Sprachen lernen Freunde
Sprachen lernen kannst du am besten im Austausch mit anderen. | Foto: Sabrina Bracher / Getty Images
Autor

28. Jul 2022

Elena Weber

Lerntipps

Sprachen lernen: So gehst du es am besten an

Sprachen lernen: an der Uni besonders einfach

Einen Podcast auf Englisch hören oder einen Film im Originalton gucken – das ist eigentlich selbstverständlich. Grundvoraussetzung dafür sind Fremdsprachenkenntnisse. Diese erwirbst du schon in der Schule. Im Studium ist es besonders unkompliziert, diese Kenntnisse auszubauen oder sogar eine ganz neue Sprache zu lernen, denn Sprachkurse sind an der Uni leicht zugänglich und für dich als eingeschriebene /-r Student /-in kostenlos. Und das ist nur einer von vielen Gründen, warum sich das Sprachenlernen lohnt.


Inhalt

  1. Gründe
  2. Beliebte Fremdsprachen
  3. Welche Sprache soll ich lernen?
  4. Voraussetzungen
  5. Lernmethoden
  6. Tipps
  7. Sprachlevel
  8. FAQs
  9. Übersicht
  10. Fremdsprachen

Warum solltest du überhaupt Sprachen lernen?

Die Frage, warum du überhaupt eine Sprache stellen solltest, stellt sich eigentlich gar nicht. Dass du ab einem gewissen Bildungsgrad über bestimmte Fremdsprachenkenntnisse verfügst, gilt heutzutage als selbstverständlich. Also fragen wir lieber, warum du noch eine weitere Sprache lernen oder deine bestehenden Fremdsprachenkenntnisse vertiefen solltest.

Dafür gibt es mehrere Gründe. Grundsätzlich lohnt es sich immer, seine Fremdsprachenkenntnisse zu erweitern, sei es aus persönlichem Interesse, als Ergänzung zu deinem Studienfach oder für einen Auslandsaufenthalt. Und natürlich kann dir eine Fremdsprache auch in der Bewerbung um einen Job Vorteile bringen.

Hier sind einige Gründe, warum du Sprachen lernen solltest:

  • Karriere: In vielen Jobs sind Fremdsprachenkenntnisse gefragt. Und selbst wenn du vor allem exotischere Fremdsprachen nicht im Job anwenden kannst, zeigst du damit, dass du über Soft Skills wie interkulturelle Kompetenzen, Fleiß und Durchhaltevermögen verfügst.
  • Studium: In einigen Studienfächern sind Fremdsprachenkenntnisse Pflicht. 
  • Auslandsaufenthalt: Ob Auslandssemester oder Urlaubsreise – sich in der Landessprache verständigen zu können, ist immer von Vorteil.
  • interkulturelle Kompetenz: Wenn du eine Sprache lernst, lernst du automatisch auch Kultur, Geschichte und Traditionen kennen.
  • Allgemeinbildung: Mit dem Lernen einer Sprache erwirbst du zusätzliches Allgemeinwissen.
  • Gehirnleistung steigern: Sprachen lernen fördert deine kognitiven Fähigkeiten und verbessert dein allgemeines Sprachverständnis. Auch deine Muttersprache verbessert sich.

Was bei all dem aber immer der wichtigste Grund sein sollte: Motivation. Such dir, wenn möglich, eine Sprache aus, die dir gefällt und die zu lernen dir Spaß macht. Schließlich lernst du eine Sprache hauptsächlich für dich selbst.


Sprachen lernen Sprachreise


Beliebte Fremdsprachen

Klar, Englisch lernst du in der Schule sowieso, als zweite Fremdsprache gehören Französisch, Spanisch und Italienisch zu den gängigsten Sprachen, die du in der Schule lernst. Lange Zeit war es außerdem selbstverständlich, in der Schule Latein zu lernen. Das ändert sich momentan. Statt Latein werden zunehmend Sprachen angeboten, die früher eher als exotisch galten, etwa Chinesisch oder Mandarin. Das liegt daran, dass die Welt durch Globalisierung und Digitalisierung immer weiter zusammengerückt ist. Eine Weltsprache wie Englisch, die überall auf der Welt gesprochen und verstanden wird, ist da ein großer Vorteil für die globale Kommunikation.

Zu den weltweit am meisten gesprochenen Sprachen gehören Mandarin, Englisch, Spanisch, Hindi und Arabisch. Entsprechend hoch ist auch die Anzahl der Menschen, die diese Sprachen als Fremdsprachen lernen.

Welche Sprache soll ich lernen?

Auf der Welt gibt es etwa 7.000 Sprachen plus unzählige Dialekte. Die Auswahl, eine Sprache zu lernen, ist somit groß. Welche Sprache du lernst, ist meistens erstmal vorgegeben. Wenn du nicht mehrsprachig aufwächst und das Glück hast, mehr als eine Muttersprache zu haben, ist die erste Fremdsprache, die du als deutsche /-r Muttersprachler /-in lernst, Englisch. An den meisten Schulformen kommt dann in der Regel noch eine zweite Fremdsprache hinzu. Hier ist die Auswahl oft auf Französisch, Spanisch, Italienisch, Latein und vielleicht noch Russisch und Chinesisch beschränkt (wobei der Großteil der deutschen Schulen neben Englisch maximal noch zwei weitere Fremdsprachen anbietet).

Je nachdem, für welches Studienfach du dich entscheidest, kann es sein, dass du ebenfalls Kenntnisse in einer bestimmten Fremdsprache nachweisen musst. Häufig ist das bei geisteswissenschaftlichen Studiengängen wie Theologie, Geschichte, Religionswissenschaften oder sprachgebundenen Fächern wie Anglistik, Slavistik oder Japanologie der Fall. Unabhängig davon kann es natürlich auch sein, dass du "einfach so" eine (weitere) Fremdsprache lernen möchtest. Wenn du dich nicht entscheiden kannst, welche es sein soll, können dir bei der Auswahl folgende Kriterien weiterhelfen:

  • Welches Land und welche Kultur interessieren dich besonders?
  • Gibt es Sprachen, die dir besonders gefallen?
  • Brauchst du für deinen Berufswunsch eine bestimmte Fremdsprache?
  • Planst du einen Urlaub oder einen längeren Auslandsaufenthalt?

Bedenke dabei, dass es dir leichter fällt, eine Sprache zu lernen, wenn du auch Spaß und Interesse daran hast, als wenn du das Lernen als reine Pflichtveranstaltung betrachtest. Möchtest du also zum Beispiel gerne Rumänisch lernen: Go for it. Zwar bringt dir diese Fremdsprache karrieretechnisch wahrscheinlich nicht den krassen Vorteil, aber wenn dich Sprache und Kultur interessieren und du motiviert bist, erfüllst du die wichtigsten Voraussetzungen, um eine Sprache zu lernen. 

Voraussetzungen

Es gibt nur wenige Voraussetzungen, die du zum Sprachen lernen brauchst: Motivation, Fleiß und Durchhaltevermögen. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Und auch eine schlechte Note sollte dich nicht abschrecken. Nur weil du in der Schule nicht so gut in Franze warst, heißt das nicht, dass du nicht dein Französisch verbessern kannst. Und nur weil dir Spanisch überhaupt keinen Spaß gemacht hat, bedeutet das nicht, dass du nicht total viel Spaß am Norwegisch lernen hast.


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Mit diesen 10 Methoden kannst du Sprachen lernen

Sprachen lernen ist mehr als stumpfes Vokabeltraining. Es gibt viele verschiedene Lerntechniken, mit denen du lernen kannst. Und wie du es vom Englisch lernen wahrscheinlich schon kennst: Die eine Lernmethode, mit der du eine Sprache perfekt lernen kannst, gibt es nicht. Sprachen lernen ist immer eine Kombination aus verschiedenen Methoden. Welche Kombination das letztlich ist, musst du für dich herausfinden. Das heißt, dass du ausprobieren solltest, was du für ein Lerntyp bist und mit welchen Methoden du am besten zurechtkommst.

Die zehn gängigsten Methoden zum Sprachen lernen sind:

  1. Sprachkurse an 
  2. Onlinekurse
  3. Apps
  4. Sprachreisen 
  5. Auslandsaufenthalte
  6. Tandempartner /-in
  7. Privatunterricht
  8. Bücher, Podcasts und Filme
  9. Lernen im Alltag
  10. bestimmten Lerntechniken

Beachte, dass bei diesen Methoden unterschiedlich hohe Kosten auf dich zukommen. Eine Sprachreise oder gar ein längerer Aufenthalt im Ausland sind natürlich um ein Vielfaches teurer als Apps oder Sprachkurse. Einige Methoden, wie der Austausch mit einem /-r Tandempartner /-in, sind sogar kostenlos.

1. Sprachkurse

Die Basis zum Erlernen einer Fremdsprache ist der Sprachkurs. Er bietet dir die Möglichkeit, die Sprache strukturiert und unter Anleitung zu lernen. Dort hast du eine /-n Ansprechpartner /-in, der/die dir bei Fehlern und Fragen helfen kann. Außerdem findet der Kurs zu festen Zeiten statt: Prokrastination hat da keine Chance.

Sprachkurse findest du an Unis, Volkshochschulen oder Sprachschulen. Je nachdem, wo du wohnst und welche Sprache du lernen möchtest, kann das Angebot jedoch unterschiedlich ausfallen. Möchtest du zum Beispiel Finnisch oder Koreanisch lernen, kann es schwieriger bis unmöglich sein, einen Sprachkurs vor Ort zu finden. Entscheidest du dich hingegen fürs Italienisch oder Türkisch lernen, ist die Wahrscheinlichkeit, einen Sprachkurs zu finden, deutlich größer.

2. Onlinekurse

Wenn du keinen Sprachkurs vor Ort findest oder solche Kurse eher nicht so dein Ding sind, bieten sich online zahlreiche Alternativen an. Vergleiche hier aber unbedingt die Preise und achte darauf, dass du an einen seriösen Anbieter gerätst.

3. Apps zum Sprachen lernen

Praktisch, zeitlich flexibel und spontan nutzbar: Apps sind beim Sprachen lernen sehr beliebt. Auch hier gibt es zahlreiche Anbieter, die du in vollem Umfang aber meist nicht kostenfrei nutzen kannst. Hinzu kommt, dass du beim Lernen meist auf dich allein gestellt bist und bei Unklarheiten niemanden hast, der dir Fragen beantworten kann. Dennoch sind Apps eine super Ergänzung zu einem Sprachkurs und können dich beim Vokabel lernen unterstützen. 

4. Sprachreisen

Der effektivste Weg, eine Sprache zu lernen, ist ein Auslandsaufenthalt, beispielsweise in Form einer Sprachreise. Sie verknüpft Urlaub und Lerneinheiten miteinander und bietet dir ein strukturiertes Programm, mit dem du deine Sprachkenntnisse gezielt verbessern kannst. Allerdings sind Sprachreisen nicht günstig und daher ist diese Lernmethode leider eine Frage des Geldes.

5. Ausland

Sprachreisen sind natürlich nicht die einzige Möglichkeit für einen Aufenthalt im Ausland. Ist in deinem Studienplan ein Auslandssemester vorgesehen, kannst du dafür möglicherweise Auslands-BAföG beantragen. Weitere Möglichkeiten sind Work & Travel oder WWOOFing, wo du dir während des Reisens durch Arbeiten etwas dazuverdienen kannst. Und der ganz klassische Urlaub ist natürlich auch eine gute Gelegenheit, deine Sprachkenntnisse zu testen.

6. Lernen mit Tandempartner /-in

Um mit Muttersprachlern /-innen zu sprechen, musst du nicht zwangsläufig ins Ausland. Du kannst dir auch eine /-n Tandempartner /-in suchen, mit dem /-r du dich regelmäßig triffst und dich austauschen kannst. So bekommst du die nötige Sprachpraxis und lernst direkt noch neue Leute kennen. Tandempartner /-innen findest du an der Uni oder über Social Media.

7. Privatunterricht

Eine Eins-zu-eins-Betreuung im Privatunterricht kann, je nachdem, was du für ein Lerntyp bist, angenehmer und effizienter sein als der Besuch eines Sprachkurses, in dem mehrere Leute sitzen. Und Privatunterricht muss auch gar nicht so teuer sein. An der Uni findest du viele Studierende, die sich im Nebenjob etwas dazuverdienen möchten und Sprachunterricht anbieten. 

8. Bücher, Podcasts und Filme

Wenn du dich entscheidest, eine Sprache zu lernen, wirst du dir vielleicht auch das ein oder andere Fachbuch anschaffen. Dies ist zwar meistens nicht ganz günstig, oft aber übersichtlicher, als wenn du dir alles im Internet zusammensuchen musst. Doch abgesehen davon eignen sich auch Kinderbücher oder andere Unterhaltungsliteratur als Lernmaterialien.

Besonders gut fürs Hörverständnis eignen sich Podcasts und Musik. Lieder kannst du als Übung zusätzliche übersetzen, bei Filmen kannst du einfach die Untertitel mitlaufen lassen.

9. Lernen im Alltag

Auch im Alltag kannst du mit einfachen Mitteln deine Sprachkenntnisse fördern. So könntest du zum Beispiel anfangen, deine Einkaufszettel in der entsprechenden Sprache zu schreiben oder dir ein Memory aus Vokabeln basteln. Werde hier einfach kreativ. 

10. Lerntechniken

Darüber hinaus gibt es noch bestimmte Lerntechniken, mit denen du eine Sprache lernen kannst. Dazu gehören der Klassiker – Vokabeln lernen mit Karteikarten – genauso wie Mnemotechniken oder gezieltes Gedächtnistraining. Bekannte Lernmethoden sind zum Beispiel die Pomodoro-Technik oder Lernen im Schlaf

Es gibt noch viele andere Lerntechniken, die dir mit bestimmten Abläufen und Vorgaben das Lernen erleichtern wollen. Ob sie für dich funktionieren, musst du einfach selbst ausprobieren.

Tipps fürs Sprachen lernen

Unabhängig davon, mit welchen Methoden du nun lernst, gibt es noch ein paar ganz allgemeine Tipps, die dir helfen können, eine Sprache zu lernen.


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Sprachlevel

Wie gut deine Fremdsprachenkenntnisse sind, kannst du anhand von Sprachleveln bestimmen. Sprachlevel geben an, auf welchem Sprachniveau du eine Sprache beherrscht. Es reicht von der elementaren Sprachverwendung über die selbstständige Anwendung bis zur kompetenten Sprachverwendung und umfasst die Stufen A1, A2, B1, B2, C1 und C2. Die Inhalte der Sprachlevel sind im GER, dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen, festgelegt. Um zum Beispiel dein Sprachlevel im Lebenslauf anzugeben, kannst du dich daran orientieren.

Wichtige Fragen

Was ist die beste Methode, eine Sprache zu lernen?

Die beste Methode, eine Sprache zu lernen, ist ein Auslandsaufenthalt, der am besten über die Dauer eines üblichen Urlaubs hinausgeht. So hast du die Chance, dich vor Ort umgeben von Muttersprachlern /-innen zu verständigen. 

Wie lernt man am besten eine Sprache alleine?

Um eine Sprache alleine zu lernen, hast du viele Möglichkeiten. Du kannst online nach Sprachkursen und Tutorials suchen, Apps verwenden und Bücher, Podcasts und Filme in der jeweiligen Sprache nutzen. Außerdem kannst du versuchen, die Sprache so weit wie möglich in deinen Alltag einzubauen

Welche App ist die beste, um Sprachen zu lernen?

Es gibt inzwischen zahlreiche Apps, mit denen du Sprachen lernen kannst. Um herauszufinden, welche für dich am besten geeignet ist, kannst du verschiedene ausprobieren, die meisten bieten eine kostenlose Testversion.

Wie lernt man am besten Sprachen kostenlos?

Neben kostenlosen Apps kannst du Online-Videos, Podcasts oder Filme nutzen, um kostenlos Sprachen zu lernen. 

Sprachen lernen im Überblick

  • Es gibt viele verschiedene Methoden, eine Sprache zu lernen.
  • Grundsätzlich ist bei einer Sprache, die du neu lernst, ein Sprachkurs zu empfehlen.
  • Mit Apps, Büchern, Filmen und Podcasts kannst du auch zu Hause lernen.
  • Sprachen lernen fördert deine interkulturellen Kompetenzen und steigert deine kognitiven Fähigkeiten.
  • Die wichtigsten Voraussetzungen fürs Sprachen lernen sind Motivation und Durchhaltevermögen.

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