Schreibtyp
Jede/r schreibt anders – wie schreibst du? | Foto: Thinkstock/Catalin205
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01. Jul 2015

Gastbeitrag

Hausarbeit & Co.

Teste dich: Welcher Schreibtyp bist du?

Wissenschaftliches Arbeiten optimieren

Der Schreibtyp-Test

Entscheide dich jeweils zwischen a), b) und c), notiere dir deine Antworten und schaue dann, welche Antwort du am häufigsten genommen hast.

Wie viele Aufsätze liest du in etwa, bevor du anfängst, eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben?
a) 3 bis 6
b) 1 bis 2
c) Mindestens 7 und das ein oder andere Buch

Welcher dieser Aussagen stimmst du am ehesten zu?
a) "Bevor ich anfange, zu schreiben, muss ich die wichtigsten inhaltlichen Fragen geklärt haben."
b) "Beim Schreiben klären sich meine Gedanken."
c) "Ich möchte einen fundierten Überblick über die Forschungsliteratur haben, bevor ich anfangen kann, zu schreiben."

Auf welche Weise zitierst du?
a) Ich zitiere nur prägnante Aussagen, die in der Forschungsliteratur besonders herausstechen, direkt. Sonst belege ich meine Argumente regelmäßig durch indirekte Textverweise.
b) Ich schreibe zunächst frei und zitiere dann in einem nächsten Schritt die wichtigsten Punkte indirekt oder in Ausnahmefällen direkt.
c) Ich belege die meisten meiner Aussagen. Dabei verweise ich auf Kontroversen in der Forschungsliteratur und ggf. auf Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten.

Achtest du beim ersten Textentwurf auf korrekte Formulierungen?
a) Ich beachte die Rechtschreibregeln und schreibe meist ganze Sätze. Aber wenn mir auf Anhieb keine perfekte Formulierung einfällt, schreibe ich trotzdem weiter.
b) Nein, das kommt erst im nächsten Schritt.
c) Ja, denn der Text soll gut lesbar sein.

Hast du manchmal Angst, dass deine Arbeitszeit nicht ausreicht?
a) Manchmal, aber alles in allem ist der Zeitrahmen ausreichend.
b) Nein, ich kann mich auch nicht zu lange mit einem Thema beschäftigen.
c) Ja, manchmal weiß ich gar nicht, wohin meine Zeit verfliegt.


Die Auswertung

Überwiegend A: Der Praxisschreiber ...

... versucht, ein gesundes Mittelmaß zwischen Information und Schreibfluss zu finden und ist damit auf einem sehr guten Weg. Texte produziert er mit der nötigen Sorgfalt, weiß aber auch, dass kein Erstentwurf perfekt sein muss – den Feinschliff übernimmt er lieber in einem zweiten Schritt.

  • Du kommst schnell voran, bist aber auch gründlich.
  • Du kannst dir deine Zeit sinnvoll einteilen.
  • Du weißt in etwa, wie viel Literatur du in welcher Zeitspanne bearbeiten kannst.

Schreibtipps

  • Die Endfassung ein paar Tage liegen lassen, bevor sie final überprüft wird. Mit etwas zeitlichem Abstand fallen Fehler und Ungenauigkeiten besser auf.
  • Bei der Überarbeitung des Erstentwurfs ist scharfe Kritik gefragt: Ist die Gliederung logisch? Sind die Argumente nachvollziehbar?
  • Fremde erkennen Schwachstellen oft viel leichter.
  • Die formale Gestaltung nicht vergessen!

Überwiegend B: Der schnelle Schreiber ...

... fackelt nicht lange, sondern schreibt drauflos und kommt zügig voran. Er kennt die wichtigste Sekundärliteratur, aber nicht jeden einzelnen Aufsatz zum Thema. Er zitiert nur dann, wenn eine Aussage besonders wichtig erscheint.

  • Du kommst gut mit dem Zeitrahmen zurecht.
  • Du hast keine Schreibhemmungen und verzettelst dich nicht bei der Literaturrecherche und beim Lesen.
  • Du hast Probleme, die geforderten Seiten zu füllen, und mogelst dich mit Tricks (Zeilenabstand etc.) durch.
  • Dir passieren manchmal Flüchtigkeitsfehler, weil du den genauen Sachverhalt nicht überblickst.

Schreibtipps

  • Sich die Zeit für eine gründliche Recherche nehmen.
  • Gedanken erst stichpunktartig, am besten mit vollständiger Literaturangabe, woher die Idee kommt, aufschreiben.
  • Wenn der Überblick da ist, anfangen auszuformulieren und dabei kritisch hinterfragen.
  • Weitere Sekundärliteratur kann Ungereimtheiten klären.

Überwiegend C: Der langsame Schreiber ...

... möchte erst perfekt informiert sein, bevor er anfängt, zu schreiben. Daher liest er erst zahlreiche Forschungsbeiträge, bevor er selbst einen Text produziert. Außerdem neigen langsame Schreiber dazu, jede Formulierung sofort zu perfektionieren.

  • Deine Texte zeichnen sich durch hohe Qualität und Tiefe aus.
  • Du weißt über dein Thema Bescheid und bekommst in der Regel gute Noten.
  • Deine langsame Arbeitsweise kann Zeitprobleme zur Folge haben.
  • Du empfindest das Schreiben oft als Hürde.

Schreibtipps

  • Zur Not erstmal Lücken lassen, wenn die passende Formulierung nicht sofort gelingt.
  • Im Gespräch mit anderen über die Arbeit lässt sich das perfekt üben. Da kann man schließlich auch nicht lange zögern, bis ein Gedankengang sitzt.
  • Ein Zeitfresser-Tagebuch hilft, einen Überblick zu bekommen und Unwichtiges aus dem Schreibprozess zu verbannen.

Das Cover zu Studi-SOS BachelorarbeitUNICUM Buchtipp

Weitere Tipps fürs wissenschaftliche Arbeiten von unserer Gastautorin Kristina Folz (zusammen mit Dr. Detlef Jürgen Brauner und Dr. Hans-Ulrich Vollmer) findest du im Ratgeber "Studi-SOS Bachelorarbeit", der im Verlag Wissenschaft & Praxis erschienen ist.

Daraus stammt auch dieser Test.

  • Das Beste: Das e-Book kannst du unter www.studisos.de kostenlos downloaden!

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