. Die höhere Zahl der Teilnehmer und Teilnehmerinnen ermöglicht diesmal also ein deutlich differenzierteres Bild als bei der letzten Umfrage.
  • Die ganze Umfrage kannst du hier sehen: sozialerhebung.de/hauptbericht.pdf
  • Die Ergebnisse der Studie zur Bafög-Reform von Mai 2017 findest du hier: studentenwerke.de/bafög-bedarfssätze-zu-niedrig

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